Abo
  • IT-Karriere:

Gehärtetes Android

Auf dem Cryptophone läuft indes eine eigene Variante von Android 4.3. Auch die hat GSMK angepasst. Die Zugriffsrechte des Betriebssystems wurden nochmals eingeschränkt und lassen sich feiner einstellen. Dafür hat GSMK eine Software integriert, mit der die Rechte verschiedener Apps eingestellt und sogar manipuliert werden können. Als Beispiel zeigt Rupp die App der Bahn. Ihr kann beispielsweise der Zugriff auf die persönlichen Kontaktdaten verweigert werden. Die App greift auch auf das GPS-Modul zu, um den Standort des Anwenders zu registrieren. Auf dem Cryptophone lässt sich ein selbst gewählter permanenter Standort eingeben oder wahlweise ein zufällig generierter, der alle paar Sekunden wechselt. Damit hebt sich die Funktion auch deutlich von anderen Apps ab, mit denen unter dem herkömmlichen Android mehr Benutzerkontrolle ermöglicht wird.

Stellenmarkt
  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf
  2. Technische Informationsbibliothek (TIB), Hannover

Schließlich läuft auch die App Mobile Encryption auf dem Cryptophone, wenn auch in einer erweiterten Version und ohne Telekom-Branding. Bis auf die dort integrierte Rechteverwaltung für Apps sind die Funktionen jedoch identisch. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung läuft auch dort zunächst über einen Schlüsseltausch per Diffie-Hellman mit 4.096 Bit, der Forward Secrecy gewährleistet. Die Verbindung selbst ist eine Xor-Kombination aus Twofish und AES, beide mit 256 Bit. Die Verwendung beider Verschlüsselungsverfahren soll gewährleisten, dass selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass einer der beiden Algorithmen in Zukunft gebrochen wird, die Datenverschlüsselung weiterhin sicher ist.

Eigenes weltweites Netzwerk

Beim Cryptophone laufen die IP-Verbindungen über ein eigenes Netzwerk von Switches, die laut Rupp an sicheren Standorten weltweit verteilt sind. GSMK sei inzwischen in über 50 Ländern vertreten. Außerdem hat GSMK einen eigenen Codec entwickelt, der selbst bei Verbindungen von 4,8 Kilobit pro Sekunde noch gut funktioniert. Auf eine variable Bitrate haben die Entwickler verzichtet. Das soll auch der Sicherheit dienen, wenn Angreifer versuchen sollten, trotz Verschlüsselung die Pakete nach unterschiedlichen Zeichenlängen zu analysieren. Auf herkömmliches SIP mit Verschlüsselung hat GSMK auch deshalb verzichtet, weil einige Länder Pakete mit SIP-Kennung blockieren. Zwar könnten auch die Cryptophone-Pakete durch Deep Packet Inspection identifiziert werden, bisher würden sie das aber noch nicht, erklärt Rupp. Verschlüsselung sei auch immer ein Rüstungswettlauf. Sollten die Pakete, die zwangsweise auch über öffentliche Netze laufen, erkannt und blockiert werden, müsste GSMK natürlich reagieren.

Für Großkunden

In Deutschland wurden die Cryptophones nicht vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und können somit nicht offiziell von hiesigen Regierungsmitgliedern genutzt werden. Eine Zertifizierung durch das BSI wolle GSMK auch gar nicht, denn die verlange, dass ein eigener Chip eingebaut werde. "Da können und dürfen wir nicht reinsehen", sagt Rupp.

Die von GSMK angebotenen Cryptophones sind indes eher für Kunden gedacht, bei denen Geheimhaltung eine übergeordnete Rolle spielt. Das schlägt sich mit den verlangten 2.000 Euro auch im Preis nieder. Zum Kundenstamm gehören große Nichtregierungsorganisationen und Mitarbeiter internationaler Unternehmen und Regierungen im Ausland. Da das Cryptophone Verschlüsselungstechnik enthält, unterliegt es den Vorgaben des deutschen Exportkontrollgesetzes und darf nicht in bestimmte Länder exportiert werden, darunter Russland, das wegen der Ukraine-Krise aktuell mit Sanktionen belegt ist.

Allerdings sehe auch GSMK ganz genau hin, an wen es die Cryptophones verkaufe, sagt Rupp. Unter anderem gebe es eine Liste verdächtiger Personen in Deutschland, denen die mobilen Geräte nicht verkauft werden dürfen. Namen von Kunden dürfe er aber nicht nennen.

 Cryptophone: Verschlüsselung nicht für jedermann
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 279,90€
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. 64,90€ (Bestpreis!)
  4. täglich neue Deals bei Alternate.de

Bouncy 23. Sep 2014

Ich seh da keinen Unterschied, der Staat kann die Leute auch einfach noch höher...

personenschützer 23. Sep 2014

Es wäre doch spannend zu schauen, ob es auch in Deutschland Orte mit fest installierten...

p-jay91 22. Sep 2014

Hatte eure Quelle der Washington Post übersehen.Die schrieben 2 wochen später es seien...

JouMxyzptlk 22. Sep 2014

Das Klingelmonster weiß was ich davon halte dass es nicht für alle ist: http://youtu.be...

josch 22. Sep 2014

EU Sanktionsliste zum Beispiel ist frei verfügbar. http://ec.europa.eu/external_relations...


Folgen Sie uns
       


Nokia 6.2 und 7.2 - Hands on

Das Nokia 6.2 und das Nokia 7.2 sind zwei Android-Smartphones im Mittelklassesegment. Beide sind Teil des Android-One-Programms und dürften entsprechend schnelle Updates erhalten.

Nokia 6.2 und 7.2 - Hands on Video aufrufen
iPad 7 im Test: Nicht nur für Einsteiger lohnenswert
iPad 7 im Test
Nicht nur für Einsteiger lohnenswert

Auch mit der siebten Version des klassischen iPads richtet sich Apple wieder an Nutzer im Einsteigersegment. Dennoch ist das Tablet sehr leistungsfähig und kommt mit Smart-Keyboard-Unterstützung. Wer ein gutes, lange unterstütztes Tablet sucht, kann sich freuen - ärgerlich sind die Preise fürs Zubehör.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. iPad Einschränkungen für Apples Sidecar-Funktion
  2. Apple Microsoft Office auf neuem iPad nicht mehr kostenlos nutzbar
  3. Tablet Apple bringt die 7. Generation des iPads

Pixel 4 im Hands on: Neue Pixel mit Dualkamera und Radar-Gesten ab 750 Euro
Pixel 4 im Hands on
Neue Pixel mit Dualkamera und Radar-Gesten ab 750 Euro

Nach zahlreichen Leaks hat Google das Pixel 4 und das Pixel 4 XL offiziell vorgestellt: Die Smartphones haben erstmals eine Dualkamera - ein Radar-Chip soll zudem die Bedienung verändern. Im Kurztest hinterlassen beide einen guten ersten Eindruck.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Live Captions Pixel 4 blendet auf dem Gerät erzeugte Untertitel ein
  2. Google Fotos Pixel 4 kommt ohne unbegrenzten unkomprimierten Fotospeicher

Elektromobilität: Warum der Ladestrom so teuer geworden ist
Elektromobilität
Warum der Ladestrom so teuer geworden ist

Das Aufladen von Elektroautos an einer öffentlichen Ladesäule kann bisweilen teuer sein. Golem.de hat mit dem Ladenetzbetreiber Allego über die Tücken bei der Ladeinfrastruktur und den schwierigen Kunden We Share gesprochen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Elektromobilität Hamburg lädt am besten, München besser als Berlin
  2. Volta Charging Werbung soll kostenloses Elektroauto-Laden ermöglichen
  3. Elektromobilität Allego stellt 350-kW-Lader in Hamburg auf

    •  /