Abo
  • Services:
Anzeige
Das Unternehmen GSMK bietet zahlreiche professionelle Geräte für die verschlüsselte Telefonie.
Das Unternehmen GSMK bietet zahlreiche professionelle Geräte für die verschlüsselte Telefonie. (Bild: Sebastian Rohner/Golem.de)

Gehärtetes Android

Anzeige

Auf dem Cryptophone läuft indes eine eigene Variante von Android 4.3. Auch die hat GSMK angepasst. Die Zugriffsrechte des Betriebssystems wurden nochmals eingeschränkt und lassen sich feiner einstellen. Dafür hat GSMK eine Software integriert, mit der die Rechte verschiedener Apps eingestellt und sogar manipuliert werden können. Als Beispiel zeigt Rupp die App der Bahn. Ihr kann beispielsweise der Zugriff auf die persönlichen Kontaktdaten verweigert werden. Die App greift auch auf das GPS-Modul zu, um den Standort des Anwenders zu registrieren. Auf dem Cryptophone lässt sich ein selbst gewählter permanenter Standort eingeben oder wahlweise ein zufällig generierter, der alle paar Sekunden wechselt. Damit hebt sich die Funktion auch deutlich von anderen Apps ab, mit denen unter dem herkömmlichen Android mehr Benutzerkontrolle ermöglicht wird.

Schließlich läuft auch die App Mobile Encryption auf dem Cryptophone, wenn auch in einer erweiterten Version und ohne Telekom-Branding. Bis auf die dort integrierte Rechteverwaltung für Apps sind die Funktionen jedoch identisch. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung läuft auch dort zunächst über einen Schlüsseltausch per Diffie-Hellman mit 4.096 Bit, der Forward Secrecy gewährleistet. Die Verbindung selbst ist eine Xor-Kombination aus Twofish und AES, beide mit 256 Bit. Die Verwendung beider Verschlüsselungsverfahren soll gewährleisten, dass selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass einer der beiden Algorithmen in Zukunft gebrochen wird, die Datenverschlüsselung weiterhin sicher ist.

Eigenes weltweites Netzwerk

Beim Cryptophone laufen die IP-Verbindungen über ein eigenes Netzwerk von Switches, die laut Rupp an sicheren Standorten weltweit verteilt sind. GSMK sei inzwischen in über 50 Ländern vertreten. Außerdem hat GSMK einen eigenen Codec entwickelt, der selbst bei Verbindungen von 4,8 Kilobit pro Sekunde noch gut funktioniert. Auf eine variable Bitrate haben die Entwickler verzichtet. Das soll auch der Sicherheit dienen, wenn Angreifer versuchen sollten, trotz Verschlüsselung die Pakete nach unterschiedlichen Zeichenlängen zu analysieren. Auf herkömmliches SIP mit Verschlüsselung hat GSMK auch deshalb verzichtet, weil einige Länder Pakete mit SIP-Kennung blockieren. Zwar könnten auch die Cryptophone-Pakete durch Deep Packet Inspection identifiziert werden, bisher würden sie das aber noch nicht, erklärt Rupp. Verschlüsselung sei auch immer ein Rüstungswettlauf. Sollten die Pakete, die zwangsweise auch über öffentliche Netze laufen, erkannt und blockiert werden, müsste GSMK natürlich reagieren.

Für Großkunden

In Deutschland wurden die Cryptophones nicht vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und können somit nicht offiziell von hiesigen Regierungsmitgliedern genutzt werden. Eine Zertifizierung durch das BSI wolle GSMK auch gar nicht, denn die verlange, dass ein eigener Chip eingebaut werde. "Da können und dürfen wir nicht reinsehen", sagt Rupp.

Die von GSMK angebotenen Cryptophones sind indes eher für Kunden gedacht, bei denen Geheimhaltung eine übergeordnete Rolle spielt. Das schlägt sich mit den verlangten 2.000 Euro auch im Preis nieder. Zum Kundenstamm gehören große Nichtregierungsorganisationen und Mitarbeiter internationaler Unternehmen und Regierungen im Ausland. Da das Cryptophone Verschlüsselungstechnik enthält, unterliegt es den Vorgaben des deutschen Exportkontrollgesetzes und darf nicht in bestimmte Länder exportiert werden, darunter Russland, das wegen der Ukraine-Krise aktuell mit Sanktionen belegt ist.

Allerdings sehe auch GSMK ganz genau hin, an wen es die Cryptophones verkaufe, sagt Rupp. Unter anderem gebe es eine Liste verdächtiger Personen in Deutschland, denen die mobilen Geräte nicht verkauft werden dürfen. Namen von Kunden dürfe er aber nicht nennen.

 Cryptophone: Verschlüsselung nicht für jedermann

eye home zur Startseite
Bouncy 23. Sep 2014

Ich seh da keinen Unterschied, der Staat kann die Leute auch einfach noch höher...

personenschützer 23. Sep 2014

Es wäre doch spannend zu schauen, ob es auch in Deutschland Orte mit fest installierten...

p-jay91 22. Sep 2014

Hatte eure Quelle der Washington Post übersehen.Die schrieben 2 wochen später es seien...

JouMxyzptlk 22. Sep 2014

Das Klingelmonster weiß was ich davon halte dass es nicht für alle ist: http://youtu.be...

josch 22. Sep 2014

EU Sanktionsliste zum Beispiel ist frei verfügbar. http://ec.europa.eu/external_relations...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Travian Games GmbH, München
  2. C. Krieger & Co. Nachfolger GmbH & Co. KG, Koblenz
  3. über Hanseatisches Personalkontor Mannheim, Mannheim
  4. über Staff Gmbh, München (Home-Office möglich)


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Forrest Gump 9,97€, Gods of Egypt 9,97€, Creed 8,99€, Cloud Atlas 8,94€)
  2. 69,99€ (DVD 54,99€)
  3. (u. a. Space Jam 11,97€, Ex Machina 9,97€, Game of Thrones 3. Staffel 24,97€)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing
  2. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes


  1. Aufsteckbar

    Kugelkamera für Android-Smartphones filmt 360-Grad-Videos

  2. Panamera Turbo S E-Hybrid

    Porsche kombiniert V8-Motor und E-Antrieb

  3. Matrix Voice

    Preiswerter mit Spracherkennung experimentieren

  4. LTE

    Telekom führt Narrowband-IoT-Netz in Deutschland ein

  5. Deep Learning

    Wenn die KI besser prügelt als Menschen

  6. Firepower 2100

    Cisco stellt Firewall für KMU-Bereich vor

  7. Autonomes Fahren

    Briten verlieren Versicherungsschutz ohne Software-Update

  8. Kollisionsangriff

    Hashfunktion SHA-1 gebrochen

  9. AVM

    Fritzbox für Super Vectoring weiter nicht verfügbar

  10. Nintendo Switch eingeschaltet

    Zerstückelte Konsole und gigantisches Handheld



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Merkels NSA-Vernehmung: Die unerträgliche Uninformiertheit der Kanzlerin
Merkels NSA-Vernehmung
Die unerträgliche Uninformiertheit der Kanzlerin
  1. München Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
  2. US-Präsident Zuck it, Trump!
  3. Glasfaser Nun hängt die Kabel doch endlich auf!

Apple: Planet der affigen Fernsehshows
Apple
Planet der affigen Fernsehshows
  1. Noch 100 Tage Unitymedia schaltet Analogfernsehen schrittweise ab
  2. Streaming Vodafone GigaTV ermöglicht Fernsehen unterwegs
  3. Kabelnetz Unitymedia hat neue Preise für Internetzugänge

Mobile-Games-Auslese: Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler
Mobile-Games-Auslese
Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler

  1. Re: Alle reden von Spielen? Warum?

    Desertdelphin | 09:00

  2. Re: Und plötzlich, alles voller Viren

    wbemtest | 08:59

  3. Re: Kollision, nicht Kollission

    Kakiss | 08:56

  4. Re: Schade, dass immer weniger Smartphones...

    FreiGeistler | 08:56

  5. Re: Etat der Polizei

    wbemtest | 08:55


  1. 07:23

  2. 07:14

  3. 17:37

  4. 17:26

  5. 16:41

  6. 16:28

  7. 15:45

  8. 15:26


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel