Abo
  • IT-Karriere:

Cryptomessenger: Wie ich die Digitalisierung meiner Familie verpasste

Zu Weihnachten reparieren wir alljährlich die IT der gesamten Familie. Wir fluchen, lästern - und fühlen uns gebraucht. Was für ein Schock, wenn man plötzlich feststellt, dass sich die Angehörigen hinterrücks digitalisiert haben!

Artikel von veröffentlicht am
Das Smartphone hat die Kommunikation in meiner Familie verändert. Totale Nerds sind die trotzdem nicht geworden.
Das Smartphone hat die Kommunikation in meiner Familie verändert. Totale Nerds sind die trotzdem nicht geworden. (Bild: Takashi Hososhima/CC-BY-SA 2.0)

Weihnachten, Familienfeier, Urlaub - für viele ITler bedeutet der Kontakt mit der Familie vor allem eines: Geräte patchen, Drucker installieren und bei der Herduhr die Zeitumstellung nachholen. Und Mamas Fragen beantworten. "Briefe sind doch viel schöner, wozu brauche ich einen Computer?" Oder "Wie finde ich etwas in diesem Internet?" Aber in diesem Jahr hat sich meine Familie ausgerechnet zu Weihnachten von liebgewordenen Traditionen verabschiedet. Sie, die bislang kaum PCs genutzt haben, sind plötzlich digital. Und ich, der Nerd, bin der Nichtauskenner.

Inhalt:
  1. Cryptomessenger: Wie ich die Digitalisierung meiner Familie verpasste
  2. Schreib doch einfach eine Facebook-Nachricht!

Was ist passiert? Smartphones sind passiert. Meine Mutter sitzt im Sessel, das Smartphone in der Hand, und sagt mit großer Selbstverständlichkeit Sätze wie: "Deine Schwester hat ihre Whatsapp-Nachricht noch gar nicht gelesen". Einen Computer hat sie nie benutzt, die beiden haben nie so richtig zusammengepasst. Aber sie hat den Schritt gewagt und sich ein Smartphone angeschafft - und sie sind best friends forever. Meine Schwester hat auch bis vor kurzem nicht mal gewusst, was ein Messenger ist. Und jetzt: "Ich habe ihr vorhin schon geschrieben, aber sie hat die Nachricht noch nicht gelesen, das kann ich hier sehen", sagt meine Mutter. "Ach, wenn du grad hier bist - ich habe noch süße Babybilder aus der Verwandtschaft bekommen, per Mail". What???

Meine Familie hat mich bei Whatsapp abgehängt

Dass ich überhaupt nicht mitbekommen habe, wie sich meine gesamte Verwandtschaft nach und nach zu einem digitalen Insiderkreis zusammengeschlossen hat, der mich ausschloss, ist die Schuld von Whatsapp. Und die meines Berufs. In meinem professionellen Bekanntenkreis ist die Nutzung von Whatsapp verpönt - Datenkrake, Telefonbuchkopie und so weiter. Und das, obwohl zumindest die Android-Version des Dienstes eines der besten derzeit bekannten Verschlüsselungsprotokolle für Instant Messaging verwendet: Axolotl-Ratchet.

Ich benutze Threema, Signal und andere Messenger. Aber für meine Familie wie für viele andere war Whatsapp der benutzerfreundliche Einstieg in die digitale Kommunikation. Über die Anschlussfähigkeit müssen sie sich keine Gedanken machen - das Netzwerk ist schon da. Hauke nicht, aber was soll's. Sieben Crypto-Messenger auf dem Smartphone - und trotzdem kein Anschluss unter dieser Nummer!

In der falschen Blase

Stellenmarkt
  1. XION GmbH, Berlin
  2. Eurowings Aviation GmbH, Köln

Dabei würden sich meine Cryptomessenger für solche Gruppen natürlich auch überwiegend eignen. Aber wir müssten uns alle auf einen einigen, denn kompatibel ist die Technik ja nicht. Nur: Meine Familie hat sich ja schon geeinigt, die wird kaum wechseln wollen.

Irgendwie ironisch. Erst vergangene Woche habe ich meine Termine für den diesjährigen Hackerkongress 32C3 gemacht. Es geht dort um "Gated Communitys", also darum, wie die verschiedenen Communitys in der Branche immer wieder den Austausch verschiedener Gruppen untereinander verhindern - und die Monopole vieler Hersteller fördern. Hallo, ich melde mich als Beispiel: Security-Bubble versus Familienblase!

Wie in vielen Familien hat Whatsapp auch in meiner die Kommunikationskultur verändert. Die Familiengruppe ermöglicht den unkomplizierten Austausch über Alltägliches, Banales oder Ernstes - Dinge, die mir nun entgehen. "Aber das habe ich dir doch erzählt!" Nein Mutter, das hast du dann wohl in den Chat geschrieben.

Schreib doch einfach eine Facebook-Nachricht! 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,19€
  2. (-75%) 14,99€
  3. 4,99€
  4. 23,99€

Neuro-Chef 15. Jan 2016

Das mit der Dummheit mag sein, aus Sicht z.B. eines Inneneinrichters wäre ich sonst...

AntonAusTirol 14. Jan 2016

Auch nicht von meiner Familie. Interessiert mich einen Scheiß.

diaballo 12. Jan 2016

Das ist ja, genau das tolle, solang man sich gegenseitig hilft! Es muss ja nicht jeder...

mnementh 27. Dez 2015

Was mich immer wieder irritiert ist, wie auch intelligente Menschen ihr Gehirn...

mnementh 27. Dez 2015

Du musst das ja auch nicht verstehen. Wenn aber niemand mehr das versteht, dann gibt es...


Folgen Sie uns
       


Akku-Recycling bei Duesenfeld

Das Unternehmen Duesenfeld aus Peine hat ein Verfahren für das Recycling von Elektroauto-Akkus entwickelt.

Akku-Recycling bei Duesenfeld Video aufrufen
Transport Fever 2 angespielt: Wachstum ist doch nicht alles
Transport Fever 2 angespielt
Wachstum ist doch nicht alles

Wesentlich mehr Umfang, bessere Übersicht dank neuer Benutzerführung und eine Kampagne mit 18 Missionen: Das Schweizer Entwicklerstudio Urban Games hat Golem.de das Aufbauspiel Transport Fever 2 vorgestellt - bei einer Bahnfahrt.
Von Achim Fehrenbach

  1. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
  2. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle
  3. Bright Memory angespielt Brachialer PC-Shooter aus China

FPM-Sicherheitslücke: Daten exfiltrieren mit Facebooks HHVM
FPM-Sicherheitslücke
Daten exfiltrieren mit Facebooks HHVM

Server für den sogenannten FastCGI Process Manager (FPM) können, wenn sie übers Internet erreichbar sind, unbefugten Zugriff auf Dateien eines Systems geben. Das betrifft vor allem HHVM von Facebook, bei PHP sind die Risiken geringer.
Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

  1. HHVM Facebooks PHP-Alternative erscheint ohne PHP

LEDs: Schlimmes Flimmern
LEDs
Schlimmes Flimmern

LED-Licht zu Hause oder im Auto leuchtet nur selten völlig konstant. Je nach Frequenz und Intensität kann das Flimmern der Leuchtmittel problematisch sein, für manche Menschen sogar gesundheitsschädlich.
Von Wolfgang Messer

  1. Wissenschaft Schadet LED-Licht unseren Augen?
  2. Straßenbeleuchtung Detroit kämpft mit LED-Ausfällen und der Hersteller schweigt
  3. ULED Ubiquitis Netzwerkleuchten bieten Wechselstromversorgung

    •  /