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Cryptojacking: Influencer bereichert sich an teuren Cloudressourcen

Ein Krypto - Influencer wollte auf Youtube zeigen, wie man reich wird. Für seinen eigenen Geldsegen hat er jedoch zwei Cloudanbieter betrogen.
/ Marc Stöckel
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Krypto-Influencer bereichert sich an teuren Ressourcen zweier Cloudanbieter. (Bild: pixabay.com / TheDigitalWay)
Krypto-Influencer bereichert sich an teuren Ressourcen zweier Cloudanbieter. Bild: pixabay.com / TheDigitalWay

In den USA wurde ein Influencer zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er sich unrechtmäßig Zugang zu Cloudressourcen im Wert von 3,5 Millionen US-Dollar verschafft hatte, um damit über Monate hinweg Kryptowährungen zu schürfen und sich zu bereichern. Laut Pressemitteilung der US-Justiz(öffnet im neuen Fenster) wurden dafür die Systeme zweier "bekannter Anbieter von Cloud-Computing-Diensten" missbraucht, deren Namen jedoch nicht explizit genannt werden.

Nach Angaben des stellvertretenden FBI-Direktors Christopher Raia hatte der Verurteilte in sozialen Netzwerken mit seinem Reichtum geprahlt und das Geld für persönliche Luxuskäufe ausgegeben. Jedoch habe er es versäumt, zu erwähnen, "dass sein angeblicher Erfolg auf Betrug und Diebstahl beruhte" und das Ergebnis einer umfangreichen Cryptojacking-Kampagne war.

Hinter dem Begriff Cryptojacking verbirgt sich das Schürfen von Kryptowährungen durch die unbefugte Nutzung fremder Ressourcen wie Hardware, Rechenleistung und die für das Mining erforderliche Energie . Der Verurteilte hatte sich dadurch laut Mitteilung zwischen Januar und August 2021 um fast eine Million US-Dollar bereichert.

Als Online-Schulungsunternehmen getarnt

Den Angaben zufolge hatte der Influencer seine böswilligen Aktivitäten durch den Einsatz vieler verschiedener Namen, E-Mail-Adressen und Firmenzugehörigkeiten verschleiert. Er registrierte bei den betrogenen Dienstleistern mehrere Konten und täuschte die Anbieter gezielt, um sich Zugang zu großen Mengen an Rechenkapazitäten zu verschaffen, ohne dafür zu bezahlen.

Anfragen der Cloudanbieter bezüglich seiner fragwürdigen Datennutzung und unbezahlter Rechnungen wich der Verurteilte aus. Einem der Anbieter soll er vorgegaukelt haben, ein globales Online-Schulungsunternehmen aufzubauen, das 10.000 Studenten gleichzeitig bedienen solle. Tatsächlich nutzte der Mann die Ressourcen jedoch, um Kryptowährungen wie Ethereum, Litecoin und Monero zu schürfen.

Betrüger vermittelt auf Youtube Millionärs-Mindset

Die geschürften Coins transferierte der Verurteilte später auf verschiedene Kryptoplattformen, wusch sie und zahlte sich das Geld über mehrere Bankkonten aus. Die Transaktionen strukturierte er dabei gezielt, um geltende Meldepflichten für die Bewegung größerer Geldbeträge zu umgehen.

Anschließend gab er das Geld unter anderem für einen Mercedes-Benz, Schmuck und teure Hotels und Reisen aus und prahlte damit als selbsternannter Krypto-Influencer auf Plattformen wie Youtube, wo er anderen erklärte, wie man eine "Multi-Millionärs-Mentalität" aufbaut.

Nach seiner Verurteilung muss der Mann für ein Jahr und einen Tag ins Gefängnis. Zudem muss er seinen Mercedes-Benz wieder abgeben und 500.000 US-Dollar Strafe zahlen. Die betrogenen Cloudanbieter sollen auch noch eine Entschädigung erhalten. Deren Höhe soll jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden.


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