Cryptocurrency Mining Processor: Nvidia verkauft alte Chips an Schürfer

Die Hashrate pro Watt hatte es bereits vermuten lassen: Nvidia verwendet für die neuen Cryptocurrency Mining Processors (CMP HX) anteilig ältere Grafikchips, um den Gaming-Markt zu entlasten. Das geht aus dem aktuellen Geforce-Treiber 461.72 hervor, wie Videocardz(öffnet im neuen Fenster) nach dessen Analyse berichtet.
Nvidia zufolge sollen CMP HX dediziert für Crypto-Mining gedacht sein, vor allem Ethereum wird derzeit mit GPUs geschürft. Die Karten haben keine Display-Ausgänge und sind so ausgelegt, dass sie in Mining-Farmen leicht gekühlt werden können.
Aus den Device-IDs geht hervor, dass das 30HX-Modell auf einem TU116-Chip basiert und der 40HX-Ableger auf einem TU106. Bekannt ist der TU116 von unter anderem der Geforce GTX 1660 Super , der TU106 wird bei der Geforce GTX 2060 und der Geforce RTX 2070 verwendet.

Beide GPUs basieren noch auf der Turing-Technik und werden im 12FFN-Verfahren bei TSMC gefertigt (optimierte 16FF+). Die 30HX und die 40HX sind laut Nvidia noch im ersten Quartal 2021 verfügbar, die 50HX und die 90HX folgen dann im zweiten Vierteljahr. Hier kommen offenbar ein alter und ein neuerer Chip zum Einsatz.
Weil 50HX und 90HX jeweils 10 GByte Videospeicher nutzen, ist ein 320-Bit-Interface anzunehmen. Vermutlich setzt der 50HX auf den TU102-Turing-Chip (16 nm TSMC) der Geforce RTX 2080 Ti und der 90HX auf das GA102-Ampere-Design (8 nm Samsung Foundry), der auch in der Geforce RTX 3080 sowie der Geforce RTX 3090 steckt.

Nvidia hatte im vierten Quartal 2020 einen Rekordumsatz erzielt. Von den 3,056 Milliarden US-Dollar in der Gaming-Sparte sollen geschätzt nur 100 bis 300 Millionen US-Dollar auf Crypto-Mining entfallen, was unserer Ansicht nach viel zu niedrig angesetzt ist. Nvidia prognostiziert für das erste Quartal 2021 einen Umsatz von 50 Millionen US-Dollar für die CMP HX30/H40.
Nach dem Ethereum-Boom und dessen Einbruch vor über zwei Jahren halbierte sich Nvidias Umsatz – damals hatte der Hersteller ebenfalls beteuert, dass nur wenige Karten für Mining verwendet würden.