• IT-Karriere:
  • Services:

Crypto Wars: Protest gegen Entschlüsselungszwang bei Whatsapp & Co

Das Innenministerium möchte Messengerdienste zur Herausgabe entschlüsselter Inhalte zwingen - und damit die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung untergraben. Über 100 Vereine, Informatiker und Bürgerrechtler argumentieren in einem offenen Brief dagegen.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Innenministerium fordert nichts anderes als die Abschaffung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
Das Innenministerium fordert nichts anderes als die Abschaffung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. (Bild: Uwe Baumann)

Nach Plänen des Innenministeriums sollen verschlüsselte Messengerdienste zur Einrichtung einer Abhörschnittstelle gezwungen werden. Mehr als hundert Informatiker, Bürgerrechtler, Vereine und Verbände warnen vor den "fatalen Konsequenzen" und fordern in einem offenen Brief "eine sofortige Abkehr von diesem oder ähnlichen politischen Vorhaben auf deutscher wie europäischer Ebene".

Stellenmarkt
  1. über eTec Consult GmbH, Dreieck Detmold, Gütersloh, Paderborn
  2. Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen

Ein Beschlussvorschlag für die Innenministerkonferenz aus dem Hause Seehofers sieht den Zugriff von Behörden auf die Ende-zu-Ende-verschlüsselten Inhalte von Messengern wie Whatsapp, Signal, Threema, Telegram oder iMessage vor. Die Betreiber müssten entsprechende Schnittstellen zum Entschlüsseln der Nachrichten schaffen, was de facto eine Abschaffung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedeuten würde.

"Die vorgeschlagene Reform würde das Sicherheitsniveau von Millionen deutscher Internet-Nutzerinnen schlagartig senken, neue Einfallstore für ausländische Nachrichtendienste und Internetkriminelle schaffen sowie das internationale Ansehen Deutschlands als führender Standort für eine sichere und Datenschutz-orientierte Digitalwirtschaft massiv beschädigen", heißt es in dem offenen Brief.

Entschlüsseln oder blockieren

Innerhalb Deutschlands sei mit einer solchen Regelung der Betrieb sicherer Messenger nicht mehr möglich - das Innenministerium plant Messenger, die keine entsprechende Überwachungsschnittstelle bieten, zu blockieren. Hierfür benötige es eine dedizierte und stark in die Freiheitsrechte eingreifende IT-Infrastruktur.

Zu den Unterzeichnern gehören neben Human Rights Watch, Reporter ohne Grenzen, Chaos Computer Club und Wikimedia, die Bürgerrechtsorganisationen Digitalcourage und Digitale Gesellschaft sowie die Softwareunternehmen Mozilla und Nextcloud. Auch der PGP-Erfinder Phil Zimmermann, die Landesdatenschutzbeauftragte aus Schleswig-Holstein Marit Hansen, Peter Schaar, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und über 50 weitere Personen haben die Forderungen unterzeichnet.

Weltweite Auswirkungen

"Die oft angeführte These, dass Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden aufgrund von Verschlüsselung keinen Zugriff mehr auf relevante Daten haben (Going Dark), ist bisher nicht empirisch belegt", heißt es in dem Papier. Im Gegenteil hätten die technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte dazu geführt, dass Strafverfolgern mehr Daten zur Verfügung stünden als je zuvor.

Eine Gesetzgebung, die Schwachstellen in Messengerdiensten einführe, würde sich auf andere Staaten auswirken. Beispielsweise könnten auch autoritäre Regime entsprechende Daten bei Messengerdiensten anfordern - "mit dem Verweis darauf, dass dies in Deutschland - und damit technisch - möglich sei."

Neben besonders gefährdeten Personengruppen wie Menschenrechtsaktivisten, Journalisten oder Rechtsanwälten würde eine Schwächung der Verschlüsselung auch Behörden und die Wirtschaft treffen. Beispielsweise könnte die Hintertüren in der Verschlüsselung zu Wirtschaftsspionage genutzt werden. Selbst ehemalige Geheimdienstchefs argumentierten mittlerweile, dass "Nutzen von umfassender Verschlüsselung (ohne Hintertüren) im Zeitalter von Cyber-Kriminalität, Datenlecks und Spionage den Verlust der Überwachungsfähigkeit mehr als aufwiege."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Mobile-Angebote
  1. (u. a. Apple iPhone 11 Pro Max 256GB 6,5 Zoll Super Retina XDR OLED für 929,96€)
  2. 749€
  3. (u. a. Find X2 Neo 256GB 6,5 Zoll für 439,99€, Watch 41 mm Smartwatch für 179,99€)

Kleba 13. Jun 2019

Dankeschön :-) Ich freue mich auch schon im Voraus bei machen Kommentatoren ;-) Hab...

sambache 12. Jun 2019

Dan muß man sowas wohl außerhalb der EU anbieten.

Auspuffanlage 12. Jun 2019

FOSS ist zu befürworten. Ich habe den Code angeguckt aber noch nicht überprüft (obwohl...

JanZmus 12. Jun 2019

Steht schon in den Startlöchern, kannst dich gleich anmelden: https://voice.com/ Social...

Anonymer Nutzer 12. Jun 2019

Dann musst du aber regelmäßig alles ent- und wieder verschlüsseln, und das ist jetzt...


Folgen Sie uns
       


    •  /