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Crypto Wars: Die Quadratur des Verschlüsselungskreises

Die Regierung will Messengerdienste selbst über den Zugriff auf verschlüsselte Inhalte entscheiden lassen. Doch die Anbieter stehen vor unlösbaren Problemen.

Eine Analyse von und veröffentlicht am
Ein gebrochener Schlüssel schließt nicht mehr richtig.
Ein gebrochener Schlüssel schließt nicht mehr richtig. (Bild: Musicaline/CC-BY-SA 4.0)

Wie sollen Ermittler verschlüsselte Nachrichten lesen können, ohne die Verschlüsselung zu schwächen oder Hintertüren in die Programme einzubauen? Vor diese kaum lösbare Aufgabe will die Bundesregierung die Anbieter von Messenger-Diensten wie Whatsapp oder Signal stellen. Die kryptografische Quadratur des Kreises könnte nach den Vorstellungen der EU-Mitgliedstaaten vorgeschrieben werden. Mit derzeit kaum absehbaren Folgen.

Inhalt:
  1. Crypto Wars: Die Quadratur des Verschlüsselungskreises
  2. Zweitschlüssel, Filtersysteme, Hintertüren

Nach Ansicht des Bundesinnenministeriums sollen die Anbieter selbst darüber entscheiden können, wie sie Ermittlern einen Zugriff auf Chatverläufe gestatten. Auf Nachfrage von Golem.de teilte das Ministerium mit: "Wir wollen den Providern (z.B. den Anbietern von sog. Instant Messaging Services und Sozialen Netzwerken) die Entscheidung überlassen, wie sie verschlüsselte Kommunikation als Regelfall und staatlichen Zugriff auf die Kommunikationsinhalte als gesetzlich geregelte Ausnahme gewährleisten."

Keine Hintertüren und Verschlüsselungsverbote

Weiter versicherte die Bundesregierung: "Unser Ziel ist es nicht, Verschlüsselung zu regulieren, einzuschränken oder zu verbieten. Wir wollen auch weiterhin keine Hintertüren oder Verschlüsselungsverbote." Hintergrund der Debatte ist eine geplante Resolution der EU-Mitgliedstaaten, die eine "bessere Balance" zwischen dem Schutz privater Kommunikation durch Verschlüsselung und der Verbrechensbekämpfung schaffen will.

Messenger wie Whatsapp, Signal oder Threema setzen standardmäßig auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der die verschlüsselten Inhalte nur auf den Endgeräten gelesen werden können. Bei Telegram kann eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung optional aktiviert werden, allerdings nicht bei Gruppen.

Seehofer will Abhörschnittstelle

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Auf die mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützten Inhalte können Dritte, Kriminelle, Ermittlungsbehörden oder Geheimdienste nicht zugreifen. Seit Jahren wird daher über Hintertüren oder eine Schwächung der Verschlüsselung diskutiert. So forderte beispielsweise Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) im vergangenen Jahr die Einrichtung einer Abhörschnittstelle.

Unklar bleibt, wie die Anbieter einen Zugriff auf die Inhalte ermöglichen sollen, ohne die kryptografischen Verfahren zu schwächen, was wiederum die Bundesregierung nicht wünscht. So versicherte in der Regierungspressekonferenz vom 9. November 2020 ein Sprecher des Innenministeriums: "Es geht jedenfalls bei der Initiative nicht darum, in irgendeiner Form eine Art Generalschlüssel zu definieren oder zu erstellen."

Doch wie könnte das sonst gehen?

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Zweitschlüssel, Filtersysteme, Hintertüren 
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Wageslave 13. Nov 2020 / Themenstart

Weshalb? Signal zum Beispiel steht unter GPL.

omgrofllol 13. Nov 2020 / Themenstart

Du solltest dir eventuell noch ein mal angucken, worum es bei der Quadratur des Kreises...

Rulf 12. Nov 2020 / Themenstart

oder so...

FreiGeistler 12. Nov 2020 / Themenstart

Die USA haben einfach gar keinen Datenschutz für nicht-US-Bürger und zudem das grösste...

elmcrest 12. Nov 2020 / Themenstart

Man stelle sich vor, vielleicht 1985: Um Kriminelle schneller fassen zu können...

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