• IT-Karriere:
  • Services:

Crypto Wars 2.0: De Maizière will Verschlüsselung doch nicht schwächen

Keine Pflicht zur Schlüsselhinterlegung, keine Hintertüren: Die Bundesregierung setze weiter auf sichere Verschlüsselung von Daten, soll Innenminister de Maizière gesagt haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Bundesinnenminister de Maizière will Verschlüsselungsprogramme nun doch nicht schwächen.
Bundesinnenminister de Maizière will Verschlüsselungsprogramme nun doch nicht schwächen. (Bild: Tobias Schwarz/Getty Images)

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat sich gegen eine Schwächung von Verschlüsselungsstandards ausgesprochen. Im Innenausschuss des Bundestags hat der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin nach Angaben mehrerer Teilnehmer gesagt, dass es keine Pflicht zur Schlüsselhinterlegung oder für Backdoors in Programmen geben solle. Dafür erhielt er sogleich die Zustimmung des Koalitionspartners. "Sehr gut!", twitterte der SPD-Abgeordnete Gerold Reichenbach. Nach den Terroranschlägen von Paris hatten mehrere westliche Regierungen gefordert, dass die Ermittlungsbehörden einen Zugang zu verschlüsselten Kommunikationsdiensten erhalten müssten.

Stellenmarkt
  1. AWEK GmbH, Hamburg-Hammerbrook
  2. Campact e.V., deutschlandweit (Home-Office möglich)

Auch de Maizière hatte in einer Rede auf die Notwendigkeit solcher Befugnisse hingewiesen. So müssten die deutschen Sicherheitsbehörden "unter strengen Voraussetzungen - rechtsstaatlichen Voraussetzungen - befugt und in der Lage sein, verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln, wenn dies für ihre Arbeit und zum Schutz der Bevölkerung notwendig ist", hatte er bei der Eröffnung eines internationalen Forums für Cybersicherheit am 20. Januar 2015 im französischen Lille gesagt. Der Minister hatte dabei selbst auf den Widerspruch hingewiesen, dass die Bundesbehörden andererseits den Bürgern die Nutzung von Verschlüsselungsprogrammen nahelegten. Ein Mitarbeiter des Grünen-Netzpolitikers Konstantin von Notz twitterte aus der nicht-öffentlichen Ausschusssitzung, dass de Maizière die Verschlüsselung von Daten weiter empfehlen wolle.

Bundestrojaner statt Entschlüsselung

Auf Anfrage von Golem.de hatte das Innenministerium darauf verwiesen, dass man mit Hilfe der sogenannten Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) oder per Online-Überwachung an die Daten von Verdächtigen gelangen wolle. Ob die Ermittlungsbehörden wie das Bundeskriminalamt (BKA) über die entsprechenden Programme verfügen, ist aber unklar. Immerhin soll das BKA inzwischen ein Programm zur Onlineüberwachung von Computern entwickelt haben. Ein Programm zur Quellen-TKÜ, mit dem beispielsweise per Keylogger Kommunikation vor der Verschlüsselung abgefangen werden kann, befand sich im vergangenen Jahr noch in der Implementierungsphase. "Ein konkreter Termin für die Einsatzbereitschaft kann derzeit noch nicht mit ausreichender Genauigkeit angegeben werden", schrieb das Innenministerium im August 2014.

Großbritanniens Premierminister Cameron hatte sich Mitte Januar 2015 für ein Verbot verschlüsselter Kommunikation ausgesprochen, wenn diese es unmöglich macht, dass Sicherheitsbehörden die Verkehrsdaten und die Inhalte komplett überwachen. Ein entsprechendes Gesetz werde kommen, falls er wiedergewählt werde, hatte Cameron gesagt. Unterstützung erhielt er von US-Präsident Barack Obama. Soziale Medien und das Internet seien die bevorzugten Kommunikationsmittel von Terroristen. Deshalb müsse es legale Mittel geben, sie zu überwachen, hatte dieser gesagt. Er forderte eine Debatte in den USA und Großbritannien darüber, ob die bestehenden Regeln für die traditionellen Abhörmaßnahmen noch ausreichten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

AllAgainstAds 05. Feb 2015

woher auf einmal der Sinneswandel kommt? Stehen irgendwie schon wieder Wahlen an...

limus 05. Feb 2015

Es ist natürlich so, dass die Grundrechte im Eigentlichen an allen Orten gültig sein...

Der Held vom... 05. Feb 2015

Sich dieses Wissen anzueignen wäre dann vor dem Gesetz in etwa damit vergleichbar...

Ach 04. Feb 2015

Doch, kannst du! Unsere Politiker halten den Unternehmen von denen sie ein Teil sind...

violator 04. Feb 2015

Nenn mir EINEN Grund.


Folgen Sie uns
       


Xbox Series X - Hands on

Golem.de konnte die Xbox Series X bereits ausprobieren und stellt die Konsole vor. Außerdem zeigen wir, wie Quick Resume funktioniert - und die Ladezeiten.

Xbox Series X - Hands on Video aufrufen
Vivo X51 im Test: Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera
Vivo X51 im Test
Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera

Das Vivo X51 hat eine gute Kamera mit starker Bildstabilisierung und eine vorbildlich zurückhaltende Android-Oberfläche. Der Startpreis in Deutschland könnte aber eine Herausforderung für den Hersteller sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Software-Entwicklung Google veröffentlicht Android Studio 4.1
  2. Jetpack Compose Android bekommt neues UI-Framework
  3. Google Android bekommt lokale Sharing-Funktion

CalyxOS im Test: Ein komfortables Android mit einer Extraportion Privacy
CalyxOS im Test
Ein komfortables Android mit einer Extraportion Privacy

Ein mobiles System, das sich für Einsteiger und Profis gleichermaßen eignet und zudem Privatsphäre und Komfort verbindet? Ja, das geht - und zwar mit CalyxOS.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. Alternatives Android im Test /e/ will Google ersetzen

5G: Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung
5G
Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung

Nokia und Ericsson betreiben viel Forschung und Entwicklung zu 5G in China. Ein enger Partner Ericssons liefert an das chinesische Militär.
Eine Recherche von Achim Sawall

  1. Quartalsbericht Ericsson mit Topergebnis durch 5G in China
  2. Cradlepoint Ericsson gibt 1,1 Milliarden Dollar für Routerhersteller aus
  3. Neben Huawei Telekom wählt Ericsson als zweiten 5G-Ausrüster

    •  /