Cruise RP-1: Umrüstsatz lässt Audis autonom fahren
Cruise RP-1 macht aus dem Audi kein Google-Auto , das sich selbstständig den Weg durch den Verkehr bis zum Ziel bahnt. Allein schon der Verzicht auf einen sündhaft teuren LIDAR-Laser, der die Umgebung millimetergenau abtastet, macht das beim Cruise RP-1(öffnet im neuen Fenster) unmöglich. Stattdessen kommen nach Angaben des Startups Cruise Standardkomponenten wie Radar zum Einsatz, die im weithin sichtbaren Modul auf dem Dach stecken. Das Dach muss durchbohrt werden, um das Modul zu montieren.

Im Kofferraum des umgebauten Audis wartet die nächste Überraschung, denn dort steckt die aufwendige Rechentechnik, mit der die von den Sensoren gelieferten Signale verarbeitet werden. Mit deren Hilfe macht sich der Cruise RP-1 ein Bild von der Umgebung und gibt Steuersignale an das Brems- und Gaspedal sowie die Lenkung. Diese Komponenten müssen im Rahmen des Umbaus mit Aktoren versehen werden. Wie in den USA üblich werden nur Automatikgetriebe unterstützt.
Bei Regen, Nebel oder im Dunkeln funktioniere das System noch nicht, berichtet(öffnet im neuen Fenster) The Verge. Einige dieser Probleme betreffen aber auch Googles autonome Fahrzeuge, die mit wesentlich teureren Komponenten ausgerüstet sind.
Fahrer kann sich entspannen – muss aber wachsam bleiben
Ein Knopf am Armaturenbrett schaltet auf den autonomen Betrieb um, der letztlich wie ein besserer Tempomat arbeitet. Das Fahrzeug versucht dann, die aktuelle Geschwindigkeit und den Abstand zum Vordermann zu halten sowie der Spur zu folgen. Das heißt, dass der Audi auf der Landstraße oder der Autobahn damit fahren kann oder im Stau nachrückt. Auf die Autobahn auffahren oder abfahren kann das System nicht. Hier muss der Fahrer wieder selbst die Kontrolle übernehmen.
Die Entwickler verrieten(öffnet im neuen Fenster) der Website Recode, dass ihr System den Fahrer stressärmer zum Ziel bringe und er ein wenig abschalten könne. Doch auch während der autonomen Reise müsse der Benutzer wachsam bleiben. Verkehrszeichen lese das Auto nicht ein, berichtet(öffnet im neuen Fenster) Techcrunch. In nächster Zeit wird in Kalifornien ein Gesetz gültig, das den Einsatz von autonomen Fahrzeugen auf einigen öffentlichen Straßen gestattet, sofern ein Fahrer darin sitzt, um im Notfall eingreifen zu können. Diese Straßen hat Cruise bereits kartografiert, weitere sollen folgen.
Künfig soll der Cruise RP-1 nicht nur mit dem Audi A4 und S4, sondern auch mit weiteren Autos kompatibel sein. Welche das sein werden, verriet Cruise noch nicht. Vom Cruise RP-1 sollen nur 50 Stück verkauft werden, verriet der Hersteller. Die Vorbestellungen(öffnet im neuen Fenster) werden ab sofort angenommen, die Auslieferung soll 2015 beginnen.
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