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Cruise Automation: Motorradfahrer verklagt GM nach Unfall mit autonomem Auto

Wer ist schuld, wenn ein Auto im autonomen Betrieb mit einem anderen Verkehrsteilnehmer kollidiert? Ein Motorradfahrer hat den Hersteller verklagt. Laut Polizei hatte der Unfall nichts mit autonomem Fahren zu tun.
/ Werner Pluta
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Autonom fahrender Chevy Bolt: fahrtüchtig und aufmerksam (Bild: Cruise Automation)
Autonom fahrender Chevy Bolt: fahrtüchtig und aufmerksam Bild: Cruise Automation

Wer ist schuld, wenn es kracht? In San Francisco hat ein Motorradfahrer nach einem Unfall mit einem automatisierten Auto den Hersteller General Motors (GM) verklagt. Er erklärt, das Fahrzeug habe sein Motorrad gerammt.

Der Unfall passierte am 7. Dezember 2017. Der Motorradfahrer fuhr nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) hinter dem Chevrolet Bolt her, der im autonomen Modus unterwegs war. Zur Sicherheit saß ein Fahrer am Steuer. Das Elektroauto fuhr demnach zunächst auf der mittleren von drei Spuren und wechselte dann auf die linke Spur. Der Motorradfahrer fuhr daraufhin in die Lücke hinein.

Das Auto wollte auf die alte Spur zurück

Währenddessen bremsten die Fahrzeuge auf der linken Spur, woraufhin sich die Lücke schloss, in die der Chevrolet Bolt hineinfahren wollte. Das Auto brach den Spurwechsel ab und fuhr zurück auf seine alte Spur. Dabei berührte es das Motorrad und brachte es zu Fall. Das Motorrad fuhr zu dem Zeitpunkt mit etwa 27 Kilometern pro Stunde, das Auto mit knapp 20. Der Motorradfahrer konnte nach Sturz aufstehen, sein Gefährt aufheben und an den Straßenrand schieben.

General Motors testet die automatisierte Version des Chevrolet Bolt seit vergangenem Sommer auf der Straße, vornehmlich unter schwierigen Bedingungen wie etwa im dichten Stadtverkehr. Das Auto wurde von der GM-Tochter Cruise Automation entwickelt und soll das erste serienreife autonome Auto sein.

Laut Polizeibericht war der Motorradfahrer schuld am Unfall

Der Motorradfahrer hat GM verklagt und fordert Schadensersatz für die Verletzungen, die er an Schulter und Nacken davongetragen hat. Die Polizei hält übrigens den Motorradfahrer für den Schuldigen: Er habe das Auto rechts überholt und dadurch den Unfall verursacht, heißt es im Polizeibericht(öffnet im neuen Fenster) .

Tesla Autopilot ausprobiert
Tesla Autopilot ausprobiert (01:37)

Mit mehr autonom fahrenden Fahrzeugen auf der Straße werden sich Unfälle und damit auch Prozesse mehren, in denen die Schuldfrage geklärt werden muss. Nach aktueller Gesetzeslage muss ein Autofahrer während der Fahrt jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug behalten. Auch muss er fahrtüchtig sein. Kürzlich nahm die Polizei in San Francisco einen Tesla-Fahrer fest(öffnet im neuen Fenster) , der betrunken am Steuer saß. Der Fahrer versuchte sich damit herauszureden, nicht er, sondern der Autopilot habe das Auto gesteuert.


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