Abo
  • IT-Karriere:

Cruise Automation: GM-Tochter präsentiert "erstes autonomes Serienauto"

Große Töne aus Detroit: Die GM-Tochterfirma Cruise Automation hat nach eigenen Angaben als erster Hersteller ein autonomes Auto zur Serienreife gebracht. Während die Software offenbar noch nicht fertig ist, sieht die Hardware alles andere als ansprechend aus.

Artikel veröffentlicht am ,
Das autonome Auto von Cruise Automation
Das autonome Auto von Cruise Automation (Bild: Cruise Automation)

Damit alle Leser es wirklich, wirklich glauben, hat Kyle Vogt es extra noch einmal hinter die Überschrift gesetzt: "Wie wir das erste wirklich selbstfahrende Auto gebaut haben (wirklich)" heißt sein Artikel auf der US-Plattform Medium. Darin beschreibt der Firmenchef und Gründer des US-Startups Cruise Automation, wie sein Unternehmen in den vergangenen Jahren mehrere Generationen selbstfahrender Autos entwickelt hat. Die dritte Generation, auf der Basis eines elektrischen Chevrolet Bolt, soll nun für die Massenproduktion tauglich sein.

  • Cruise Automation will ein serienreifes autonomes Auto entwickelt haben. (Bild: Cruise Automation)
  • Die Tochterfirma von General Motors lässt die Wagen auf Basis des Chevrolet Bolt in Michigan produzieren. (Bild: Cruise Automation)
  • Auf dem Dach sind fünf Rotations-Laserscanner montiert. (Bild: Cruise Automation)
  • Der auffällige Dachaufbau enthält zudem Kameras und vermutlich weitere Sensoren wie Radare. (Bild: Cruise Automation)
  • GM hat bereits 50 Autos produziert, die demnächst in San Francisco als Taxi-Dienst unterwegs sein sollen. (Bild: Cruise Automation)
Cruise Automation will ein serienreifes autonomes Auto entwickelt haben. (Bild: Cruise Automation)
Stellenmarkt
  1. Awinta GmbH, Bietigheim-Bissingen
  2. Rolf Weber KG, Schauenstein

"Das ist keine Konzeptstudie - es hat Airbags, Knautschzone und bequeme Sitze. Es wird in einer industriellen Fertigungshalle montiert, die 100.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren kann. Und wir wollen diese Fabrik auslasten", schreibt Vogt. Das Besondere an dem Fahrzeug: Es soll bereits von den Bauteilen her über alle erforderlichen Sensoren und redundanten Systeme verfügen, die nach Ansicht von Cruise Automation für ein autonomes Fahren erforderlich sind.

Auffällige Laserscanner auf dem Dach

Dass diese Hardware den Chevy Bolt nicht unbedingt attraktiver macht, zeigen die von Vogt veröffentlichten Fotos. Darauf ist eine komplexe Dachkonstruktion zu erkennen, die unter anderem fünf Rotationslaserscanner trägt. In dem Dachaufbau sowie unter dem Kühlergrill dürften sich weitere Sensoren wie Kameras und Radare befinden. Verschiedene Sensoren stecken vermutlich auch in den beiden groß dimensionierten Außenspiegeln. Über die genaue Sensorausstattung macht Vogt keine Angaben. Alleine die fünf Lidare dürften das Auto jedoch nicht gerade billig machen. Vom Preis und vom Aussehen her ist es daher für kommerzielle Betreiber wie Taxidienste konzipiert.

Laut Vogt hat Cruise für die dritte Generation den Chevy Bolt mit komplett neuem und fehlertolerantem System für Elektrik, Kommunikation und Aktuatorik ausgestattet. 40 Prozent der Bauteile seien neu, sagte er nach Angaben von Techcrunch. Das Auto ähnele inzwischen eher einem Flugzeug und verfüge über 4.085 Kabel und 1.066 Stecker. Ohne sorgfältige Montage würden die Fahrzeuge daher wegen Wackelkontakten und aufgescheuerter Kabel viel Zeit in der Werkstatt verbringen.

Redundante Systeme erforderlich

Dass autonome Fahrzeuge solche redundanten Systeme benötigen, ist in der Branche wenig umstritten. So stattet Audi seinen neuen A8 mit einem zusätzlichen Bremssystem aus, wenn dieser über den Staupiloten verfügt. Die Hersteller denken dabei auch daran, beispielsweise das Fahrzeug mit einseitigen Bremsen zu steuern, falls die Lenkung ausfällt. Diese Technik wird bereits seit langem beim Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) eingesetzt.

Zu guter Letzt stellt sich noch die Frage, ob das Auto von Cruise Automation über die erforderliche Software verfügt, um sicher und autonom über Autobahnen und durch Städte zu fahren. Vom Unternehmen veröffentlichte Videos zeigen, wie ihre Testwagen ohne menschlichen Eingriff sicher durch San Francisco steuern. Laut Techcrunch sagte Vogt jedoch, dass Auto könne autonom fahren, "wenn die Software fertig ist".

Erster Einsatz in San Francisco

General Motors' (GM) Vizepräsident für Autonomes Fahren, Doug Parks, dämpfte die Euphorie ebenfalls etwas. Es gebe noch viel zu tun, bis selbstfahrende Autos tatsächlich ohne Fahrer auf den Straßen unterwegs sein könnten. Zumindest hat das US-Repräsentantenhaus in der vergangenen Woche ein Gesetz beschlossen, das es Herstellern auf Basis von Sonderregelungen ermöglicht, in einigen Jahren bis zu 100.000 Testautos auf die Straße zu bringen.

Bislang hat GM in seiner Fabrik in Lake Orion im US-Bundesstaat Michigan 50 Exemplare des Autos gebaut. Diese sollen demnächst Firmenangehörigen in San Francisco für den Mitfahrdienst Cruise Anywhere zur Verfügung stehen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. mit Gutschein: NBBX570
  2. 64,90€ (Bestpreis!)
  3. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  4. 279,90€

LosDelPablos 16. Sep 2017

Hallo Herr Greis, vielen Dank :) Es ist so - man wird auf das Auto neugierig gemacht...

MAD_onna 15. Sep 2017

Maschinen zu besteuern.

Bigfoo29 15. Sep 2017

...die aber alle nicht (aktuelle) Zielgruppe der Daimler-Händler sind. Ein Neu-Wagen...

Dwalinn 15. Sep 2017

solange es kein autonomer Steinwerfer ist.

PearNotApple 15. Sep 2017

Autonome Autos werden nicht an Privatkunden verkauft, sondern üblicherweise an Taxi...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Ideapad S540 - Hands on (Ifa 2019)

Das Ideapad S540 hat ein fast unsichtbares Touchpad, das einige Schwierigkeiten bereitet. Doch ist das Gerät trotzdem ein gutes Ryzen-Notebook? Golem.de schaut es sich an.

Lenovo Ideapad S540 - Hands on (Ifa 2019) Video aufrufen
Atari Portfolio im Retrotest: Endlich können wir unterwegs arbeiten!
Atari Portfolio im Retrotest
Endlich können wir unterwegs arbeiten!

Ende der 1980er Jahre waren tragbare PCs nicht gerade handlich, der Portfolio von Atari war eine willkommene Ausnahme: Der erste Palmtop-Computer der Welt war klein, leicht und weitestgehend DOS-kompatibel - ideal für Geschäftsreisende aus dem Jahr 1989 und Nerds aus dem Jahr 2019.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Retrokonsole Hauptverantwortlicher des Atari VCS schmeißt hin

Banken: Die Finanzbranche braucht eine neue Strategie für ihre IT
Banken
Die Finanzbranche braucht eine neue Strategie für ihre IT

Ob Deutsche Bank, Commerzbank oder DKB: Immer wieder wackeln Server und Anwendungen bei großen Finanzinstituten. Viele Kernbanksysteme sind zu alt für aktuelle Anforderungen. Die Branche sucht nach Auswegen.
Eine Analyse von Manuel Heckel

  1. Bafin Kunden beklagen mehr Störungen beim Online-Banking
  2. PSD2 Giropay soll bald nahezu allen Kunden zur Verfügung stehen
  3. Klarna Der Schrecken der traditionellen Banken

Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment
Gemini Man
Überflüssiges Klonexperiment

Am 3. Oktober kommt mit Gemini Man ein ambitioniertes Projekt in die deutschen Kinos: Mit HFR-Projektion in 60 Bildern pro Sekunde und Will Smith, der gegen sein digital verjüngtes Ebenbild kämpft, betreibt der Actionfilm technisch viel Aufwand. Das Seherlebnis ist jedoch bestenfalls komisch.
Von Daniel Pook

  1. Filmkritik Apollo 11 Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise

    •  /