• IT-Karriere:
  • Services:

CRRC: China arbeitet an umspurfähigem Hochgeschwindigkeitszug

Eisenbahnfahrten zwischen Ländern haben oft ein grundsätzliches Problem. Der Abstand zwischen den Schienen ist nicht standardisiert. China macht es Spanien nach und will mit seiner Lösung sogar interkontinentale Direktverbindungen ermöglichen.

Artikel veröffentlicht am ,
China will Zugverbindungen in Nachbarländer verbessern. (Symbolbild)
China will Zugverbindungen in Nachbarländer verbessern. (Symbolbild) (Bild: Wang Zhao/AFP/Getty Images)

Chinas Eisenbahnhersteller arbeitet an einer umspurfähigen Version seiner Hochgeschwindigkeitszüge, wie die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Es handelt sich dabei um einen Zug, der 400 km/h in der Spitze erreichen kann. Nach den in China erreichten 350 km/h ist das der nächste Schritt mit dem konventionellen Rad-Schiene-System.

Stellenmarkt
  1. Würth Industrie Service GmbH & Co. KG, Bad Mergentheim, Großraum Würzburg
  2. Stadtverwaltung Eisenach, Eisenach

Chinas Züge haben allerdings den Nachteil, dass sie über einige Landesgrenzen nicht fahren können. Deswegen soll eine neue Generation von 400-km/h-Zügen umspurfähig werden. Xinhua nennt interkontinentalen Verkehr als das zu lösende Problem mit dem neuen Zug. CRRCs Zug soll neben der Normalspur auch auf Gleisen der Breitspur und sogar der Schmalspur fahren können. Genaue Informationen fehlen jedoch noch. Vermutlich hat CRRC unter anderem die russische Breitspur mit 1.520 Millimetern im Blick. In China fahren Hochgeschwindigkeitszüge auf der Normalspur von 1.435 Millimetern.

In Deutschland gibt es das Problem des Umspurens so gut wie gar nicht. Die große Eisenbahn fährt hierzulande weitestgehend in Normalspur. Das gilt auch für diverse Straßenbahnsysteme (Karlsruhe), die zum Teil zwischen Straßenbahn-Betriebsregeln (BOStrab) und EBO der großen Bahn arbeiten. Eine Ausnahme stellt das Straßenbahnnetz um Mannheim/Heidelberg herum dar. Es ist ein Meterspursystem, das zwischen BOStrab und ESBO, der Schmalspurversion der EBO, wechselt und damit auch eine wichtige Eisenbahn ist. Sonst sind es häufig Nebenbahnen oder Ausflugsbahnen, die abseits der Normalspur agieren. Ein Umspuren ist in Deutschland deswegen in der Praxis fast irrelevant.

Ein deutliches Gegenbeispiel in Europa ist Spanien. Dort wird traditionell die iberische Breitspur genutzt. Das Land unternahm in den vergangenen Jahrzehnten aber enorme Anstrengungen, um ein Hochgeschwindigkeitsbahnnetz aufzubauen. Dieses arbeitet in der Regel mit der Normalspur. Dementsprechend wurde in dem Land ein zweites Schienennetz aufgebaut, zuweilen parallel zu dem für den Personen- und Güterverkehr existierenden Breitspurnetz. Spanien hat daher ein großes Interesse an umspurfähigen Wagen. Dafür hat Spanien zahlreiche Umspuranlagen, durch die etwa ein Talgo 250 mit 15 km/h fahren kann. Auch Japan arbeitet an einem schnellen Umspurkonzept für den Shinkansen. Dieses Umspuren beim Fahren spart erheblich Zeit im Vergleich zum klassischen Umspuren, beispielsweise mit Austausch des Drehgestells.

Vermutlich wird der neue CRRC-Zug ähnlichen Komfort bieten, wobei das Umspuren in beide Spurrichtungen ungewöhnlich ist. China kann damit seinen Reisezugverkehr aber leicht in umliegende Gebiete erweitern. Die Mongolei, Russland und Kasachstan nutzen beispielsweise eine Breitspur. Nach Süden, Richtung Vietnam, Myanmar, Thailand und Malaysia, ist hingegen ein Schmalspurnetz üblich. Die Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nur auf einem Normalspurnetz möglich. Wie schnell der Zug in anderen Netzen sein kann, ist noch unbekannt. Der Velaro in Russland (RZD Sapsan), der mit dem deutschen ICE 3 verwandt ist, fährt beispielsweise auf der Breitspur regulär mit 250 km/h. Recherchen von Golem.de nach findet sich im Schmalspurnetz kein regulärer Verkehr jenseits der 200 km/h.

Für einen interkontinentalen Hochgeschwindigkeitsverkehr fehlt es allerdings noch an erheblicher Infrastruktur. Man kann perspektivisch nur davon ausgehen, dass die Züge umsteigefreie Verbindungen in Nachbarländer bieten können. Reguläre Euroasia-Züge gibt es vor allem im Güterverkehr, der mitunter ein paar Wochen braucht. Im Personenverkehr braucht ein Direktzug nur etwa eine Woche.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. RU7099 70 Zoll (178 cm) für 729,90€ (Vergleich 838€), RU7179 75 Zoll (189 cm) für 889...
  2. (Arthouse Cnma, RTL Crime, StarzPlay jeweils 3 Monate für 0,99€/Monat)
  3. 649,00€ (Vergleichspreise ab 718,99€)
  4. (aktuell u. a. MSI Optik MAG271CP Gaming-Monitor für 279,00€, Corsair Gaming Void Pro 7.1...

rookie3 30. Jul 2019

Spanien hat schon seit den 80er Jahren Umspuranlagen. Die Technologie wurde dann auch...

rookie3 30. Jul 2019

Doch, genau das war auch der Grund für die Breitspur in Spanien.

Snorr 30. Jul 2019

Das würde nur unter den Annahmen zutreffen, dass alle Züge: a) das gleiche Ziel haben b...

davidcl0nel 30. Jul 2019

Danke für die Richtigstellung! Dann hab ich wohl wirklich die andere gesehen, oder es...

anonym 29. Jul 2019

Naja, um mit dieser Zugkategorie sinnvoll nach Hanoi und weiter in den Süden zu kommen...


Folgen Sie uns
       


Warcraft 3 Classic und Warcraft 3 Reforged im Vergleich

Classic vs Reforged: Im Video vergleicht Golem.de die Grafik der ursprünglichen Fassung von Warcraft 3 mit der von Blizzard erstellten Neuauflage.

Warcraft 3 Classic und Warcraft 3 Reforged im Vergleich Video aufrufen
Nasa: Boeing umging Sicherheitsprozeduren bei Starliner
Nasa
Boeing umging Sicherheitsprozeduren bei Starliner

Vergessene Tabelleneinträge, fehlende Zeitabfragen und störende Mobilfunksignale sollen ursächlich für die Probleme beim Testflug des Starliner-Raumschiffs gewesen sein. Das seien aber nur Symptome des Zusammenbruchs der Sicherheitsprozeduren in der Softwareentwicklung von Boeing. Parallelen zur Boeing 737 MAX werden deutlich.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Boeings Starliner hatte noch einen schweren Softwarefehler
  2. Boeing 777x Jungfernflug für das größte zweistrahlige Verkehrsflugzeug
  3. Boeing 2019 wurden mehr Flugzeuge storniert als bestellt

O2 Free Unlimited im Test: Telefónica macht echte Datenflatrate erschwinglich
O2 Free Unlimited im Test
Telefónica macht echte Datenflatrate erschwinglich

Telefónica startet eine kleine Revolution im Markt für Mobilfunktarife: Erstmals gibt es drei unterschiedliche Tarife mit unlimitierter Datenflatrate, die sich in der maximal verfügbaren Geschwindigkeit unterscheiden. Wir haben die beiden in der Geschwindigkeit beschränkten Tarife getestet und sind auf erstaunliche Besonderheiten gestoßen.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Telefónica Neue O2-Free-Tarife verlieren endloses Weitersurfen
  2. O2 My Prepaid Smartphone-Tarife erhalten mehr ungedrosseltes Datenvolumen
  3. O2 Free Unlimited Basic Tarif mit echter Datenflatrate für 30 Euro

Kommunikation per Ultraschall: Nicht hörbar, nicht sichtbar, nicht sicher
Kommunikation per Ultraschall
Nicht hörbar, nicht sichtbar, nicht sicher

Nachdem Ultraschall-Beacons vor einigen Jahren einen eher schlechten Ruf erlangten, zeichnen sich mittlerweile auch einige sinnvolle Anwendungen ab. Das größte Problem der Technik bleibt aber bestehen: Sie ist einfach, ungeregelt und sehr anfällig für Missbrauch.
Eine Analyse von Mike Wobker


      •  /