Crowdsourcing: Wer ist eigentlich Andromeda?

Wissenschaftler bitten Freizeitforscher um Hilfe bei der Auswertung von Bildern, die das Weltraumteleskop Hubble vom Andromeda-Nebel aufgenommen hat. Die Nutzer sollen auf den hochaufgelösten Fotos unter anderem Sternenformationen markieren. Ziel des Projekts ist die Kartierung des Andromeda-Nebels.

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Andromeda-Galaxie: über 10.000 hochaufgelöste Fotos
Andromeda-Galaxie: über 10.000 hochaufgelöste Fotos (Bild: Robert Gendler)

Irgendwann in ferner Zukunft werden der Andromeda-Nebel und die Milchstraße miteinander verschmelzen. Aber was rast da eigentlich mit schwindelerregender Geschwindigkeit auf uns zu? Wissenschaftler aus Europa und den USA nehmen die Galaxie gerade unter die Lupe und bitten Hobbyastronomen um Mithilfe.

  • Der Andromeda-Nebel (Bild: Robert Gendler)
Der Andromeda-Nebel (Bild: Robert Gendler)
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Andromeda, auch Messier 31 oder M 31 genannt, ist die unserer Milchstraße am nächsten gelegene Spiralgalaxie - und seit 2010 ein bevorzugtes Motiv des Weltraumteleskops Hubble. Über 10.000 sehr hoch aufgelöste Fotos hat das Teleskop bereits zur Erde gefunkt. Weitere sollen folgen, die letzten voraussichtlich im Sommer 2013.

Haufen ohne Muster

Ziel ist es, anhand der Bilder ein Drittel des Andromeda-Nebels zu kartieren. Die Hubble-Bilder könnten, so vermuten die Wissenschaftler, mehr als 2.500 Sternenhaufen zeigen. Nach monatelanger Auswertungsarbeit haben sie aber erst 600 identifizieren können. Denn Sternenhaufen entziehen sich der automatisierten Auswertung durch Mustererkennungssoftware.

Deshalb sollen jetzt Internetnutzer helfen. Dafür wurde eigens die Website Andromeda Project eingerichtet. Auf der Seite können sich Nutzer registrieren und dann bei der Datenauswertung mitwirken. Bevor es losgeht, erhält der Nutzer eine kurze Einführung. Astronomische Vorkenntnisse seien nicht nötig, sagen die Forscher.

Sternenhaufen, Galaxien, Artefakte

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Kartiert wird ein Teil der Scheibe der Spiralgalaxie, also der äußere Bereich. Auf den Bildern erscheinen die Sternenhaufen als blaue Cluster, die der Nutzer einkreisen soll. Durch die Andromeda-Scheibe können auch dahinterliegende Galaxien durchscheinen, die ebenfalls markiert werden sollen. Zudem soll er Artefakte wie Lichtreflexe, die bei der Aufnahme entstehen, identifizieren.

Das sei ganz einfach, sagt Cliff Johnson von der Universität des US-Bundesstaates Washington in Seattle und einer der Initiatoren des Projekts. "Wir hoffen, dass die Leute sich vorkommen, als spielten sie ein Onlinespiel, aber eines, das den Astronomen bei der Arbeit hilft."

Entwicklung einer Galaxie

Sternenhaufen sind Gruppierungen von Sternen, die aus der gleichen Gaswolke entstanden sind. Da sie ähnlichen Alters sind und eine ähnliche Zusammensetzung haben, lässt sich an ihnen gut die Entwicklung einer Galaxie studieren.

"Wir haben ein ganz gutes Verständnis davon, wie sich Sterne, wenn sie einmal geboren sind, entwickeln", erläutert Anil Seth, Astronom an der Universität des US-Bundesstaates Utah in Salt Lake City. "Aber wir wissen nicht en détail, wie Galaxien entstehen und wie sich Sterne in diesen Galaxien bilden. Andromeda eignet sich am besten dafür, diese Prozesse zu erforschen."

Auf Kollisionskurs

Es gibt noch einen Grund, weshalb Andromeda von Interesse ist: Die Galaxie befindet sich auf Kollisionskurs mit der Milchstraße: Anhand der von Hubble gesammelten Daten haben Forscher errechnet, dass Andromeda und Milchstraße miteinander kollidieren und schließlich zu einer Galaxie verschmelzen werden.

Dass sich beide aufeinander zu bewegen, war bekannt. Allerdings konnten Forscher erst aufgrund der von Hubble gesammelten Daten errechnen, dass sie sich treffen werden. Die Simulation ergab, dass Milchstraße und Andromeda mehrmals kollidieren und dann zu einer Galaxie werden. Bis dahin wird es aber noch dauern: Obwohl die Galaxien mit 400.000 Kilometern pro Stunde aufeinander zu rasen, wird die erste Begegnung erst in etwa vier Milliarden Jahren stattfinden. Zwei Milliarden Jahre später werden die beiden Galaxien verschmelzen.

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