Crowdfunding: Si14 sucht Unterstützung für Datenbrille Glass Up

Um seine Datenbrille Glass Up produzieren zu können, will das italienische Unternehmen Si14 per Crowdfunding Geld einsammeln. Ist die Kampagne erfolgreich, soll der Google-Konkurrent Anfang 2014 auf den Markt kommen.

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Prototyp von Glass Up (auf der Cebit 2013): Texte und einfache Bilder
Prototyp von Glass Up (auf der Cebit 2013): Texte und einfache Bilder (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

Crowdfunding für einen Google-Glass-Konkurrenten: Das italienische Unternehmen Si14 sucht nach finanzieller Unterstützung für seine Datenbrille Glass Up. Si14 hatte einen Prototyp dieses Jahr auf der Cebit vorgestellt.

Glass Up ist eine Datenbrille, in der sich der Träger unterschiedliche Nachrichten einblenden lassen kann. Die Daten werden über den Funkstandard Bluetooth vom Smartphone auf die Brille übertragen. Ein kleiner Projektor im rechten Brillenbügel projiziert die Texte über Spiegel und Linsen in das rechte Brillenglas. Auch die anderen elektronischen Bauteile - Akku, Prozessor, Sensoren, Speicher und der Funkchip - sind ebenfalls in das Gestell integriert.

Die Auflösung des Projektors beträgt 320 x 240 Pixel. Das reiche aus, um Texte und einfache Bilder wie Pfeile in einer Navigations-App oder Icons darzustellen, erklärte Francesco Giartosio, Chef und Gründer des Unternehmens, Golem.de im Frühjahr. Für die Darstellung von Bildern oder Videos sei die Brille nicht gedacht.

Touchpad im Gestell

Bedient wird die Brille über ein Touchpad im Gestell, das die üblichen Gesten wie einfaches und doppeltes Tippen, längeres Drücken oder vertikales und horizontales Wischen erkennt. Si14 will eine davon für das Ein- und Ausschalten reservieren. Die übrigen können Entwickler mit eigenen Funktionen für ihre Apps belegen - Glass Up hat eine offene Schnittstelle, damit Drittanbieter weitere Apps dafür entwickeln können. Ein Software Development Kit hat Si14 im Mai 2013 vorgestellt. Die Brille wiegt rund 65 Gramm. Der Akku soll einen Tag lang halten.

Mails, Textnachrichten oder Kalendereinträge erscheinen dem Betrachter in der Mitte seines Gesichtsfelds. Das sei ein Vorteil gegenüber Googles Datenbrille, sagt Giartosio: Dort erschienen die Daten in einer oberen Ecke des Gesichtsfelds, weshalb der Nutzer die Augen verdrehen müsse, um sie lesen zu können. Einen Gesprächspartner könne das irritieren.

Keine Kamera - oder doch?

Da die Brille keine Kamera habe, stelle sie zudem keine Gefahr für die Privatsphäre dar wie Googles Datenbrille, erklärt Si14. Allerdings hat das Unternehmen bereits eine Version einer Kamera angekündigt. Die ersten Brillen werden nur dazu da sein, Nachrichten zu empfangen.

Sie hätten viele Interessenten für die Brille, sagt Giartosio. Jetzt gehe es darum, die Brille zu produzieren und auf den Markt zu bringen. Um die Serienfertigung vorzubereiten, braucht Si14 Geld, das das Unternehmen über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo sammeln will. Ziel ist, bis zum 8. August 150.000 US-Dollar zu bekommen. Bisher läuft die Crowdfunding-Kampagne jedoch noch nicht so erfolgversprechend: Es sind erst rund 6.700 US-Dollar zusammengekommen.

Auslieferung Anfang 2014

Die ersten 100 Datenbrillen gibt es für eine Zusage von knapp 200 US-Dollar. Danach gibt es sie für knapp 300 US-Dollar. Für diesen Preis sollen sie später auch im Handel zu erhalten sein. Das zumindest hat Giartosio im März angekündigt. Damit sei Glass Up auch deutlich günstiger als Google Glass. Die ersten Brillen wollen die Italiener Anfang kommenden Jahres ausliefern.

Offensichtlich ist es bei der Entwicklung zu Verzögerungen gekommen: Im Frühjahr hatte Giartoso Golem.de noch gesagt, dass Glass Up im September dieses Jahres auf den Markt kommen werde. Auch die Crowdfunding-Kampagne startet offensichtlich später: Si14 hatte den Start für April angekündigt - und auch nicht bei Indiegogo, sondern bei Kickstarter.

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