Crowdfunding: Kickstarter versteckt erfolglose Projekte

Der Crowdfunding-Dienst Kickstarter verbirgt erfolglose Projekte vor Suchmaschinen. Eine Website macht sie wieder zugänglich - damit neue Nutzer daraus lernen können.

Artikel veröffentlicht am , Eike Kühl/Zeit Online
Kickstarter funktioniert vor allem für Hardware, Software und Videospiele.
Kickstarter funktioniert vor allem für Hardware, Software und Videospiele. (Bild: Screenshot Zeit Online)

Crowdfunding-Dienste wie Kickstarter, Indiegogo oder Rockethub sind erfolgreich. Ob Uhren oder Schuhe, ob Videospiele oder gleich ganze Spielkonsolen, ob Filme oder die Fortsetzung von TV-Serien wie Stromberg - alles lässt sich über viele kleine Geldbeträge von Fans und Freunden finanzieren. Alles? Nun, nicht alles. So erfolgreich viele Projekte auch sind, so schwer ist es, die weniger erfolgreichen zu finden. Denn Kickstarter versteckt sie.

Inhalt:
  1. Crowdfunding: Kickstarter versteckt erfolglose Projekte
  2. Die 'Kickback Machine' macht alle Projekte öffentlich

Das entdeckte der Technikjournalist Dan Misener bereits Ende Mai. Er fand heraus, dass im HTML-Code von unzureichend finanzierten Projekten ein kleiner Code-Schnipsel zu finden ist, der erfolgreichen Projekten fehlt. Dieses sogenannte Meta-Element sagt den Suchmaschinen, sie sollen die jeweilige Seite nicht in ihren Index aufnehmen. So lassen sich unterfinanzierte Projekte zwar noch über die interne Suche auf Kickstarter finden, auf den Übersichtsseiten oder in Suchmaschinen aber tauchen sie nicht mehr auf.

Kritiker der Crowdfunding-Seite argumentierten, dass das Unternehmen versuche, sich in einem möglichst positiven Licht darzustellen und neuen Nutzern erfolglose Kampagnen zu verschweigen.

Misener hingegen glaubt nicht an die Verschleierung von Fakten. Aus Unternehmersicht, so Misener, sei es schließlich verständlich, abgeschlossene Projekte nicht weiter zu zeigen und sich stattdessen auf laufende Kampagnen zu konzentrieren.

Kickstarters Kogründer Yancey Strickler äußerte sich ähnlich: Man wolle damit lediglich vermeiden, dass die Namen der Projektinhaber und ihre erfolglosen Projekte prominent bei Google auftauchen, man wolle sie also gewissermaßen schützen.

Weniger als die Hälfte aller Projekte erreicht das Ziel

Das klingt plausibel. Und doch gab Miseners Entdeckung Grund für weitere Fragen über das Innenleben des Crowdfunding-Dienstes. Etwa, wie hoch der Anteil der unzureichend finanzierten Projekte tatsächlich ist. Bis dato hatte Kickstarter sich zwar mit zahlreichen Erfolgsgeschichten gekrönt, genaue Zahlen über nicht erfolgreiche Projekte und die dafür aufgebrachten Mittel aber gab das Unternehmen nicht heraus.

Die Bloggerin Jeanne Pi aber wollte es genauer wissen und führte eine eigene Untersuchung der Kickstarter-Kampagnen durch. Sie kam zu dem Ergebnis, das nur knapp die Hälfte aller Produkte auch die geforderten Mittel erhält und demnach die andere Hälfte rasch wieder von der Seite verschwindet.

Pis Analyse stieß auf Kritik. So nutzte sie ursprünglich nur eine unvollständige Datensammlung, zum anderen ließ sie wichtige Faktoren außer Acht. Etwa, dass man die Kampagnen nicht einfach in erfolgreich und nicht erfolgreich teilen kann, ohne dabei die Größe des Projekts miteinzubeziehen. Denn Kampagnen mit einer hohen Zielvorgabe sind schwieriger zu finanzieren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Die 'Kickback Machine' macht alle Projekte öffentlich 
  1. 1
  2. 2
  3.  


DennisV2 24. Aug 2012

Steht doch direkt auf der ersten Seite von kickstarter! "If the project succeeds in...

fratze123 20. Aug 2012

viel mehr interessieren mich projekte, die scheitern, NACHDEM sie finanziert wurden...

madMatt 20. Aug 2012

Macht Ihr doch auch so, oder wo ist da jetzt der Unterschied? Wenn ich sämtliche Artikel...

dollar 18. Aug 2012

http://www.gulli.com/news/12846-g-data-versus-gamerdeals-update-2010-06-03 http://board...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
OpenAI
Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store

Nur einen Tag, nachdem OpenAI ChatGPT für Entwickler geöffnet hat, lassen sich Angebote finden, die es nicht geben dürfte.

OpenAI: Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store
Artikel
  1. AVM: Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht zum Einsatz
    AVM
    Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht "zum Einsatz"

    Huawei hat einen großen Patentpool zu Wi-Fi 6. Fritzbox-Hersteller AVM hat die Patente nach eigenen Angaben in seinen Wi-Fi-6-Routern nicht genutzt, will sie aber dennoch für ungültig erklären lassen.

  2. LTE: Kaum weniger Funklöcher in Deutschland
    LTE
    Kaum weniger Funklöcher in Deutschland

    Während bei 5G viel ausgebaut wurde, haben die Netzbetreiber zu wenig LTE-Funklöcher geschlossen. Das ergab zumindest eine Auswertung von Verivox.

  3. E-Corner: Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken
    E-Corner
    Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken

    Die Hyundai-Tochter Mobis präsentiert eine Technik, mit der sich die Autoräder seitlich drehen lassen, um das parallele Einparken zu erleichtern.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /