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Gondel mit 24 Kameras: Handwärmer hält die Elektronik warm
Gondel mit 24 Kameras: Handwärmer hält die Elektronik warm (Bild: SSC)

Crowdfunding: Briten planen virtuellen Raumflug mit Oculus Rift

Gondel mit 24 Kameras: Handwärmer hält die Elektronik warm
Gondel mit 24 Kameras: Handwärmer hält die Elektronik warm (Bild: SSC)

Wer nicht die Gelegenheit hat, real ins All zu fliegen - also 99,999992 Prozent von uns -, soll es wenigstens virtuell können: Britische Wissenschaftler wollen einen virtuellen Raumflug kreieren, den Nutzer mit dem Oculus Rift, auf dem Computer oder dem Smartphone nacherleben können.

530 Menschen hatten bisher die Möglichkeit, die Erde aus dem Weltraum zu betrachten. Die übrigen rund 7 Milliarden Erdbewohner sollen zumindest die Chance auf eine virtuelle Reise bekommen. Die aktuelle Technik gebe uns die Möglichkeit und die Mittel, unsere Augen und Ohren hinzuschicken, sagt Aaron Knoll, Initiator des Kickstarter-Projekts Virtual Ride to Space using the Oculus Rift.

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Augen und Ohren sind in dem Fall eine Kameragondel, die mit einem Fallschirm ausgestattet und an einen Wetterballon gehängt wird. Der steigt auf und klinkt die Kameragondel in etwa 20 Kilometern Höhe aus. Sie sinkt am Fallschirm zu Boden, während die Kameras filmen.

Gondel mit 24 Kameras

Als Kameras nehmen Knoll und seine Kollegen 24 Actionkameras des Typs Gopro Hero 3, die in drei Reihen à sechs Kameras angebracht werden. Sie haben einen vertikalen Aufnahmewinkel von gut 94 Grad und einen horizontalen Aufnahmewinkel von knapp 123 Grad. Das bedeutet genug Überschneidung, um die einzelnen Videosequenzen zu einem Panoramavideo zu montieren.

  • Der geplante Aufbau mit Gondel, Fallschirm und Wetterballon (Bild: SSC)
  • Schnittmodell der Kameragondel (Bild: SSC)
  • Die 24 Kameras überlagern sich vertikal... (Bild: SSC)
  • ... und horizontal, um die Videos später montieren zu können. (Bild: SSC)
Der geplante Aufbau mit Gondel, Fallschirm und Wetterballon (Bild: SSC)

In der Gondel sind zudem eine Reihe von Sensoren untergebracht, darunter ein Magnetometer und Gyroskope, die die Position und die Ausrichtung der Gondel erfassen: Diese wird sich während des Gleitfluges drehen und schwanken. Die Bewegungen müssen bei der Nachbearbeitung korrigiert werden. Gesteuert wird die Sensorik von einem Arduino-Controller. Zu der Ausstattung gehört zudem ein Handwärmer, der dafür sorgt, dass die Elektronik bei durchschnittlichen Temperaturen von minus 55 Grad nicht unterkühlt. Ein Spot Satellite Messenger meldet den Ort der Landung, damit die Gondel auch wiedergefunden wird.

Raumflug mit Oculus Rift,...

Das Material wird zu einem 360-Grad-Video montiert, das Nutzer mit der VR-Brille Oculus Rift betrachten sollen. Das soll ihnen einen "immersiven Panoramablick auf die Erde" ermöglichen. Der Nutzer kann seinen Fall durch den Raum auch modifizieren: Er kann ihn beschleunigen oder verlangsamen, und er kann ihn sogar umkehren, so dass er nicht zur Erde schwebt, sondern von ihr weg.

Eine Tonspur soll die Erfahrung komplettieren: Dazu gehört Originalton, der durch eine passende Musik ergänzt wird. Wem die Musik nicht gefällt, der kann sie einfach durch seine eigene im MP3-Datei vorliegende ersetzen.

...mit Computer oder Smartphone

Die Nutzer müssten aber keine VR-Brille haben, um den virtuellen Raumflug zu genießen, erklären die Initiatoren: Es werde auch eine Version der Software für das Smartphone sowie eine für den Computer geben. Erstere wird über die Lagesensoren des Smartphones gesteuert, Letztere mit der Maus, ähnlich wie bei einem Egoshooter.

Hinter dem Projekt steckt das Surrey Space Centre (SSC), das an der Universität von Surrey in Guildford, südwestlich von London, angesiedelt ist. Das SSC hat den ersten Phonesat, einen Satelliten, dessen Gehirn ein Android-Smartphone ist, konstruiert und in die Umlaufbahn schießen lassen.

Finanzierung per Crowdfunding

Über eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Kickstarter wollen die Initiatoren 30.000 britische Pfund, umgerechnet rund 36.500 Euro, zusammenbekommen, um das Projekt finanzieren zu können. Die Version der Software für den Computer gibt es für 30 Pfund, etwa 36 Euro, die für das Smartphone für 35 Pfund, knapp 43 Euro.

Wer das volle Erlebnis mit der VR-Brille Oculus Rift haben möchte, muss 50 Pfund, knapp 61 Euro, spenden. Außerhalb Großbritanniens kommen noch Versandkosten von 5 Pfund, etwa 6 Euro, hinzu.

Die Kampagne läuft noch bis zum 3. April. Im Juni dieses Jahres wird die Gondel getestet, im Juli sollen die Aufnahmen stattfinden. Im September wollen die Forscher mit der Nachbearbeitung und der Softwareentwicklung beginnen. Die Software soll im April 2015 in allen drei Versionen fertig sein.


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hw75 05. Mär 2014

Investition: 6000 Euro für die Gopros (kann man sogar evtl danach weiterverkaufen), paar...



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