Service-App als Anreiz

Die Nutzer müssen eine App installieren, um an dem Crowd Management teilzunehmen. Um möglichst viele zu motivieren, wird das Crowd Sensing in eine Service-App integriert, deren Nutzung dem Smartphonebesitzer einen Mehrwert bietet. Bei ihrem ersten Großeinsatz bei den Olympischen Spielen in London im August 2012 wurde die Crowd-Sensing-Technik in die offizielle Olympia-App integriert.

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Ein ganz wichtiger Punkt bei so einem Projekt sei der Datenschutz, sagt Franke. Darauf hätten sie bei der Entwicklung besonderen Wert gelegt. Sogar eine eigene Ethikkommission sei dafür eingerichtet worden. So werde das System nur aktiviert, wenn eine Veranstaltung stattfinde, und das auch nur in dem entsprechenden Gebiet. Dann funktioniert es wie folgt: Der Nutzer wird dann über die App darüber informiert, dass und welche Daten erhoben werden. Er muss dem explizit zustimmen. Verlässt er den Umkreis der Veranstaltung, fällt er aus der Beobachtung. Außerhalb der Zeit des Ereignisses bleibt das System ohnehin abgeschaltet, es werden keine Daten erhoben. Die Positionsdaten werden zudem verschlüsselt übertragen.

Keine personenbezogenen Daten

Die Erfassung erfolgt anonym, ohne personenbezogene Daten. Einem Gerät werde eine ID dynamisch zugewiesen. Von der ID könne nicht auf das Gerät zurückgeschlossen werden. Verlässt der Nutzer die Veranstaltungszone, verfällt diese. Nicht einmal für die Kommunikation werden Daten gebraucht: Das System nutzt ein eigenes, proprietäres Benachrichtigungssystem, das die Anonymität wahrt, und nicht SMS - um einem Empfänger eine SMS zu schicken, müsse dessen Mobilfunknummer gespeichert sein.

Nach der Veranstaltung können die Daten ausgewertet werden, um künftige Ereignisse effizient organisieren zu können, etwa wo Absperrungen aufgestellt oder wo Wege freigemacht werden müssen. Allerdings ließen sich die Daten nicht nur für die Leitung und Handhabung der Menschen nutzen, sagt Franke: Die Auswertung zeige, welche Wege die Besucher zu einem Stadion oder einem Veranstaltungsort wählten. Entsprechend könnten dann Imbissbuden oder Werbetafeln erfolgversprechend aufgestellt werden.

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Das System wurde unter anderem beim Wiener Stadtmarathon und bei der Lord Mayor's Show in London getestet und dann bei den Olympischen Spielen eingesetzt. Anschließend hätten sie eine Befragung der Nutzer durchgeführt, erzählt der DFKI-Wissenschaftler. Nach der Lord Mayor's Show hätten 80 Prozent der Nutzer angegeben, sie hätten die App nützlich gefunden. 93 Prozent sagten, sie würden den Hinweisen auch nachgehen.

Anlass für das Projekt sei das Unglück bei der Love Parade in Duisburg 2010 gewesen, sagt Franke. Damals starben bei einer Massenpanik 21 Menschen. Die Wissenschaftler hätten ein System schaffen wollen, mit dem sich solche Ereignisse verhindern lassen, erzählt der Forscher im Gespräch mit Golem.de. Das DFKI stellt das System auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin vor (Halle 11.1 Tecwatch, Stand 3).

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 Crowd Management: Smartphone soll Massenpanik verhindern
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