Creative Commons: "CC ist nur ein Patch, keine Reparatur des Urheberrechts"

Die Organisation Creative Commons (CC) sieht ihre Arbeit nur als Teil einer weltweiten Reform von Urheber- und Nutzungsrechten. Dies stellt CC nun in einer Stellungnahme klar. Zu viele Nutzer hätten in der Existenz von CC-Lizenzen schon eine Lösung des Problems gesehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Dieses Logo der CC verdeutlicht Arbeiten am Urheberrecht.
Dieses Logo der CC verdeutlicht Arbeiten am Urheberrecht. (Bild: Creative Commons)

In einer knappen und lange verhandelten Stellungnahme betont Creative Commons, die Organisation hinter den bekannten CC-Logos, dass durch die von ihr verwalteten Lizenzen eine Reform des Urheberrechts nicht überflüssig werde. Vielmehr hebt das Gremium hervor: "CC ist nur ein Patch und keine Reparatur für die Probleme der Systeme des Urheberrechts." Die Verfasser verwenden dabei den englischen Begriff "Copyright", der im Sprachgebrauch sowohl die Rechte von Urhebern als auch Nutzungsrechte zusammenfasst.

"Es ist sicherlich nicht der Fall", so die CC weiter, dass der Erfolg der CC-Lizenzen eine Reform des Urheberrechts überflüssig mache. Vielmehr seien auch die eigenen Lizenzen an einen rechtlichen Rahmen gebunden, innerhalb dessen sie vergeben werden könnten. Echte Änderungen von Gesetzen hält die CC aber weiterhin für nötig.

In einer viel ausführlicheren Erklärung zur kurzen Stellungnahme führt die 2001 gegründete Organisation aus, dass sie sich nach wie vor als Teil der Bestrebungen zu Reformen des Urheberrechts verstehe. Dabei könne die CC aber vor allem aus rechtlichen Gründen keine besonders aktive Rolle spielen. Sie sei eine in den USA als gemeinnützig anerkannte Organisation, für die strenge Regeln im Bezug auf Lobbyismus gälten. Beispielsweise würden sämtliche öffentliche Äußerungen von CC-Mitarbeitern und auch Auftritte bei Konferenzen dokumentiert.

Strengere Gesetze als Gefahr für CC

Zu der Stellungnahme sah sich die CC nach den Erfahrungen des Jahres 2012 gedrängt, als internationale Abkommen wie Acta und Sopa/Pipa in der Öffentlichkeit häufig diskutiert wurden. In ihrer ausführlichen Erklärung schreibt die CC: "Wenn immer striktere Urheberrechtsregelungen als Gesetze verabschiedet werden, kann das die CC-Lizenzen nutzlos machen".

Anders als häufig angenommen, sind Werke mit CC-Logo keineswegs in jedem Fall in dem Sinn gemeinfrei, dass sie beliebig kopiert, verändert und erneut verbreitet werden könnten. Gemeinsam ist allen sechs Lizenztypen nur, dass ein damit gekennzeichnetes Werk kostenlos verteilt werden darf. Bei der restriktivsten Lizenz mit dem Kürzel CC BY-NC-ND ist aber beispielsweise die kommerzielle Nutzung verboten.

Allein schon die Tatsache, dass die Verbreitung von Werken unter CC bisher erlaubt ist, verdankt sich aber dem Umstand, dass ein Urheber solche Nutzungs- und Verbreitungsrechte in vielen Rechtsordnungen selbst bestimmen kann. Die CC sieht diese Freiheiten durch Verschärfungen von Urheberrechtsgesetzen gefährdet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Updates für GPT-3 und GPT-4
GPT im Geschwindigkeitsrausch

OpenAIs Updates für GPT-4 und GPT-3 machen die Modelle zuverlässiger, vor allem aber anpassungsfähiger. Die Änderungen und neuen Features im Detail.
Von Fabian Deitelhoff

Updates für GPT-3 und GPT-4: GPT im Geschwindigkeitsrausch
Artikel
  1. Candy Crushed: Royal Match wird profitabelstes Mobile Game
    Candy Crushed
    Royal Match wird profitabelstes Mobile Game

    Die langanhaltende Dominanz von Candy Crush Saga ist vorbei. Das meiste Geld verdient jetzt ein Start-up aus Istanbul mit einem Puzzlespiel.

  2. Datenschutz: ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern
    Datenschutz
    ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern

    Eigentlich sollte der Chatbot auf diese Anfrage gar nicht antworten. Tut er es dennoch, lauern womöglich noch viel brisantere Informationen.

  3. Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
    Donald E. Knuth
    30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

    Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /