Crackas with Attitude: Hacker bedrohten Familien von US-Regierungsbeamten

Ein Mitglied der Gruppe Crackas with Attitude hat sich vor Gericht schuldig bekannt, den CIA-Chef und andere hochrangige US-Regierungsmitarbeiter per Social Engineering angegriffen zu haben. Nach dem Hack ging die Gruppe in geschmackloser Weise auch gegen die Familien der Opfer vor.

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Die Crackas With Attitude haben eins nicht - Haltung.
Die Crackas With Attitude haben eins nicht - Haltung. (Bild: Vincent Diamante/CC-BY-SA 2.0)

Der 24-jährige US-Amerikaner Justin Gray Liverman hat sich schuldig bekannt, unter dem Decknamen Crackas with Attitude an Hacks gegen den CIA-Chef John Brennan, den Nationalen Geheimdienstdirektor James Clapper und den Ehemann von Jen Psaki, die Kommunikationschefin der Obama-Regierung im Weißen Haus und weitere Regierungsmitarbeiter beteiligt gewesen zu sein, wie Ars Technica berichtet. Die Zugänge wurden zum größten Teil per Social Engineering erlangt.

Liverman und ein Komplize wurden bereits im vergangenen September festgenommen, zahlreiche Fehler der Hacker hatten das FBI auf die Fährte der jungen Männer geführt. Livermann drohen nach dem Computer Fraud and Abuse Act bis zu fünf Jahre Haft und eine hohe Geldstrafe.

Zur Begründung der Hacks hatte die Gruppe damals unter anderem die Nahostpolitik der Regierung und den Umgang mit Edward Snowden angegeben. "Sie redet krude Scheiße über Snowden", soll Liverman in einem Chat vom 10. Dezember 2015 an den Ehemann von Psaki über dessen Frau geschrieben haben. Außerdem suchte er den Protokollen zufolge nach der privaten Handynummer von Psaki selbst.

Einem der anderen Opfer, in den Gerichtsdokumenten nur als "Opfer 2" bezeichnet, drohte die Gruppe offenbar per SMS-Nachrichten wie: "Wir werden ein genaues Auge auf Ihre Familie werfen, besonders auf Ihren Sohn." In der Nachricht soll sich auch ein Foto des angesprochenen Sohnes befunden haben, das ebenfalls bei den Hacks entwendet wurde.

Aufforderung zum Anrufen

Die entsprechende Handynummer wurde auch in öffentlichen Foren gepostet, die Hacker forderten dazu auf, massenhaft Nachrichten dahin zu senden. In dem Forum stand: "Diese Nummer wird nur für 24 Stunden aktiv sein, also ruf mich bitte an oder schicke SMS, wenn du mit mir reden willst. Ich akzeptiere auch Nacktbilder." In einem Chat mit dem Gruppenmitglied Cracka schrieb Liverman danach: "Wenn wir Opfer 2 dazu bringen könnten, zu swatten, wäre das großartig". Mit Swatting wird ein falscher Alarm bei Polizeibehörden bezeichnet, bei dem der Anrufer eine angebliche Gewalttat berichtet und so den Einsatz eines Swat-Teams provoziert.

Die Gruppe hatte auch zahlreiche Dokumente veröffentlicht, darunter einen mehr als 40-seitigen Antrag auf Geheimfreigabe (SF86) von John Brennan. Neben persönlichen Informationen des Geheimdienstdirektors selbst waren auch private Informationen seiner Frau und zahlreicher Freunde darin enthalten. Wikileaks publizierte das Dokument in unverantwortlicher Weise später komplett unredigiert.

Die Courage Foundation, die auch Whistleblower und den Fall von Lauri Love verteidigt, hat auch die Verteidigung von Liverman übernommen. Sarah Harrison bezeichnete die Aktionen der Gruppe als wichtig: "Ohne CWA wüsste die Öffentlichkeit nicht, dass der CIA-Chef unzureichende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hat."

Außerdem fordert sie Straflosigkeit für Liverman, denn "wenn Brennan für seine Nachlässigkeit nicht bestraft wird, sollte niemand bestraft werden". Auf die Angriffe gegen die Familien der Opfer geht die Stiftung nicht ein, Menschenrechte sind für die Gruppe also offenbar in einigen Fällen verhandelbar. Das Urteil wird voraussichtlich am 12. Mai dieses Jahres verkündet.

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