CPUs: Via verkauft x86-Technik an Zhaoxin

Durch den IP-Transfer erhalten die Chinesen verstärkt Zugang zu geistigem Eigentum, um die eigenen x86-CPUs zu optimieren.

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Zhaoxin KX-U6780A
Zhaoxin KX-U6780A (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der taiwanische x86-Lizenzhalter Via Technologies will einen Teil seines geistigen Eigentums an Zhaoxin aus China veräußern, das geht aus einer Pflichtmeldung für die Tokioter Börse (Tokyo Stock Exchange) hervor. Die IP für Prozessoren und Chipsätze soll rund 197 Millionen US-Dollar einbringen, Patente werden nicht veräußert.

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Das chinesische Unternehmen heißt Shanghai Zhaoxin Semiconductor Corporation, denn dahinter verbirgt sich ein im Frühjahr 2013 geschaffenes Joint Venture zwischen Via und der Shanghai Alliance Investment Corporation, die zur Lokalregierung Shanghais gehört. Via hält derzeit knapp 15 Prozent an Zhaoxin.

Zhaoxin hat eigene x86-Prozessoren wie den KX-U6780A (Test) entwickelt, welche in chinesischen Desktop-PCs und Notebooks stecken. Die Performance liegt pro Kern auf Höhe eines älteren Atoms von Intel, für Büroanwendungen reicht das aber. Initial basierten die CPUs noch auf dem CNQ-Design der US-amerikanischen Tochter von Via, namentlich Centaur. Später folgten eigene Modelle mit dem Isaiah II (CNR) als Grundlage, aktuell ist die laut Aussage von Zhaoxin selbst entworfene Lujiazui-Mikroarchitektur.

Centaur wird trotz des IP-Verkaufs an Zhaoxin weiterhin x86-Chips konstruieren. Die US-Amerikaner arbeiten derzeit am CHA-Design, welches acht CPU-Kerne (CNS) mit einem Co-Prozessor für Inferencing (Ncore) kombiniert. Der System-on-a-Chip integriert zusätzlich PCIe-Gen3-Lanes, einen DDR4-Speichercontroller sowie einen Ringbus. Gefertigt wird das Design im 16FFC-Verfahren (Finfet Compact) beim weltgrößten Auftragsfertiger TSMC.

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Neben Zhaoxin gibt es mit Thatic (Tianjin Haiguang Advanced Technology Investment Corporation) ein weiteres Joint Venture für x86-CPUs in China. Es ist ein Zusammenschluss aus AMD als Lizenzgeber und diversen privaten sowie staatlichen chinesischen Unternehmen, wobei Thatic wiederum zwei Töchter hat.

Es handelt sich dabei um die Haiguang Microelectronics Corporation (HMC) und die Chengdu Haiguang IC Design Corporation (Hygon), wobei AMD einen Anteil von 51 Prozent an HMC und einen von 30 Prozent an Hygon hält. Das erste und einzige Design war der Dhyana, eine Variante von AMDs Epyc (Naples) mit bis zu 32 Kernen. Einzige offensichtliche Änderung ist die Unterstützung chinesischer Crypto wie SM3 und SM4.

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