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CPU, RAM, SSD, Kühler: Die große Hardware-Kaufberatung zu Weihnachten

Zu Weihnachten soll es einen PC oder neue Hardware geben? Wir geben Hilfestellung bei der Navigation durch hohe Speicherpreise und CPU -Geheimtipps.
/ Martin Böckmann
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Wir haben Tipps, welche Hardware man zu Weihnachten schenken könnte - anderen oder auch sich selbst. (Bild: Placidplace/Pixabay)
Wir haben Tipps, welche Hardware man zu Weihnachten schenken könnte - anderen oder auch sich selbst. Bild: Placidplace/Pixabay

Der Hardware-Herbst fiel im Jahr 2025 gleich doppelt ernüchternd aus: AMD und Intel haben keine schnelleren Prozessoren vorgestellt, auch bei den Grafikkarten bleiben Super- und GRE-Versionen vorerst aus. Zugleich sind die Preise für Arbeitsspeicher ohne Vorwarnung sprunghaft angestiegen. Gute Angebote gibt es dennoch, vor allem dank einer besonders günstigen Gaming-CPU.

Wie immer gilt dabei: Ein Upgrade sollte notwendig und spürbar sein. Situationen wie der sprunghafte Preisanstieg am Speichermarkt sind selten, in den meisten Fällen sollte ein Neukauf erst erfolgen, wenn die höhere Leistung auch benötigt wird. Denn fast immer gibt es zu einem späteren Zeitpunkt mehr Leistung zum gleichen Preis. Zudem ist ein Leistungsanstieg von unter 30 Prozent zwar in Benchmarks erkennbar, im Alltag aber kaum spürbar. Gerade bei CPUs und Grafikkarten empfehlen wir daher, mindestens eine Generation zu überspringen.

Prozessoren

AMD und Intel haben in den vergangenen Monaten vor allem Modellpflege betrieben, wirklich neue Prozessoren oder gar eine völlig neue Architektur gab es nicht. Dafür sind die bekannten und beliebten Modelle gut verfügbar und oft etwas unterhalb der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers zu bekommen. Insbesondere bei Intel-Prozessoren ist das Preis-Leistungs-Verhältnis oft besonders gut, die Leistung in Spielen ist aber bei AMDs X3D-Serie oft deutlich besser.

Der bisherige Spar-Tipp, AMDs AM4-Plattform, ist nach wie vor gut zu bekommen, interessante Prozessoren gibt es aber kaum noch. Sowohl der AMD Ryzen 7 5800X3D als auch der Ryzen 7 5700X3D werden nicht mehr hergestellt und sind praktisch nicht mehr verfügbar. Auch die Preise auf dem Gebrauchtmarkt lohnen sich kaum.

Abseits der X3D-Serie von AMD gibt es jedoch durchaus ein paar günstige und interessante Angebote für den Sockel AM4, wie auch für Intels LGA-1700. Sie lohnen sich besonders dann, wenn bereits DDR4-Arbeitsspeicher aus einem älteren PC vorhanden ist und weiterverwendet werden kann.

X3D, Zen5 oder doch eine Intel-CPU?

Für einfache Büro-PCs, die auch für Gelegenheitsspieler ausreichend Leistung bieten, sind Prozessoren wie der AMD Ryzen 5 5600GT, 5600XT oder größere Modelle mit acht Kernen für deutlich unter 150 Euro erhältlich. Für rund 10 Euro mehr hat Intel mit dem Core i5-14400F ebenfalls eine starke CPU im Angebot, die sich auf passenden Mainboards mit DDR4-Arbeitsspeicher betreiben lässt.

Schwierig ist vor allem, dass die meisten Prozessoren im niedrigen Preissegment keine integrierte Grafikeinheit haben. Die besten Angebote lassen sich daher nur nutzen, wenn eine Grafikkarte vorhanden ist, dabei kann es sich für die reine Bildausgabe durchaus um ein älteres Modell handeln. Erkennbar sind Prozessoren ohne Grafikeinheit bei AMD und Intel jeweils am F-Suffix hinter der Modellnummer. Zusätzlich haben die meisten AM4-Prozessoren generell keine integrierte GPU, die gibt es nur in den mit einem G-Suffix versehenen APUs.

Neuere AMD-Prozessoren können wie im vergangenen Jahr nach dem Kaufpreis ausgesucht werden. Ob Ryzen-7000 oder Ryzen-9000 macht in den meisten Anwendungen kaum einen Unterschied, die Anzahl der CPU-Kerne ist hier wichtiger. Beide Serien finden zudem in den gleichen Mainboards Platz. Besonders viele CPU-Kerne braucht es nur, wenn sie auch genutzt werden, etwa beim Videoschnitt, der Virtualisierung, häufiger Kompression oder Dekompression von großen Datenmengen oder ähnlichen Aufgaben.

Ausnahme für Spieler

Die große Ausnahme bilden Spiele, hier ist die beste Wahl relativ klar. Der AMD Ryzen 7 9800X3D ( Test ) ist auch im Jahr 2025 die beste Spiele-CPU. Abseits der absoluten Spitze lohnt es sich, auch die älteren Ryzen 7 7800X3D und 7600X3D als günstigere Optionen in Erwägung zu ziehen. Der zusätzliche L3-Cache macht die X3D-Serie von AMD in den meisten Fällen zur effizientesten und insgesamt besten Option.

Die X3D-Prozessoren haben in diesem Jahr einen Newcomer, denn AMD stellte erst vor wenigen Wochen den AMD Ryzen 5 7500X3D vor. Er gleicht dem Ryzen 5 7600X3D in fast allen Aspekten, bis auf die Taktfrequenz. Mit 200 MHz weniger Boost-Takt dürfte der Unterschied in der Praxis kaum auffallen, die 70 Euro Preisunterschied hingegen machen sich deutlich bemerkbar. Wer sparen will, macht mit der günstigeren CPU wenig falsch.

Etwas Beachtung schenken sollte man auch den Intel-Prozessoren für den Sockel LGA-1851. In Kombination mit einem günstigen Mainboard gibt es hier oft gute Angebote. Die Kritik an Intels neuer Prozessorserie zielt in erster Linie auf den besonders in Spielen geringen Leistungsunterschied zur Vorgängergeneration ab. Bei der Anwendungsleistung und der Energieeffizienz hat Intel jedoch gute Fortschritte erzielt.

Ein Nachteil gegenüber AMDs AM5-Plattform ist bei Mainboards mit Intels LGA-1851, dass es keine schnelleren Prozessoren für diesen Sockel geben wird. Wer auf zukünftige Upgrades hofft, ist bei AMD besser aufgehoben. Wird der PC jedoch für fünf bis zehn Jahre genutzt und danach ohnehin komplett ersetzt, kann sich ein Blick auf die Intel-Core-Ultra-200-Serie lohnen.

Arbeitsspeicher, SSDs, Mainboards

Arbeitsspeicher wird bei neuen PCs und Upgrades in diesem Herbst wohl das große Thema sein. Der Preis für ein DDR5-Kit mit einer Speicherkapazität von 32 GByte liegt derzeit bei über 250 Euro, besonders schnelle Kits können 400 Euro deutlich übersteigen. Für 64 GByte werden teilweise gar mehr als 1.000 Euro aufgerufen. Bei DDR4 sieht es preislich kaum besser aus, teilweise ist die Verfügbarkeit außerdem schlechter als bei DDR5.

Wer nicht unbedingt muss, sollte vorerst auf den Kauf von Arbeitsspeicher verzichten. In jedem Fall lohnt es sich zurzeit nicht, schon einmal etwas mehr Speicher zu kaufen, um für die Zukunft zu planen. Dazu sei allerdings auch gesagt, dass eine Entspannung der Preislage derzeit nicht in Sicht ist. Für das Jahr 2026 erwarten Analysten weiterhin hohe Preise für DRAM und zunehmend auch für NAND-Speicherchips, die in SSDs verbaut werden.

DDR5 hat sich mittlerweile mit Geschwindigkeiten von 6.000 bis über 8.000 Mt/s (Megatransfers pro Sekunde) durchgesetzt. Einen größeren Unterschied macht die Speichergeschwindigkeit in den seltensten Fällen. Im Vorjahr haben wir hierzu noch empfohlen, die eigene CPU aufgrund des oft geringen Aufpreises nicht unnötig auszubremsen und lieber zu einem schnelleren Kit mit 6.000 Mt/s oder bis zu 7.200 Mt/s bei Intel-Systemen zu greifen.

In Anbetracht der hohen Preise erscheint es derzeit sinnvoll, den geringen Einfluss auf die Anwendungsleistung in die andere Richtung auszunutzen. Es macht in den wenigsten Fällen überhaupt einen spürbaren Unterschied, ob ein langsames oder ein schnelleres Speicherkit verwendet wird. Man kann also beruhigt zu langsamerem Arbeitsspeicher greifen, das gilt selbst in Kombination mit High-End-Prozessoren.

Eine Besonderheit sind AMDs X3D-Prozessoren. Hier ist der Einfluss des Arbeitsspeichers auf die Performance in Anwendungen und Spielen besonders gering, denn in den meisten Fällen wird ein Großteil der besonders zeitkritischen Zugriffe durch den 64 MByte großen 3D-V-Cache abgedeckt, der Arbeitsspeicher und dessen Geschwindigkeit spielen für diese Zugriffe überhaupt keine Rolle.

Weniger ist mehr

Gut zu wissen ist auch, dass die Kapazität und Anzahl der Speichermodule einen Einfluss auf die mögliche Taktfrequenz der Module haben. Die schnellsten Einstellungen sind nur möglich, wenn lediglich zwei Speicherriegel verwendet werden und sie auch nur einseitig bestückt sind (Single-Rank). Das bedeutet, dass maximal 48 GByte auf zwei 24-GByte-Speicherriegel verteilt sein sollten, wenn hohe Taktfrequenzen das Ziel sind.

Auch bei 64 oder 96 GByte ist es für den Prozessor einfacher, nur zwei Riegel ansteuern zu müssen. Der Betrieb mit vier Modulen ist für den integrierten Speichercontroller am anspruchsvollsten, auch die Qualität des Mainboards spielt hier aufgrund der benötigten Signalqualität die größte Rolle. Mehr als DDR5-6000 ist dabei oft nicht stabil möglich, der Kauf von besonders teuren Speicherkits mit hohen Geschwindigkeiten ist deshalb in diesem Fall auch nicht notwendig.

SSDs

PCI-Express 5.0 hat sich mittlerweile insofern durchgesetzt, als alle großen Hersteller mindestens eine High-End-SSD mit dem neuen Standard anbieten, selbst in teuren Notebooks sind sie mittlerweile zu finden. Der Geschwindigkeitsvorteil ist im Alltag gering, die Nachteile durch höhere Wärmeabgabe und die dadurch nötige Kühlung der SSDs gibt es hingegen weiterhin. Die aktuelle Generation in Form der Crucial T710 und Samsung P9100 hat in diesem Punkt jedoch messbare Fortschritte erzielt, was auch den Einsatz in Notebooks praktikabel macht.

Wer häufig große Datenmengen schreibt, sollte darauf achten, dass es sich um eine TLC-SSD (Triple-Level-Cell) handelt, denn die Schreibgeschwindigkeit von QLC-SSDs bricht je nach SLC-Cache-Größe bereits nach wenigen Gigabyte geschriebener Daten stark ein. Bis der Cache wieder frei ist, schreibt eine QLC-SSD teilweise sogar langsamer als eine HDD. TLC-SSDs sind hier wesentlich schneller und deshalb zu bevorzugen.

Wenn keine großen Datenmengen bewegt, sondern nur gelegentlich Programme oder Spiele installiert werden, kann eine QLC-SSD aber aufgrund der niedrigeren Kosten eine sinnvolle Wahl sein. Auf die Lesegeschwindigkeit hat das zusätzliche Bit pro Zelle keine Auswirkungen. Gerade für hohe Kapazitäten kann QLC eine gute Alternative sein, etwa bei einer großen Spielebibliothek.

Mit großen Datenmengen sind in diesem Fall regelmäßige Schreibvorgänge mit 150 GByte oder mehr innerhalb kurzer Zeit gemeint. Selbst die Installation eines großen Spiels wie GTA V oder des aktuellen Call of Duty Modern Warfare 7 ist auch für eine QLC-SSD kein Problem, für Video-Profis oder KI-Workloads sind QLD-SSDs hingegen weniger geeignet.

Mainboards

Die Wahl des Mainboards hängt unmittelbar mit dem verwendeten Prozessor zusammen. AM5-Mainboards sind für AMD-Prozessoren der aktuellen Zen4-Generation sowie Zen5 und auch der nächsten Generation geeignet. Die X670(E) und X870(E) und die jeweils darunter angesiedelten Serien unterscheiden sich technisch kaum, die verwendeten Chips sind identisch. Die Ausstattung ändert sich allerdings, auch beim Umfang der Bios-Funktionen bieten viele B850- und X870-Boards mehr als ihre Vorgänger.

Mainboards können trotzdem überwiegend nach den vorhandenen Anschlüssen ausgewählt werden, etwa nach der Anzahl der USB-Anschlüsse, gegebenenfalls Thunderbolt-Ports, Display-Anschlüsse und Netzwerk-Ports inklusive Wi-Fi und Bluetooth. Auch die Anzahl der PCI-Express-Steckplätze und M.2-Slots sollte auf die Bedürfnisse abgestimmt werden. Andere Kriterien wie Kühlung und Spannungsversorgung sind nur in Ausnahmefällen relevant. Selbst günstige Mainboards sind für alle auf der QVL-Liste befindlichen CPUs auch bei langer Dauerlast geeignet.

Nur bei Intel-Systemen ist eine Platine mit Z-Chipsatz, etwa Z890 für Core Ultra 200 oder Z790 für Core-i-14xx unbedingt notwendig, falls der Prozessor übertaktet werden soll. Sie bieten als einzige die nötigen Einstellungen, um die Taktfrequenz von dafür geeigneten CPUs mit K-Suffix zu verändern. Auch für Speicher-Tuning gibt es hier die meisten Möglichkeiten.

Abseits davon sind günstigere B760-Platinen ebenfalls vollkommen ausreichend, auf die Leistung der CPU bei Intel-Standardeinstellungen haben Mainboards keinen Einfluss. Auch übertaktbare Prozessoren sind hier uneingeschränkt lauffähig, lediglich übertaktet werden können sie auf diesen günstigen Boards nicht.

Bei AMD ist Übertakten auch mit günstigeren Mainboards möglich, X670(E) und X870(E) bieten auch dafür erst einmal keinen Vorteil, sie sind lediglich besser ausgestattet und bieten oft vorkonfigurierte Profile, etwa zum Übertakten von Arbeitsspeicher.

Für die allermeisten Anwendungsfälle empfehlen wir daher, etwas Geld zu sparen und ein Modell mit B650- oder B850-Chipsatz zu wählen. Hier gibt es schon für unter 200 Euro eine größere Auswahl. Das gesparte Geld kann in eine schnellere CPU oder Grafikkarte investiert werden. Auch ein besserer CPU-Kühler kann sinnvoll sein, ist aber nicht immer notwendig. Wir geben ein paar Tipps zur Kühlung.

CPU-Kühler

Falls ein Prozessor bereits mit einem Kühler ausgeliefert wird, wie es bei beiden CPU-Herstellern bei weniger leistungsstarken Modellen der Fall ist, kann er selbstverständlich auch langfristig für den Betrieb innerhalb der Spezifikationen genutzt werden.

Allerdings dürfte klar sein, dass die mitgelieferten Kühler eher kostenoptimiert sind. Sie sind also ausreichend, bieten aber weder besonders niedrige Temperaturen, noch sind sie besonders leise. Wer seinem Prozessor beste Bedingungen verschaffen will oder ein empfindliches Gehör hat, braucht deshalb etwas Besseres.

Die Kühler von bekannten Herstellern wie Alpenföhn, Bequiet und Noctua liefern im Regelfall sehr gute Kühlleistung und kommen mit reichlich Zubehör. Wer sichergehen will und keine Lust auf die Lektüre detaillierter Testberichte hat, macht hier wenig falsch. Die Physik kann aber niemand überlisten, daher gilt: Bei CPU-Kühlern kommt es sehr wohl auf die Größe an.

Gut und günstig

Daher können große, aber durchaus günstige Kühler wie der Thermalright Peerless Assassin 120(öffnet im neuen Fenster) und dessen SE- und Miniableger problemlos mit teureren Kühlern mithalten. Wenn es nur auf die Kühlleistung ankommt, lässt sich so für rund 40 Euro jede Desktop-CPU gut und leise kühlen.

Die Alternative für High-End-Prozessoren sind All-in-One-Wasserkühler. Neben der guten Kühlleistung spielen hier auch die Optik sowie ein aufgeräumter Innenraum des PC-Gehäuses eine große Rolle. Komponenten wie Arbeitsspeicher und SSDs in der Nähe der CPU lassen sich mühelos tauschen, bei großen Luftkühlern geht das oft nicht.

Nachteil ist der oft deutlich höhere Preis im Vergleich mit guten Luftkühlern, wobei es auch hier nicht gleich ein Modell für über 200 Euro sein muss. Der deutsche Hersteller Arctic Cooling baut mit dem Liquid Freezer III(öffnet im neuen Fenster) einen der derzeit besten und gleichzeitig günstigsten Kühler dieser Art.

Je nach Gehäuse kann die Größe des Radiators ausgewählt werden. Die größte Version mit 420-Millimeter-Kühler ist trotz enormer Kühlleistung für unter 100 Euro erhältlich und wurde in mehreren Testberichten als einer der besten Kühler überhaupt gelistet.

Grafikkarten

Alle drei Hersteller von dedizierten Grafikkarten haben im vergangenen Jahr neue Architekturen und Modelle vorgestellt. Bei Nvidia gibt es die Blackwell-Serie, die aus den Modellen Geforce RTX 5050, 5060, 5060 Ti, 5070, 5070 Ti sowie den High-End-Modellen RTX 5080 und RTX 5090 besteht. Die Verfügbarkeit ist meistens gut, wobei nach wie vor nicht alle Modelle von allen Herstellern jederzeit lieferbar sind. Probleme, eine Karte nahe der UVP zu bekommen, gibt es aber kaum noch.

Auch AMD hat mit der RX-9060- und RX-9070-Serie mehrere neue Karten mit der RDNA-4-Architektur vorgestellt, die bei der Effizienz an Nvidia heranreichen kann und eine Reihe von Features unterstützt, die mit Nvidias DLSS konkurrieren. Bei der Raytracing-Leistung hat AMD deutlich aufgeholt, die ehemalige Schwäche in diesem Punkt ist weitgehend behoben.

Zuletzt bleibt Intel, die auf dem Grafikkartenmarkt nach wie vor kaum präsent zu sein scheinen. Dabei hat die Intel Arc B580 in fast allen Testberichten viel Lob erhalten und konnte durch gute Performance und zumindest ausreichende Speicherausstattung in ihrer Leistungsklasse überzeugen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist zudem besonders gut, lediglich an Marktanteilen und damit verbundenem Support der Spieleentwickler hapert es bei Intel weiterhin.

High-End erscheint zuerst

Die schnellste Grafikkarte für den Endkundenmarkt ist die Nvidia Geforce RTX 5090, die derzeit ab etwa 2.800 Euro ab Lager von verschiedenen Herstellern im Fachhandel verfügbar ist. Wenn Geld egal ist, gibt es nichts Besseres. Mit 32 GByte GDDR7-Speicher und 21.760 Shader-Einheiten ist die darauf verbaute GB-202-GPU im Vergleich zum GB-203-Chip der Geforce RTX 5080 fast doppelt so groß.

Während die Leistungssprünge unterhalb der Geforce RTX 5090 eher gering ausfallen, hebt sich Nvidias Topmodell deutlich von der Masse ab, Gleiches gilt für den Vorgänger, die Geforce RTX 4090. Erkauft wird das nicht nur mit einem hohen Anschaffungspreis, sondern auch mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 575 Watt.

Im Preisbereich zwischen 250 und 700 Euro gibt es sowohl von Nvidia als auch von AMD einige Modelle, die sich oft sehr ähnlich sind. Tendenziell stattet AMD die Grafikkarten zum gleichen Preis mit mehr Grafikspeicher aus, was in hohen Auflösungen und Detaileinstellungen ein Vorteil sein kann. Nvidia unterstützt hingegen mit DLSS 4 die besseren Upscaling- und Frame-Generation-Technologien sowie – als einziger Hersteller ab Werk – Multi-Frame-Generation.

Wer Letztere nicht nutzt, bekommt bei AMD mitunter etwas mehr Leistung zum gleichen Preis. Mit FSR Redstone und Ray Regeneration als Konkurrent zu Nvidias Ray Reconstruction holt AMD allerdings bei der Software immer weiter auf. Eine grundsätzlich falsche Entscheidung kann man nur unabhängig vom Hersteller treffen: Grafikkarten mit 8 GByte Speicher sind nicht mehr zeitgemäß für hohe Detaileinstellungen, das gilt auch für einige Spiele in Full-HD-Auflösung. Wer kann, sollte unbedingt auf eine Karte mit 12 oder besser 16 GByte sparen.

Gehäuse, Netzteile und unser Fazit

Gehäuse

Für den Kauf eines Gehäuses gibt es in der Regel keine besonderen Gründe, auf neue Modelle zu warten. Die wesentlichen Designmerkmale haben Hersteller seit Jahren ausgearbeitet, Innovationen betreffen häufig Details oder die Materialwahl. Im Jahr 2024 haben sich die sogenannten Aquariumgehäuse mit von mehreren Seiten einsehbaren Plexiglasseitenteilen weiter etabliert.

Wer bereits ein Gehäuse besitzt, in dem ausreichend Platz auch für neue Komponenten wie größere Grafikkarten oder CPU-Kühler ist, kann beruhigt das alte Gehäuse weiter nutzen. Neben der Optik fällt das höchstens durch fehlende Typ-C-Ports auf, die unter anderem für externe SSDs praktisch sind.

Gerade für den Sommer sollte wie üblich auf ein ausreichendes Kühlkonzept geachtet werden. Für einen Büro-PC ohne leistungsfähige Komponenten reichen ein bis zwei Gehäuselüfter bereits aus. High-End-Rechner sollten allerdings von drei bis fünf Lüftern mit Frischluft versorgt werden, um auch bei niedriger Lüfterdrehzahl genügend Luftzirkulation zu haben.

Netzteile

Am 80-Plus-Standard hat sich in den vergangenen Jahren wenig getan, auch 12-Volt-Only ist weiter nicht am DIY-Horizont zu sehen. Ältere Netzteile können bei ausreichender Qualität und Leistung weiterverwendet werden, sollten aber gerade für Leistungsspitzen etwas überdimensioniert sein. Die Empfehlungen der Grafikkartenhersteller sollten beachtet werden.

Bei einem Neukauf sollte neben hoher Effizienz auf das Vorhandensein von mindestens einem 12V-6x6-Kabel geachtet werden, auch ATX 5.1 ist wichtig. Die Stecker sind PIN-kompatibel zu 12VHPWR, bieten aber zusätzliche Sicherheit und sollen falsches Einstecken effektiver verhindern, um Defekte durch Überhitzung auszuschließen. Der neuere ATX-Standard enthält zudem Vorgaben für Leistungsspitzen, die das Netzteil verkraften muss, ohne dabei abzuschalten oder gar einen Defekt zu erleiden.

Wer den Kauf einer zukünftigen High-End-Grafikkarte plant, sollte zur Sicherheit ein Netzteil mit zwei 12V-6x6-Kabeln kaufen. Die Leistungsaufnahme von Grafikkarten dürfte zwar auch in der nächsten Generation nicht über 600 Watt steigen, aus Sicherheitsgründen könnten Hersteller aber einige Modelle mit zwei Stromanschlüssen ausstatten, die auch zwingend beide belegt werden müssen.

Fazit

Aktuell ist nicht die beste Zeit, einen neuen PC zu bauen oder sein bestehendes System aufzurüsten. Das liegt vor allem an den stark gestiegenen Preisen für Arbeitsspeicher und zunehmend auch SSDs. Während Prozessoren und Grafikkarten in allen Preisbereichen meistens gut verfügbar und – abgesehen von der Geforce RTX 5090 – auch kaum mehr überteuert sind, macht der Arbeitsspeicher einen sehr hohen Anteil am Gesamtbudget aus.

Wer Altbestände an DDR4- und DDR5-Speicher hat, sollte sie weiternutzen und auch beim Kauf von gebrauchten Komponenten gezielt nach etwas unbeliebteren und langsameren Speichermodulen suchen. Der Einfluss auf die Anwendungs- und Spieleperformance ist so gering, dass man an dieser Stelle viel Geld mit verhältnismäßig geringen Auswirkungen sparen kann.

Gleiches gilt für SSDs. PCI-Express 4.0 ist weiterhin kein ernsthafter Nachteil gegenüber den immer weiter verbreiteten PCI-Express-5.0-SSDs. Wichtiger sind fast immer eine ausreichende Speicherkapazität für die eigenen Anforderungen und möglichst gute Garantiebedingungen im Falle eines Defekts.

Bei den Prozessoren hat sich mangels echter Neuvorstellungen kaum etwas geändert. AMD dominiert mit seinen X3D-Prozessoren die meisten Spiele-Benchmarks und wird AM5-Mainboards auch zukünftig mit neuen CPUs versorgen, während Intel bei der Anwendungsleistung konkurrenzfähig bleibt, mit der LGA-1851-Plattform aber effektiv eine Sackgasse gebaut hat. Upgrades wird es für diese Platinen nicht geben.


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