CPU, RAM, SSD, Kühler: Die große Hardware-Kaufberatung zu Weihnachten

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Der Hardware-Herbst fiel im Jahr 2025 gleich doppelt ernüchternd aus: AMD und Intel haben keine schnelleren Prozessoren vorgestellt, auch bei den Grafikkarten bleiben Super- und GRE-Versionen vorerst aus. Zugleich sind die Preise für Arbeitsspeicher ohne Vorwarnung sprunghaft angestiegen. Gute Angebote gibt es dennoch, vor allem dank einer besonders günstigen Gaming-CPU.
Wie immer gilt dabei: Ein Upgrade sollte notwendig und spürbar sein. Situationen wie der sprunghafte Preisanstieg am Speichermarkt sind selten, in den meisten Fällen sollte ein Neukauf erst erfolgen, wenn die höhere Leistung auch benötigt wird. Denn fast immer gibt es zu einem späteren Zeitpunkt mehr Leistung zum gleichen Preis. Zudem ist ein Leistungsanstieg von unter 30 Prozent zwar in Benchmarks erkennbar, im Alltag aber kaum spürbar. Gerade bei CPUs und Grafikkarten empfehlen wir daher, mindestens eine Generation zu überspringen.
Prozessoren
AMD und Intel haben in den vergangenen Monaten vor allem Modellpflege betrieben, wirklich neue Prozessoren oder gar eine völlig neue Architektur gab es nicht. Dafür sind die bekannten und beliebten Modelle gut verfügbar und oft etwas unterhalb der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers zu bekommen. Insbesondere bei Intel-Prozessoren ist das Preis-Leistungs-Verhältnis oft besonders gut, die Leistung in Spielen ist aber bei AMDs X3D-Serie oft deutlich besser.
Der bisherige Spar-Tipp, AMDs AM4-Plattform, ist nach wie vor gut zu bekommen, interessante Prozessoren gibt es aber kaum noch. Sowohl der AMD Ryzen 7 5800X3D als auch der Ryzen 7 5700X3D werden nicht mehr hergestellt und sind praktisch nicht mehr verfügbar. Auch die Preise auf dem Gebrauchtmarkt lohnen sich kaum.
Abseits der X3D-Serie von AMD gibt es jedoch durchaus ein paar günstige und interessante Angebote für den Sockel AM4, wie auch für Intels LGA-1700. Sie lohnen sich besonders dann, wenn bereits DDR4-Arbeitsspeicher aus einem älteren PC vorhanden ist und weiterverwendet werden kann.
X3D, Zen5 oder doch eine Intel-CPU?
Für einfache Büro-PCs, die auch für Gelegenheitsspieler ausreichend Leistung bieten, sind Prozessoren wie der AMD Ryzen 5 5600GT, 5600XT oder größere Modelle mit acht Kernen für deutlich unter 150 Euro erhältlich. Für rund 10 Euro mehr hat Intel mit dem Core i5-14400F ebenfalls eine starke CPU im Angebot, die sich auf passenden Mainboards mit DDR4-Arbeitsspeicher betreiben lässt.
Schwierig ist vor allem, dass die meisten Prozessoren im niedrigen Preissegment keine integrierte Grafikeinheit haben. Die besten Angebote lassen sich daher nur nutzen, wenn eine Grafikkarte vorhanden ist, dabei kann es sich für die reine Bildausgabe durchaus um ein älteres Modell handeln. Erkennbar sind Prozessoren ohne Grafikeinheit bei AMD und Intel jeweils am F-Suffix hinter der Modellnummer. Zusätzlich haben die meisten AM4-Prozessoren generell keine integrierte GPU, die gibt es nur in den mit einem G-Suffix versehenen APUs.
Neuere AMD-Prozessoren können wie im vergangenen Jahr nach dem Kaufpreis ausgesucht werden. Ob Ryzen-7000 oder Ryzen-9000 macht in den meisten Anwendungen kaum einen Unterschied, die Anzahl der CPU-Kerne ist hier wichtiger. Beide Serien finden zudem in den gleichen Mainboards Platz. Besonders viele CPU-Kerne braucht es nur, wenn sie auch genutzt werden, etwa beim Videoschnitt, der Virtualisierung, häufiger Kompression oder Dekompression von großen Datenmengen oder ähnlichen Aufgaben.
Ausnahme für Spieler
Die große Ausnahme bilden Spiele, hier ist die beste Wahl relativ klar. Der AMD Ryzen 7 9800X3D ( Test ) ist auch im Jahr 2025 die beste Spiele-CPU. Abseits der absoluten Spitze lohnt es sich, auch die älteren Ryzen 7 7800X3D und 7600X3D als günstigere Optionen in Erwägung zu ziehen. Der zusätzliche L3-Cache macht die X3D-Serie von AMD in den meisten Fällen zur effizientesten und insgesamt besten Option.
Die X3D-Prozessoren haben in diesem Jahr einen Newcomer, denn AMD stellte erst vor wenigen Wochen den AMD Ryzen 5 7500X3D vor. Er gleicht dem Ryzen 5 7600X3D in fast allen Aspekten, bis auf die Taktfrequenz. Mit 200 MHz weniger Boost-Takt dürfte der Unterschied in der Praxis kaum auffallen, die 70 Euro Preisunterschied hingegen machen sich deutlich bemerkbar. Wer sparen will, macht mit der günstigeren CPU wenig falsch.
Etwas Beachtung schenken sollte man auch den Intel-Prozessoren für den Sockel LGA-1851. In Kombination mit einem günstigen Mainboard gibt es hier oft gute Angebote. Die Kritik an Intels neuer Prozessorserie zielt in erster Linie auf den besonders in Spielen geringen Leistungsunterschied zur Vorgängergeneration ab. Bei der Anwendungsleistung und der Energieeffizienz hat Intel jedoch gute Fortschritte erzielt.
Ein Nachteil gegenüber AMDs AM5-Plattform ist bei Mainboards mit Intels LGA-1851, dass es keine schnelleren Prozessoren für diesen Sockel geben wird. Wer auf zukünftige Upgrades hofft, ist bei AMD besser aufgehoben. Wird der PC jedoch für fünf bis zehn Jahre genutzt und danach ohnehin komplett ersetzt, kann sich ein Blick auf die Intel-Core-Ultra-200-Serie lohnen.



