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CPU Fehlerquote: Auch AMD mit überraschend vielen Defekten

Eine Analyse vom Systemintegrator Puget Systems zeigt, dass Raptor-Lake- CPUs tatsächlich auffällig oft ausfallen. Allerdings sind sie damit nicht allein.
/ Martin Böckmann
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Mit den richtigen Einstellungen sind Intels Raptor-Lake-CPUs zuverlässiger als die Konkurrenz von AMD. (Bild: Martin Böckmann/Golem.de)
Mit den richtigen Einstellungen sind Intels Raptor-Lake-CPUs zuverlässiger als die Konkurrenz von AMD. Bild: Martin Böckmann/Golem.de

Der Computerhändler Puget Systems aus Seattle, USA, hat eine Analyse zur Fehlerquote(öffnet im neuen Fenster) mehrerer Prozessorgenerationen veröffentlicht. Da das Unternehmen vor allem hochpreisige Systeme und Workstations herstellt und bereits vorab viel Aufwand in die Validierung und Zuverlässigkeitsprüfung von Komponenten steckt, zeigt sich dabei ein etwas anders Bild, als es von anderen Quellen berichtet wird.

Zwar sind Intel-Core-Prozessoren der 13. und 14. Generation ( Raptor Lake ) tatsächlich häufiger defekt, allerdings sind sie damit nicht allein. Auch die 11. Generation (Rocket Lake, Test bei Golem-Plus ) hatte eine hohe Ausfallrate, vergleichbar mit Raptor-Lake-Refresh. Offenbar fiel das aber bisher niemandem auf, vermutlich weil die wenigsten Systemintegratoren eine so detaillierte Dokumentation betreiben wie Puget Systems.

Zudem berichtet der Händler im eigenen Blog, dass die PCs vor Auslieferung stets so konfiguriert werden, dass die Intel-Spezifikationen eingehalten werden. Entsprechend ist die Fehlerquote der Raptor-Lake-Chips zwar auffällig, liegt aber unter den Berichten anderer Quellen und ist laut Puget-CEO John Bach nicht auf einem problematischen Niveau.

AMD hat mehr Defekte bei Kunden

Eine wichtige Unterscheidung macht Bach außerdem darin, ob ein Defekt bereits vor der Auslieferung im Stresstest auffällt oder erst bei der Nutzung nach der Auslieferung Probleme auftreten. Letzteres ist für Händler und Kundinnen gleichermaßen ungünstig und sollte möglichst nicht vorkommen.

Die meisten problematischen Chips fallen demnach bereits bei der Qualitätskontrolle auf, das gilt durchgehend für alle Intel-Prozessoren sowie AMDs Ryzen-7000-Serie (Zen 4), wobei besonders Raptor-Lake-Refresh häufiger bereits den Stresstest nicht besteht. Bei der Fehlerquote gibt es aber eine große Überraschung – AMD-Prozessoren haben ebenfalls eine hohe Fehlerrate.

Während Ryzen-7000-CPUs immerhin direkt beim Stresstest auffällig werden, treten Defekte bei AMD-Ryzen-5000-Prozessoren in fast der Hälfe der Fälle erst nach der Auslieferung auf. Sowohl Zen-3 als auch Zen-4 liegen zudem über der Fehlerquote von beiden betroffenen Intel-Generationen, lediglich Rocket-Lake liegt noch einmal deutlich darüber.

Intels Probleme sind noch nicht vorüber

Perfekt läuft es bei AMD offenbar auch nicht, allerdings liefert Puget Systems die Prozessoren wie eingangs erwähnt mit konservativen Einstellungen aus, was für eine niedrigere Fehlerquote von aktuell etwa 2,5 Prozent sorgt. Außerdem dürften viele der derzeit noch funktionierenden Intel-CPUs später ausfallen, da sie mittlerweile bereits irreversible Schäden durch zu hohe Spannungen aufweisen und dadurch eine verkürzte Lebensdauer haben.

Wer möglichst lange etwas von seinem Prozessor haben möchte, sollte dem Beispiel von Puget Systems folgen und noch einmal im Bios prüfen, ob alle Intel-Spezifikationen eingehalten werden. Das von Intel angekündigte Microcode-Update soll in einigen Wochen dafür sorgen, dass schädliche Werte zukünftig nicht mehr automatisch gesetzt werden können.


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