CPU-Befehlssatz: MIPS soll Open Source werden
Erst seit Sommer dieses Jahres hat der CPU-Befehlssatz MIPS mit Wave Technologies einen neuen Besitzer. Das Unternehmen hat sich nun dazu entschlossen, MIPS künftig als Open Source weiterzuentwickeln(öffnet im neuen Fenster) – offenbar in einer Art Konsortium. Der Schritt muss als Reaktion auf die RISC-V-Community gesehen werden, die seit einigen Jahren ebenfalls eine offene CPU-Architektur erstellt und zuletzt eine Kooperation mit der Linux Foundation angekündigt hat.
Die Initiative soll den Namen MIPS Open Program(öffnet im neuen Fenster) tragen, wobei die darauf basierenden Chip-Designs propietär bleiben dürfen. Die daran teilnehmende Unternehmen, akademischen Institutionen und Einzelpersonen sollen als Teil des Programms lizenzkostenfrei Zugriff auf die MIPS Befehlssätze für 32- und 64-Bit Architekturen erhalten. Grundlage ist das aktuelle Release 6 für MIPS32/MIPS64(öffnet im neuen Fenster)aus dem Jahr 2014.
Frei verfügbar sein sollen darüber hinaus auch noch die SIMD- und DSP-Erweiterungen, das Multi-Threading, die MIPS-Hardwarevirtualisierung sowie MIPS MCU und MircoMIPS-Architektur. Mit dieser Sammlung könnte MIPS theoretisch einige strategische Vorteile im Vergleich zu RISC-V aufweisen, etwa mit der seit Jahren eingesetzten Virtualisierung. Letzteres entsteht in RISC-V gerade erst und ist wohl noch weit entfernt von einem produktiven Einsatz.
Ob sich Wave mit seiner Open-Source-Strategie für MIPS langfristig gegen andere Initiativen wie eben RISC-V behaupten kann, bleibt dennoch abzuwarten. Immerhin wird RISC-V inzwischen von einer Vielzahl auch sehr großer und bekannter IT-Unternehmen unterstützt und auch schon eingesetzt. Mehr Informationen zu MIPS Open sollen im ersten Quartal des kommendes Jahres folgen.
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