• IT-Karriere:
  • Services:

Cowboy 3 vs. Vanmoof S3 im Test: Das Duell der Purismus-Pedelecs

Schwarz, schlank und schick sind die urbanen E-Bikes von Cowboy und Vanmoof. Doch nur eines der Pedelecs liest unsere Gedanken.

Ein Praxistest von Martin Wolf veröffentlicht am
Die Pedelecs sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, sind aber grundverschieden.
Die Pedelecs sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, sind aber grundverschieden. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Seit einigen Jahren mischen zwei europäische Marken mit hippem Image den von recht traditionellen Herstellern dominierten Pedelec-Markt auf: Cowboy aus Belgien und Vanmoof aus den Niederlanden. Sie haben in diesem Jahr ihre dritten Modelle vorgestellt und wir sind einige Hundert Kilometer mit ihnen geradelt. Um es gleich vorwegzunehmen: Grobe Schnitzer leistet sich keines von beiden, aber in den Details unterscheiden sich die auf den ersten Blick recht ähnlichen Pedelecs stark.

Eines konnten wir in den Wochen mit Cowboy und Vanmoof eindeutig feststellen: Das Aussehen der Räder macht Eindruck. Welchen, das variierte je nachdem, wen wir fragten, von "Baumstamm-Ästhetik" über "Schick auf den zweiten Blick" bis hin zu "sehr, sehr cool". Wir wurden auf das Vanmoof S3 aber eindeutig öfter angesprochen als auf das Cowboy 3. Mit ihren matten Rahmen, integrierter Beleuchtung und Akku sowie dem minimalistischen Äußeren könnten die Pedelecs auch als normale Fahrräder durchgehen.

Wir haben die folgenden Kategorien getestet:

  • Im ersten Teil werfen wir einen Blick auf die Ausstattung, dabei sehen wir uns auch die jeweils benötigte App an.
  • Der zweite Teil behandelt das wohl wichtigste Thema: das Fahrgefühl.
  • Im dritten Teil gehen wir auf Sicherheitsaspekte ein, wobei wir auch die Reparierbarkeit und Wartung der Räder betrachten.
  • Am Schluss stehen Verfügbarkeit und Fazit.

Ausstattung Vanmoof S3: Kleinteiliger Komfort

Wer sich das S3 näher ansieht, entdeckt einige Details, die bei anderen Rädern fehlen. Da wären zunächst zwei mit den Daumen bedienbare Knöpfe am gebogenen Lenker. Der rechte schaltet den Boost ein, der linke löst die Klingel aus. Das ist wörtlich zu nehmen, denn im Rahmen des Pedelecs ist ein Lautsprecher verbaut. Der dient dazu, einen von drei Klingelsounds abzugeben, hat aber auch noch andere Funktionen - hierzu später mehr.

Stellenmarkt
  1. Universität Passau, Passau
  2. InnoGames GmbH, Hamburg

Am Hinterrad befindet sich ein glänzender Metallknopf, darüber gibt es auf dem Rahmen und der Nabe weiße Markierungen. Liegen diese übereinander, kann man mit einem leichten Stups des Fußes auf den Knopf das Fahrrad sichern. Wie praktisch dieses Kicklock ist, müssen wir wohl kaum erklären - es ist das moderne Pendant zum alten Rahmenschloss und verhindert das Wegfahren zuverlässig. Die Bereifung hat nach Angaben des Herstellers einen leichten Pannenschutz.

So ziemlich alle Kabel und Leitungen sind im Inneren des Rahmens verlegt, das Rad sieht sehr aufgeräumt aus. Der installierte Ständer ist robust. Der Lenker lässt sich in drei Stufen in der Höhe verstellen, aber nicht im Winkel. Die Griffe ohne Mulden sind Gewöhnungssache, uns kribbeln die Hände nach der ersten Stunde Fahrt.

Der Akku ist nicht abnehmbar

Der Motor sitzt beim S3 in der Frontnabe, der Akku ist im Rahmen verbaut und kann nicht zum Laden herausgenommen werden. Das ist auch unser größter Kritikpunkt an der ansonsten soliden Ausstattung des Pedelecs. Wer keinen Keller mit Stromanschluss hat, muss das 19 Kilogramm leichte Rad in die eigenen vier Wände schleppen. Das kann in Städten wie Berlin schon mal anstrengend werden, wo viele Altbauten zwar reich an Stockwerken, aber arm an Fahrstühlen sind.

Die Kette ist durch einen Kunststoffschlauch geschützt, das Rad hat eine automatische Sturmey-Archer-Schaltung, deren Schaltpunkte sich in der App definieren lassen, wo auch die vier Unterstützungsstufen des Motors eingestellt werden - am Rad selbst ist während der Fahrt kein Wechsel der Gänge oder der Motorleistung möglich. Auf dem Oberrohr werden auf einer großen LED-Matrix Status-Informationen und die aktuelle Geschwindigkeit angezeigt.

Fahrergröße/max. Gewicht170-210 cm/120 kg
ReifenSchwalbe Big Ben 50 x 622 (28'' x 2,0)
MotorleistungFrontmotor, 36 V, 250/350 W; Boost 500 W
Akkukapazität508 Wh, nicht abnehmbar
Ladezeitca. 4 Stunden
Reichweite laut Herstellerbis zu 100 km bei niedrigsterUnterstützung
Reichweite gemessen (normale Witterung, ebene Strecke)über 70 km bei höchster Unterstützung
Gewicht19 kg
Bremsenhydraulische Scheibenbremsen
Schaltung/Kette4-Gang-Naben-Automatik, Kette
Material RahmenAluminium
Lieferumfang StVZO-konformja
Preisca. 2.000 Euro
Spezifikationen Vanmoof S3

Das Rad wird per App entsperrt - das funktioniert in unserem Test zuverlässig. Nur einmal müssen wir das Rad durch einen langen Druck auf die rechte Taste neu starten, weil die Software sich offenbar aufgehängt hat. Im Notfall kann das Rad auch durch Eingabe eines dreistelligen Codes aktiviert werden, aber das ist durch Knopfdruck am Lenker äußerst mühsam.

Rollender Lautsprecher

Auf dem Smartphone lassen sich auch die gefahrenen Kilometer anzeigen sowie die Sounds einstellen, die das S3 von sich gibt. Wir empfinden den surrenden Startton eher als nervig und deaktivieren ihn. Die eingebaute Alarmanlage darf bei uns hingegen weiterhin fauchen, sobald das Rad im abgeschlossenen Zustand bewegt wird. Nicht dass dieser Ton und der auf dem Display blinkende Totenkopf im Verkehrslärm von Berlin Diebe wirklich abschrecken würde - aber es erscheint uns trotzdem als eine sehr sinnvolle Nutzung des eingebauten Lautsprechers.

  • Das Vanmoof S3 (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die Kette ist in einem Kunststoffschlauch verborgen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Vorder- und Rücklicht sind fest im Rahmen integriert. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Das Rad hat Hydraulikbremsen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Bereifung kommt von Schwalbe und dient auch als Federung. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wenn diese Markierungen übereinander liegen, kann das Rad per Kicklock gesichert werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Motor sitzt in der Frontnabe. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Sattel ist breit und gut gepolstert. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die App ist übersichtlich gestaltet. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Streckenaufzeichnung lässt sich auch deaktivieren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Alle Grundfunktionen des Pedelecs werden in der App eingestellt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Vanmoof S3 (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Was man ebenfalls in der App tun kann: sich strafbar machen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung lässt sich nämlich mit einem Klick auf US-Verhältnisse mit 30 km/h umstellen. Wir würden davon abraten. Nicht weil wir annähmen, dass die deutsche Polizei per Lasermessung Velozipedisten nachstellen würde, sondern weil sie auch auf Verdacht das Pedelec stillegen kann.

Wem das S3 zu spartanisch ausgestattet ist, der kann im Onlineshop des Herstellers Gepäckträger und weiteres passendes Zubehör bestellen. Zumindest ein Zubehörteil suchen wir am Cowboy hingegen vergeblich.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Ausstattung Cowboy 3: Purismus Pur 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,50€
  2. (u. a. Battlefield 5 für 14,99€, Star Wars Jedi: Fallen Order für 24,99€, Battlefield 1 für...
  3. 19,49€
  4. 19,90€

Maxim84 22. Sep 2020

In einem anderen Forum wird gerade für Legalität des Vanmoof diskutiert: www dot...

lordguck 21. Sep 2020

Hallo, vielleicht habe ich es im Artikel überlesen, hier die Daten, für welche Belastung...

nehana 20. Sep 2020

Und genauso wie du antwortest ohne den Text gelesen oder verstanden zu haben, geraten...

thinksimple 19. Sep 2020

Die meisten Räder habe kein Kurvenlicht bzw. am Lenker befestigte Leuchten. Aber wär...

JensBröcher 18. Sep 2020

Keine Federung, man spürt jede Unebenheit. Schaltung knackt laut beim Knarzen. Motor...


Folgen Sie uns
       


Turrican II (1991) - Golem retro_

Manfred Trenz und Chris Huelsbeck waren 1991 für uns Popstars und Turrican 2 auf C64 und Amiga ihr Greatest-Hits-Album.

Turrican II (1991) - Golem retro_ Video aufrufen
    •  /