Covid-19: Sensible Daten bei Big-Data-Unternehmen

Großbritannien lässt sich in der Coronakrise von Palantir unterstützen. Laut Guardian werden dafür mehr Daten verarbeitet als zuvor bekannt.

Artikel veröffentlicht am , Anna Biselli
Wann wird wieder normales Leben in die Straßen einziehen?
Wann wird wieder normales Leben in die Straßen einziehen? (Bild: 2396521/Pixabay)

Großbritannien setzte im Kampf gegen das neue Coronavirus lange auf Herdenimmunität, schwenkte dann aber um und setzte wie in anderen Staaten auch zahlreiche Beschränkungen des öffentlichen Lebens um. Kurz darauf gab der staatliche Gesundheitsdienst NHS Ende März bekannt, dass der Inselstaat auch auf die Hilfe des umstrittenen Big-Data-Unternehmens Palantir zurückgreifen will, um Daten über das Infektionsgeschehen und die Kapazitäten des Gesundheitssystems zu modellieren. Laut einem Bericht des Guardian vom Montag sollen in diesem System eine große Menge vertraulicher Patientendaten zusammenkommen.

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Für den Covid-19 Datastore würden auch personenbezogene Daten wie Testergebnisse, klinische Informationen über Intensivpatienten und Inhalte von Anrufen bei der NHS-Hotline 111 verarbeitet. Diese Daten seien zwar anonymisiert, enthielten aber etwa bei den Anrufinformationen zusätzliche Daten wie die Postleitzahl, Symptome und das Geschlecht der Anrufer. Laut einem Sprecher für die Digitalisierungseinheit des NHS ist es den beteiligten Firmen nicht erlaubt, diese Daten für eigene Zwecke zu nutzen oder zu teilen.

Durch die Datensammlung sollen Entscheidungsträger eine bessere Lageübersicht bekommen und etwa auf einen Blick sehen können, wie viele Intensivbetten und Beatmungsgeräte wo verfügbar sind.

Schon zu Beginn waren Datenschützer skeptisch bei Kooperationen von Regierungen mit Unternehmen wie der US-Datenfirma Palantir. "Ich hasse es, in einer Zeit wie dieser zynisch zu sein, aber ich vermute, dass es hier eher um die Aufbesserung des eigenen Rufs geht als um einen altruistischen Versuch, den Dingen auf der Grundlage der Ratschläge von Gesundheitsexperten zu helfen", sagte etwa Edin Omanovic von Privacy International.

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Viele befürchten auch, dass derzeit aufgebaute Monitoring- und Überwachungskapazitäten auch über die Coronakrise hinaus benutzt werden könnten. Der NHS will den Datastore in Großbritannien nach der Pandemie wieder schließen. Die Behörde hofft jedoch gleichzeitig, nach der Krise die Erkenntnisse, die man von den Technologiepartnern gelernt habe, nutzen zu können, "um besser bei der datenschutzfreundlichen Datensammlung, -aggregation und -analyse zu werden".

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