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Counter-Strike: FBI ermittelt wegen organisierten Wettbetrugs im E-Sport

Weil Counter-Strike -Spieler von organisierten Syndikaten bestochen wurden, ermittelt das FBI wegen schweren Betrugs im professionellen E-Sport .
/ Manuel Bauer
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Counter-Strike: Global Offensive gehört zu den größten E-Sport-Disziplinen der Welt. (Bild: Valve)
Counter-Strike: Global Offensive gehört zu den größten E-Sport-Disziplinen der Welt. Bild: Valve

Organisierte Verbrechersyndikate sollen über einen längeren Zeitraum hinweg Counter-Strike -Spieler der nordamerikanischen Mountain Dew League bestochen haben, um den Ausgang von Partien zu beeinflussen. Das Ausmaß des damit einhergegangenen Wettbetrugs ist offenbar so groß, dass sich nun das FBI in die Ermittlungen eingeschaltet hat.

Wie der Chef der für Betrugsfälle im E-Sport zuständigen Esports Integrity Commission (ESIC) jüngst in einem Interview mit dem Youtuber Slash32(öffnet im neuen Fenster) sagte, handelt es sich um eine sehr kleine, aber signifikante Gruppe von Spielern, die regelmäßig Geld von externen Organisationen erhielt, um Matches nach deren Wünschen zu beeinflussen. Das FBI habe in diesem Zug seine erst kürzlich gegründete Sondereinheit für Sportwettenbetrug auf den Fall angesetzt.

Die Manipulation sei straff und professionell durchorganisiert und erstrecke sich bereits über eine längere Zeitspanne. Ob es schon Verhaftungen gegeben hat und welche Konsequenzen den Spielern und Drahtziehern drohen, bleibt unklar. Laut ESIC dauern die Ermittlungsarbeiten jedoch an und werden die Verantwortlichen noch längere Zeit beschäftigen.

Betrug im E-Sport nimmt zu

Betrug im E-Sport ist ein wachsendes Problem. Erst im Januar 2021 hatte die ESIC laut Kotaku(öffnet im neuen Fenster) 35 australische Profispieler mit Bannstrafen zwischen 12 und 60 Monaten belegt, weil diese nachweislich Matches manipuliert und teilweise auf ihre eigenen Partien gewettet hatten. Im Oktober 2020 hatte man sieben Spieler bei ähnlichen Vergehen erwischt. Sichergestellte Ingame-Chats und Kommunikationsverläufe via Discord liefern laut ESIC in allen Fällen die nötigen Beweise.

Weil Wettbetrug in Australien mit empfindlichen Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren geahndet wird, arbeitet die Organisation auch dort mit den lokalen Polizeibehörden zusammen. Erste Urteile in den australischen Verfahren erwartet die ESIC noch im April 2021.

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Die Organisation mit Niederlassungen in Australien und Großbritannien wurde 2016 gegründet, um für faire Bedingungen im professionellen E-Sport zu sorgen. Neben Wettbetrug ermittelt sie unter anderem bei Doping-Verdacht. Der Shooter Counter-Strike gehört seit Jahren zu den wichtigsten Disziplinen des E-Sports und geriet in Australien schon 2019 erstmals ins Visier der ESIC. Damals wurden laut Daily Esports(öffnet im neuen Fenster) fünf Spieler wegen Wettbetrugs und Spielmanipulation verhaftet.


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