Counter-Strike: E-Sportler berichtet über Doping mit Psychopharmaka

Der aus Kanada stammende E-Sportler Kory Friesen(öffnet im neuen Fenster) hat in einem Videointerview(öffnet im neuen Fenster) gesagt, dass er mit seinem ehemaligen Team Cloud9 bei einem der großen Turniere mit dem Psychopharmakon Adderall angetreten sei. Gemeint ist das im März 2015 ausgetragene ESL One im polnischen Katowice, bei dem Counter-Strike gespielt wurde; Cloud9 schied allerdings frühzeitig in der Gruppenphase aus.

Friesen erweckt in dem Interview den Eindruck, dass Doping in der Szene weit verbreitet sei. Er selbst scheint kein Problembewusstsein zu haben, sondern scherzt über die Kommentare, aus denen eigentlich jeder hätte schließen können, dass die Spieler irgendeine bewusstseinsverändernde Substanz zu sich genommen haben müssten.
Konkret nennt Friesen das Mittel Adderall. Das wirkt ähnlich wie Ritalin und soll die Konzentration verbessern, verfügt aber über beträchtliche Nebenwirkungen – von Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen bis hin zu allergischen Reaktionen und Impotenz. In den USA ist das Mittel weit verbreitet, in Deutschland und Österreich hingegen nicht zugelassen.
Hinweise auf Doping in der E-Sport-Szene gibt es immer wieder, so offen wie Friesen hat das aber noch keiner der Sport-Spieler ausgesprochen – stattdessen bestimmen oft Hacks und Cheats die Diskussionen, wenn es um unfaire Vorteile geht. Die Regeln der ESL(öffnet im neuen Fenster) verbieten jede Art von Doping ausdrücklich. Wer trotzdem zu "Drogen, Alkohol oder anderen Mittel zur Leistungsverbesserung" greift, muss damit rechnen, von den Turniern ausgeschlossen zu werden. Kontrollen finden derzeit nicht statt.