Cortana und Skype: Datenschutzerklärung weist auf menschliches Mithören hin

Microsoft hat seine Datenschutzerklärung überarbeitet. Darin erfährt der Kunde erstmals offiziell, dass Sprachaufnahmen von Menschen angehört werden, wenn Cortana oder Skype-Übersetzungen verwendet werden.

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Microsoft hat seine Datenschutzerklärung überarbeitet.
Microsoft hat seine Datenschutzerklärung überarbeitet. (Bild: Sergio Perez/Reuters)

Nutzer von Cortana und Skype erfahren erstmals direkt von Microsoft, dass sie damit rechnen müssen, dass Sprachaufnahmen mitgehört werden. Microsoft hat seine Datenschutzerkärung überarbeitet und darin erstmals eine menschliche Beteiligung für Kunden bekanntgegeben. Bisher fehlte ein solcher Hinweis in der Datenschutzerklärung. Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass Microsoft-Mitarbeiter Sprachaufnahmen mithören, die beim Einsatz von Cortana oder Skypes Übersetzungsfunktion anfallen.

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In der neuen Fassung der Datenschutzerklärung heißt es: "Die Verarbeitung personenbezogener Daten für diese Zwecke umfasst sowohl automatisierte als auch manuelle (menschliche) Verarbeitungsmethoden. Unsere automatisierten Methoden stehen häufig im Zusammenhang mit unseren manuellen Methoden und werden von diesen unterstützt." Das gilt sowohl für Cortana-Aufnahmen als auch für Mitschnitte von Skype-Anrufen, wenn dabei die Übersetzungsfunktion des Dienstes genutzt wird.

"Um die Genauigkeit unserer automatisierten Verarbeitungsmethoden (einschließlich KI) zu trainieren und zu verbessern, überprüfen wir manuell einige der Vorhersagen und Schlussfolgerungen, die mit den automatisierten Methoden erstellt wurden", heißt es in der Datenschutzerklärung weiter. Microsoft hat derzeit keine Pläne, das Mithören der Sprachaufnahmen durch Menschen zu stoppen.

In den vergangenen Monaten wurde zuerst bekannt, dass bei Amazon Alexa-Mitschnitte von Menschen angehört und mit Nutzerdaten verknüpft werden. Danach wurde das Mithören beim Google Assistant bekannt, dann traf es Apple mit Siri. Alle Anbieter digitaler Assistenten haben versäumt, bei der Einrichtung auf das Mithören durch Menschen hinzuweisen.

Google und Apple haben Auswertung von Mitschnitten gestoppt

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Google setzte Anfang Juli die Auswertung der Google-Assistant-Aufnahmen durch Menschen aus - auf Druck des Hamburger Datenschützers Johannes Caspar, der ein Verwaltungsverfahren gegen Google eingeleitet hatte. Allerdings gilt das nur innerhalb der EU und auch nur für drei Monate.

Apple folgte mit einem weltweiten Stopp des Mithörens der Siri-Sprachaufnahmen durch Menschen. Der Konzern will es Nutzern in einem künftigen Software-Update ermöglichen, das nachträgliche Anhören von Mitschnitten durch Mitarbeiter zu untersagen. Wann ein solches Software-Update kommen wird, ist nicht bekannt.

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