Corsair K100 im Test: Die Tastatur für Fans von flachen mechanischen Schaltern
Flache Tasten wie beim Notebook, trotzdem soll sich die Corsair K100 Air für Spiele eignen - ohne Kabel. Wir sind etwas skeptisch.
Viele Menschen mögen mechanische Tastaturen. Die Geräte haben hohe Tastenkappen, meist einen langen Schaltweg und drücken sich entsprechend tief ein. Andere wiederum meiden herkömmliche mechanische Tastaturen genau deshalb und ziehen flache vor. Nicht umsonst finden Hersteller viele Abnehmer für das Apple Magic Keyboard oder die Logitech G915 TKL.
Corsair setzt genau bei dieser Zielgruppe an und bringt die K100 Air heraus. Die ist nicht besonders luftig, sondern sehr flach gehalten. Das Air bezieht sich auf die zusätzliche kabellose Funktion - ja, hier ist ein 2,4-GHz-Funksender integriert. Das Ergebnis ist eine Mischung aus flachen und ergonomisch besser geeigneten Flachtastaturen wie der Cherry Stream oder dem Apple Magic Keyboard und mechanischen Gaming-Tastaturen wie der Logitech G915 Lightspeed.
Genau die ist es, mit der sich die noch teurere K100 Air auch messen muss. Wir sehen Corsairs Alternative als interessante, aber schlussendlich meist schlechtere Alternative an. Warum das so ist und warum die Corsair-Tastatur sicher auch Liebhaber finden wird, erklären wir im Folgenden.
Tolle Verarbeitung, viele Makrotasten
Die K100 Air ist sehr gut verarbeitet. Die Tasten wackeln nicht und tippen sich beim ersten Ausprobieren direkt straff. Die obere Gehäuseschale besteht aus gebürstetem Metall und lässt Parallelen zu anderen Corsair-Tastaturen wie der K70 erkennen. Die K100 Air wird ausschließlich im Full-Size-Design angeboten. Oberhalb des Nummernblocks sind per Software konfigurierbare Makrotasten nutzbar. Zur Software kommen wir noch, die ist nämlich weiterhin grauenhaft schlecht umgesetzt - aber zum Glück keine Pflicht.
Die Unterseite der K100 Air ist mit Kunststoff verkleidet. Dort befinden sich auch die in zwei Stufen einstellbaren Standfüßchen. Das flache Design der Tastatur ist gerade für Umsteiger, die von einer Cherry-Style-Tastatur mit hohen Keycaps kommen, erst einmal gewöhnungsbedürftig. Die Klappfüße helfen dabei. Rein ergonomisch ergibt das flache Profil aber durchaus Sinn, da wir die Handgelenke weniger stark beugen müssen. Diesen Vorteil hat die G915 von Logitech ebenfalls.
Generell scheint das Design durchdacht. Corsair verbaut in der oberen rechten Ecke wieder eine nützliche Lautstärkerolle und diverse Medientasten. Ab Werk kann zudem die Windows-Taste auf Knopfdruck gesperrt werden, was in Games einiges an Frust einsparen kann. Und was ist das: ein kleines Fach für den Funkadapter? Den können wir bei Bedarf an der Oberseite der Tastatur verstauen - clevere Idee.
Akkulaufzeit lang genug
Alternativ können wir die Tastatur auch per USB-C-Kabel verbinden und damit den Akku aufladen. Interessant: Mittels Bluetooth verbinden wir drei verschiedene Geräte und schalten sie dann mit Makrotasten um. Das kann helfen, wenn wir mehrere Geräte mit einer Tastatur steuern wollen, etwa den HTPC am Fernseher und das Desktopsystem im Arbeitszimmer.
Da die K100 Air kabellos funktioniert, ist sie sicher als Couch-Tastatur einen Blick wert. Die Akkulaufzeit gibt Corsair mit 50 Stunden (200 Stunden ohne RGB) an. Wir konnten über den stabileren 2,4-GHz-Modus mindestens sechs Tage am Stück schreiben und spielen - und wir schreiben und spielen viel. Den Bluetooth-Modus würden wir zum Zocken nicht empfehlen, was aber nicht am Gerät liegt. Das Bluetooth-Protokoll ist einfach nicht für geringe Latenzen und eine stabile Verbindung ausgelegt. Dafür hält der Akku per Bluetooth noch länger durch.
8.000 Hz möglich
Kabellos kann die Tastatur mit einer Abtastrate von 1.000 Hz (per 2,4-GHz-Dongle) Kommandos verarbeiten. Die 1.000 Hz sind bei den meisten Tastaturen, ob kabellos oder kabelgebunden, Standard. Alternativ können wir die K100 Air mit Kabel auch bei 8.000 Hz betreiben, was die Eingabelatenz und dadurch die Zeit vom Knopfdruck bis zur Bewegung der Spielfigur weiter reduziert. In der Praxis sind andere Faktoren wie die Bildrate des Panels, die Internetverbindung und das menschliche Wahrnehmungsvermögen aber viel wichtiger. Die wenigsten User dürften den Unterschied zwischen 1.000 und 8.000 Hz merken.
Definitiv merken sie aber das ungewöhnliche Tippgefühl auf den flachen Cherry-MX-Ultra-Low-Profile-Switches. Die haben wir übrigens schon einmal in anderen Produkten gesehen.