corp.com: Microsoft kauft gefährliche Domain

Alte, fehlerhaft konfigurierte Windowsversionen verbinden sich häufig zur Domain corp.com und geben Daten preis.

Artikel veröffentlicht am ,
Frühere Windows-Versionen verbinden sich fehlerhafterweise zu corp.com - jetzt hat Microsoft die Domain gekauft.
Frühere Windows-Versionen verbinden sich fehlerhafterweise zu corp.com - jetzt hat Microsoft die Domain gekauft. (Bild: efes, Wikimedia Commons/CC0 1.0)

Microsoft hat die Domain corp.com gekauft, um zu verhindern, dass sie von Kriminellen kontrolliert wird. Darüber berichtet der Journalist Brian Krebs in seinem Blog. Der Hintergrund sind demnach Standardeinstellungen in alten Windowsversionen, die dazu führen, dass viele für Firmennetzwerke konfigurierte Windowssysteme sich mit der Domain verbinden und dabei auch Zugangsdaten preisgeben.

Stellenmarkt
  1. Technology Generalist Business Innovation (m/w/d)
    ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG, Mülheim an der Ruhr
  2. Senior Operations Architect ServiceNow (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte
Detailsuche

Im Jahr 1994, als das Internet noch kein Massenmedium war, kaufte Mike O'Connor zahlreiche attraktive Domainnamen wie place.com, television.com und corp.com. Einige der Domains verkaufte O'Connor gewinnbringend, doch corp.com behielt er bis vor kurzem.

Alte Windowsversionen nutzen Standardnamen corp

Frühe Versionen von Active Directory unter Windows nutzten die Endung corp standardmäßig als Hostnamen für interne Firmennetzwerke. Und hier begann das Problem: Wird ein Windowsrechner aus einem solchen Netzwerk entfernt, versucht dieser sich zu corp zu verbinden. Funktioniert das nicht, wird automatisch die Endung .com angehängt. Damit landet die Verbindung beim Besitzer der Domain corp.com.

Auch nutzte Microsoft die Domain zeitweise als Beispiel im Webseiten-Editor Frontpage, worauf eine archivierte Version von corp.com hinweist.

Golem Akademie
  1. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, Online
  2. Penetration Testing Fundamentals
    23.-24. September 2021, online
  3. Linux-Systeme absichern und härten
    8.-10. November 2021, online
Weitere IT-Trainings

Obwohl Windows die Standardeinstellung vor vielen Jahren änderte und entsprechende Sicherheitswarnungen veröffentlichte, gibt es immer noch viele Netzwerke, die von dem Problem betroffen sind. Laut Krebs liegt das auch daran, dass ein Umkonfigurieren bestehender Netzwerke nicht ganz trivial ist und zu Problemen führen kann.

Hunderttausende Verbindungen mit Zugangsdaten

Für ein Forschungsprojekt hatte O'Connor dem Sicherheitsforscher Jeff Schmidt für kurze Zeit die Kontrolle über corp.com gegeben. Laut einem älteren Bericht von Brian Krebs beobachtete Schmidt dabei innerhalb weniger Minuten Verbindungen von Hunderttausenden Systemen und hätte dabei von vielen die Netzwerk-Zugangsdaten einsammeln können. Schmidt entschloss sich, das Experiment schnell zu beenden und die gesammelten Daten zu löschen.

Im Februar dieses Jahres hatte O'Connor angekündigt, die Domain zu verkaufen. Er wollte dafür einen stolzen Preis - 1,7 Millionen Dollar. Für eine attraktive Domain sind solche Preise allerdings nicht ungewöhnlich. Sicherheitsexperten sorgten sich, dass die Domain in falsche Hände geraten und für kriminelle Zwecke missbraucht werden könnte. Das hat Microsoft jetzt durch den Kauf verhindert. Ob Microsoft den von O'Connor geforderten Preis gezahlt hat, ist nicht bekannt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


bda7811edacfaaa... 08. Apr 2020

Hätten sie einfach den Hostnamen ordnungsgemäß mit einem Punkt abgeschlossen, hätte es...

FreiGeistler 08. Apr 2020

Naja... ich habe noch gelernt, man solle AD im Netz blocken, wenn man es nicht aktiv...

FreiGeistler 08. Apr 2020

Kenne kein OS, das einfach so servt. Dafür ist üblicherweise eine Server-Software...

redmord 08. Apr 2020

Ist die Kommunikation überhaupt verschlüsselt oder kann man an jedem beliebigen Router...

redmord 08. Apr 2020

Wenn die eigene Infrastruktur die Domain nicht nutzt, ist das völlig okay, oder...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cyrcle Phone 2.0
Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten

Dass Mobiltelefone in den letzten 20 Jahren meist nicht rund gewesen sind, scheint einen guten Grund zu haben, wie das Cyrcle Phone 2.0 zeigt.

Cyrcle Phone 2.0: Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten
Artikel
  1. A New Beginning: Jetzt wird Outcast wirklich fortgesetzt
    A New Beginning
    Jetzt wird Outcast wirklich fortgesetzt

    Rund 22 Jahre nach dem Start des ersten Teils gibt es die Ankündigung von Outcast 2 für Xbox Series X/S, Playstation 5 und Windows-PC.

  2. Bundesinnenministerium: Nur jede neunte Verwaltungsleistung ist digitalisiert
    Bundesinnenministerium
    Nur jede neunte Verwaltungsleistung ist digitalisiert

    Meldebescheinigungen oder Baugenehmigungen warten weiter auf die Digitalisierung.

  3. Smartphones: Huawei versucht nicht mehr, die besten Produkte zu machen
    Smartphones
    Huawei versucht nicht mehr, die besten Produkte zu machen

    Das Handelsembargo der USA gegen Huawei zeigt Wirkung, wenn auch anders als geplant.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • iPhone 13: jetzt alle Modelle vorbestellbar • Sony Pulse 3D PS5-Headset Midnight Black vorbestellbar 89,99€ • Breaking Deals mit Club-Rabatten (u. a. Samsung 65" QLED 1.189,15€) • WD Black SN750 1TB 96,99€ • Amazon Exklusives in 4K-UHD • GP Anniversary Sale: History & War [Werbung]
    •  /