Coronavirus-Krise: IT-Firmen kritisieren Stopp von Visa-Programm

Wegen der Coronavirus-Pandemie schränkt US-Präsident Trump die Einreise ausländischer Fachkräfte stark ein. Das gefällt den IT-Firmen gar nicht.

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Ebenso wie 2017 drängt US-Präsident Trump auch in der Coronakrise auf die Beschäftigung von US-Bürgern.
Ebenso wie 2017 drängt US-Präsident Trump auch in der Coronakrise auf die Beschäftigung von US-Bürgern. (Bild: Kevin Lamarque/Reuters)

Mehrere US-amerikanische IT-Konzerne kritisieren die von US-Präsident Donald Trump verlängerte Aussetzung von Visa-Programmen. Vor allem jetzt sei es wichtig, mit Hilfe von ausländischen Talenten die US-Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, sagte ein Google-Sprecher nach Angaben von Ars Technica. Ein Sprecher des Versandhändlers Amazon sagte: "Wir lehnen die kurzsichtige Reaktion der Regierung ab." Laut Ars Technica betrifft die Verfügung auch festangestellte Mitarbeiter der Firmen. Inhaber von Green-Cards sind nicht betroffen.

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Trump hatte am Dienstag angekündigt, die im April beschlossene 60-tägige Aussetzung bestimmter Visa-Programme bis Ende dieses Jahres zu verlängern. Trump begründete die Verlängerung mit den hohen Arbeitslosenzahlen aufgrund der Coronavirus-Pandemie. "Amerikanische Arbeiter konkurrieren mit Ausländern um Arbeitsplätze in allen Bereichen unserer Wirtschaft, dazu gehören auch Millionen von Ausländern, die in die Vereinigten Staaten für Zeitarbeitsjobs einreisen." Unter den außergewöhnlichen Umständen der wirtschaftlichen Rezession wegen der Pandemie bedeuteten die Visa-Programme "eine ungewohnte Bedrohung für die Beschäftigung amerikanischer Arbeiter". Im Mai 2020 lag die Arbeitslosenquote in den USA bei 13,3 Prozent.

Dauerstreit um Experten-Visa

Betroffen sind die Programme H-1B, H-2B, J und L. Die Entscheidung soll jedoch alle zwei Monate vom Ministerium für Heimatschutz überprüft werden.

Die H-1B-Visa sind die gängigsten Arbeitsvisa, mit denen etwa IT-Firmen internationale Mitarbeiter ins Land holen können. Das H-1B-Programm ist in diesem Jahr auf 65.000 Visa begrenzt. Analysen der Personalberatungsfirma Dice zufolge hat alleine Google im Jahr 2019 rund 7.600 H-1B-Visa erhalten, gefolgt von Facebook (1.521) und Apple (836). Allerdings hat Apple fast 2.300 Ausländer mit solchem Visum über Vertragsfirmen beschäftigt, während es bei Google nur knapp 900 waren. Vor allem große Beratungs- und Outsourcing-Firmen wie HCL und Cognizant beantragen laut Engadget die Visa und bringen viele Programmierer in die Firmen.

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Seit dem Amtsbeginn von Trump liegt die US-Regierung im Clinch mit den IT-Firmen wegen der Arbeitsvisa. So wollte die Regierung schon im April 2017 schärfer gegen einen angeblichen Missbrauch bei der Visavergabe vorgehen. Die Einwanderungs- und Ausländerbehörde USCIS erklärte damals, dass durch das H-1B-Programm zu viele qualifizierte und arbeitswillige US-Bürger benachteiligt worden seien. Priorität habe der "Schutz" der amerikanischen Arbeitnehmer. Die Behörde werde zufällige und unangekündigte Besuche bei Firmen machen.

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