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Coronavirus: "Ein Selbstbau-Medizingerät ist potenziell gefährlich"

Mit der Verbreitung des Coronavirus melden sich immer mehr Menschen freiwillig und wollen helfen. Andere warnen vor Übereifer.
/ Oliver Nickel
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3D-Drucker haben bereits bei der Herstellung von Teilen für medizinische Ausrüstung geholfen. (Bild: Pixabay.com)
3D-Drucker haben bereits bei der Herstellung von Teilen für medizinische Ausrüstung geholfen. Bild: Pixabay.com / CC0 1.0

Vor kurzem hat ein italienischer Ingenieur in Mailand mit Hilfe eines 3D-Druckers ein Ventil für Beatmungsgeräte in einem Krankenhaus(öffnet im neuen Fenster) hergestellt. Das Ergebnis habe wohl diverse Leben gerettet und dabei geholfen, Covid-19-Erkrankten zu helfen. Das berichtet das Magazin 3D Printing Media Network. Generell versuchen einige Gruppen, Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen freiwillig zur Seite zu stehen.

Aus diesem Grund wurde etwa die Organisation Project Open Air(öffnet im neuen Fenster) gegründet. In einem Slack-Channel versammeln sich viele Ingenieure und Entwickler, um an medizinischen Geräten für die Versorgung von Patienten zu tüfteln. Ein weiteres dieser Projekte ist Helpful Engineers(öffnet im neuen Fenster) , das laut eigenen Aussagen bereits mehr als 4.000 Mitglieder per Slack verbindet. Beide Gruppen arbeiten als Einheit zusammen.

Selbstbau-Geräte als Risiko

Einige Nutzer haben auf der Community-Plattform Reddit(öffnet im neuen Fenster) diese Initiative bereits diskutiert. Dabei sind sich Menschen einig: Der Gedanke ist nobel und gut gemeint. Allerdings sehen viele Nutzer darin auch Probleme: Selbstentwickelte medizinische Geräte werden mit großer Wahrscheinlichkeit von Krankenhäusern abgelehnt, solange sie nicht diversen Auflagen entsprechen.

"Ein Selbstbau-Medizingerät ist potenziell gefährlich" , sagt der Nutzer dangersandwich, der seinerseits wohl selbst Ingenieur für Luftfahrt und Verteidigung ist. "Amerikanische Krankenhäuser werden dies niemals akzeptieren" , sagt der Nutzer Elfich47. "Es gibt eine große Wahrscheinlichkeit, mehr Tode zu verursachen als Leben zu retten" , sagt ein weiterer Kommentator im Thread.

Je mehr Menschen sich freiwillig zum Helfen anbieten, desto größer ist aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass darunter tatsächlich Leute sind, die auch effektiv helfen können. Daher ist der Gedanke von Initiativen wie Project Open Air richtig.


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