Coronapandemie: Wenige Gesundheitsämter nutzen Kontaktverfolgungssoftware

Es gibt eine Open-Source-Software zur Pandemieeindämmung. Doch die ist nur bei wenigen Ämtern im Einsatz.

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Corona-App (Symbolbild): Abtippen von Excel-Tabellen zur Kontaktnachverfolgung
Corona-App (Symbolbild): Abtippen von Excel-Tabellen zur Kontaktnachverfolgung (Bild: iXimus/Pixabay)

Kontaktverfolgung per Excel: Für die Rekonstruktion von Infektionsketten in der aktuellen Pandemie gibt es eine Software des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI). Doch ein Großteil der Gesundheitsämter nutzt diese nicht.

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Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System, kurz Sormas, heißt das System, welches das in Braunschweig ansässige HZI während der Ebola-Epidemie in Westafrika im Jahr 2014 entwickelt hatte. Für die Covid-19-Pandemie wurde das System um ein Modul für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) erweitert. Der Einsatz des Systems soll den Gesundheitsämtern die Arbeit erleichtern.

Nicht einmal ein Drittel nutzt Sormas

Allerdings setzen es nur wenige der insgesamt 375 Gesundheitsämter ein: Sormas sei "zum 31. Dezember 2020 in 111 Gesundheitsämtern eingerichtet und betriebsbereit" gewesen, schrieb Thomas Gebhart, parlamentarischer Staatssekretär im Gesundheitsministerium, auf eine Anfrage. Diese kam von Maria Klein-Schmein, der gesundheitspolitischen Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag.

Sormas-ÖGD ist ein Open-Source-Programm, das es den Gesundheitsämtern vereinfachen soll, Infektionsketten zu verfolgen und Kontaktpersonen zu finden. Außerdem erleichtert es den Austausch von Daten zwischen den Gesundheitsämtern.

Sormas ist schnell einsatzbereit

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Das System könne schnell installiert werden, eine Einführung sei auch in der akuten Phase der Pandemie möglich, sagte Gérard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie am HZI, vor Weihnachten dem NDR. "Sormas kann in vier Schritten und in 48 Stunden nach Vertragsunterzeichnung in jedem Gesundheitsamt in Deutschland gestartet werden."

Klein-Schmein forderte, dass Sormas umgehend in allen Gesundheitsämter eingeführt werden müsse. "Bei den aktuellen Infektionszahlen können wir uns Steinzeitmethoden wie die händische Erfassung oder das Abtippen von Excel-Tabellen zur Kontaktnachverfolgung nicht mehr leisten. Es ist mir schleierhaft, wie fast ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie über zwei Drittel der Ämter noch immer nicht über die entsprechende Software verfügen."

Ämter bevorzugen eigene Lösungen

In vielen Gesundheitsämtern sind eigenen Lösungen im Einsatz. Deshalb ist der Wille zu einem Umstieg auf das HZI-System nicht da. "Unsere eigene Datenbank läuft derzeit aber stabil und erfüllt alle Anforderungen. Während der laufenden Pandemie ist eine Umstellung daher nicht in Planung", teilte etwa die Stadt Bochum per Twitter mit.

Zudem im Einsatz ist das Deutsche Elektronische Melde-und Informationssystem für den Infektionsschutz (Demis) des Robert Koch-Instituts (RKI). Darüber konnten Ende Dezember laut Staatssekretär Gebhart alle Gesundheitsämter Meldungen empfangen.

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