Coronapandemie: Schleswig-Holstein lässt Lizenz für Luca-App auslaufen

In den meisten anderen Bundesländern gibt es noch keine Entscheidung, ob beim Kampf gegen Corona weiterhin auf die Luca-App gesetzt wird.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Luca-App wird in vielen Bundesländern eingesetzt - wie lange noch?
Luca-App wird in vielen Bundesländern eingesetzt - wie lange noch? (Bild: Nexenio/Montage: Golem.de)

Die Zukunft der Luca-App zur Nachverfolgung von Kontakten in der Coronapandemie ist in den meisten Bundesländern ungewiss, auch wenn diese Länder derzeit noch eine Luca-Lizenz nutzen. Nur in einem Bundesland ist bereits entschieden, den Vertrag mit dem privaten Betreiber zu kündigen. In einem weiteren Bundesland gibt es eine Empfehlung, den Vertrag nicht zu verlängern.

Stellenmarkt
  1. Hauptsachbearbeiter*in (w/m/d) Krypto- / Sicherheitsmanagement
    Der Polizeipräsident in Berlin, Berlin
  2. Firewall Security Architekt (m/w/d)
    Radeberger Gruppe KG, Frankfurt
Detailsuche

Zwölf andere Bundesländer prüfen das weitere Vorgehen, hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben. Drei Bundesländer haben bisher keinen Vertrag mit der Luca-App. Dazu gehören Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen. In diesen Ländern nutzen jedoch einzelne Gesundheitsämter die App.

Die Luca-App soll bei Restaurantbesuchen und Veranstaltungen helfen, die in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen. Sie kann direkt mit den Gesundheitsämtern verbunden werden. Auch Impfnachweise können hinterlegt werden. Die Corona-Warn-App der Bundesregierung informiert Bürger wiederum anonym über ein mögliches Infektionsrisiko.

Datenschützer sehen Risiko bei Luca-Nutzung

Datenschützer sehen Risiken in der zentralen Speicherung der Daten in der Luca-App, der Anbieter verweist auf einen Schutz durch Verschlüsselungstechnik. Die App wird von Gesundheitsämtern unterschiedlich oft genutzt. Der Deutsche Landkreistag beurteilt Luca positiv. "Das Luca-System kann die Gesundheitsämter entlasten und sollte deshalb weiterhin im Einsatz bleiben", sagte eine Sprecherin.

Golem Akademie
  1. Unreal Engine 4 Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    28. Februar–2. März 2022, Virtuell
  2. Kotlin für Java-Entwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    03.–04. Februar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Luca-App sorgte zuletzt für Diskussion: Die Polizei in Mainz griff bei Ermittlungen zu einem tödlichen Sturz in einer Gaststätte über das Gesundheitsamt auf Daten aus der Luca-App zu - ohne ausreichende Rechtsgrundlage. Als Folge forderten einzelne Politiker, dass Bundesländer auslaufende Verträge der App nicht verlängern sollten. Die Aktion der Polizei in Mainz wurde vom Anbieter der Luca-App scharf kritisiert.

Deswegen hat Schleswig-Holstein den Vertrag nicht verlängert

Als bisher einziges Bundesland hat sich Schleswig-Holstein entschieden, die Lizenz für Luca auslaufen zu lassen. Die Entscheidung zur Kündigung zum März 2022 sei vor allem gefallen, weil die Corona-Landesverordnung seit September 2021 keine Pflicht mehr zur Erhebung der Kontaktdaten umfasse, sagte eine Sprecherin des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages.

In Sachsen-Anhalt empfiehlt Digitalministerin Lydia Hüskens (FDP) ein Vertragsende, "weil mit der Corona-Warn-App eine staatlich finanzierte App vorhanden ist, die Funktionalitäten analog zur Luca-App bietet". Die Erleichterungen für Gesundheitsämter seien nicht im erhofften Umfang eingetreten. Der Vertrag läuft im März 2022 aus.

Das Gesundheitsministerium von Baden-Württemberg will erst Ende Februar 2022 vor Fristende im März 2022 entscheiden, wie es mit der Luca-App weitergeht. Die Landesregierung sieht die App als "guten und datenschutzkonformen Baustein" der Vorsorge, betont aber, Corona-Warn-App und Luca-App könnten gleichzeitig genutzt werden. Innerhalb von 28 Tagen hätten zuletzt mehr als 5,9 Millionen Menschen die Luca-App genutzt. Der netzpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Alexander Salomon, hält die Luca-App bei Warnung und Nachverfolgung dagegen für "mausetot".

Hohe Rabatte bei den Amazon Blitzangeboten

Die meisten Bundesländer entscheiden erst später

In den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland endet die Lizenz für die Luca-App im März, aber alle haben noch nicht entschieden, ob die Lizenz verlängert wird. Das gilt auch für Bayern, in diesem Land läuft die Lizenz Anfang April 2022 aus.

Berlin sieht den bisherigen Einsatz als positiv an. In Brandenburg wird die Corona-Warn-App als gute Alternative zu Luca angesehen, seitdem damit ebenfalls der Check-in für Gaststätten und Restaurants möglich ist. Eine Befragung des Gesundheitsministeriums 2021 ergab, dass nur ein Gesundheitsamt von einer produktiven Nutzung von Luca berichtete.

In Bremen wurden seit der Einführung im Frühjahr 2021 nur zehn Mal Daten von Luca abgefragt. Aber der Stadtstaat sieht einen Vorteil: "Das System ist einfach in der Bedienung im Gesundheitsamt." "Rheinland-Pfalz liegt viel an einer gemeinsamen Lösung", sagte Regierungssprecherin Andrea Bähner. Der Landesdatenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann fordert, "ernsthaft zu prüfen, ob die Luca-App als Instrument zur Pandemie-Bekämpfung noch gebraucht wird". Möglicherweise reiche die Corona-Warn-App aus.

Betreiber der Luca-App hofft auf eine Verlängerung der Verträge

Patrick Hennig, Geschäftsführer des Luca-Betreibers Nexenio, appellierte an die Länder, am bisherigen Höhepunkt der Inzidenzen alle etablierten technischen Mittel zu nutzen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. "Luca-App und Corona-Warn-App ergänzen sich dabei perfekt."

Besonders wenn die Inzidenzen sehr hoch seien und sehr häufig Corona-Warn-App-Meldungen erscheinen, seien Informationen zum individuellen Risiko besonders wichtig. "Und die liefert nur die Luca-App", sagt Hennig. Die Angaben zu Umständen, Ort und Zeit einer möglichen Infektion seien "oft das Zünglein an der Waage, das einen dazu bewege, sich wirklich in Isolation zu begeben oder zumindest testen zu lassen".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Reddit
IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig

Ein anonymer Entwickler will unbemerkt seinen Job vollständig automatisiert haben. Dem Arbeitgeber sei dies seit einem Jahr nicht aufgefallen.

Reddit: IT-Arbeiter automatisiert seinen Job angeblich vollständig
Artikel
  1. Deutsche Telekom: iPads für mehr als 400.000 Schüler in Rheinland-Pfalz
    Deutsche Telekom
    iPads für mehr als 400.000 Schüler in Rheinland-Pfalz

    Rheinland-Pfalz beschafft iPads für 1.660 Schulen. Die Ausschreibung hat die Deutsche Telekom gewonnen. Auch Notebooks gibt es.

  2. Bundesservice Telekommunikation: Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?
    Bundesservice Telekommunikation  
    Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?

    Die IT-Sicherheitsexpertin Lilith Wittmann hat eine dubiose Bundesbehörde ohne Budget entdeckt. Reicht das für einen Wikipedia-Artikel?

  3. Elektroauto: VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar
    Elektroauto
    VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar

    Der e-Up gehörte 2021 zu den meistgekauften Elektroautos. Nun will VW den Kleinwagen wieder verfügbar machen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 12GB bei Mindfactory • MindStar (u.a. GTX 1660 6GB 499€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • WSV bei MediaMarkt • Asus Gaming-Notebook 17“ R9 RTX3060 • 1.599€ Philips OLED 65" Ambilight 1.699€ • RX 6900 16GB 1.499€ • Samsung QLED-TVs günstiger [Werbung]
    •  /