• IT-Karriere:
  • Services:

Coronapandemie: Robert Koch-Institut sammelt Gesundheitsdaten von Sportuhren

Mit Hilfe der Auswertungen von Ruhepuls, Schlaf und Aktivitätsniveau soll die regionale Verbreitung potenziell Infizierter ermittelt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Ruheherzfrequenz auf einer Garmin Fenix 6X
Ruheherzfrequenz auf einer Garmin Fenix 6X (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Das Robert Koch-Institut hat eine für iOS und Android verfügbare App namens Corona-Datenspende veröffentlicht, mit der die Daten von Fitnessarmbändern und Smartwatches gesammelt und analysiert werden sollen.

Stellenmarkt
  1. CURRENTA GmbH & Co. OHG, Leverkusen
  2. AdS Consulting GmbH, Aschaffenburg

"Bei einer akuten Atemwegserkrankung ändern sich die Vitalzeichen in den meisten Fällen deutlich. Daher können auch typische Covid-19-Symptome wie Fieber durch die App erkannt werden", schreibt das Institut.

Wenn genug Nutzer die Anwendung mit ihren Wearables unterstützen und Daten über ihren Ruhepuls, ihren Schlaf und ihr Aktivitätsniveau bereitstellen, soll damit eine Karte erstellt werden. "Diese zeigt die regionale Verbreitung potenziell Infizierter bis auf Ebene der Postleitzahl", schreibt das Institut.

Für die Karte soll eine (offenbar noch nicht fertige) Webseite regelmäßig aktualisiert werden. Die Karte soll helfen, Infektionsschwerpunkte zu erkennen und damit ein genaueres Bild über die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 zu gewinnen.

Bei der Einrichtung der App wird der Nutzer nicht nur um seine Postleitzahl gebeten. Er soll mit der Eingabe seines Nutzerkontos und seines Passworts auch den Zugriff auf seine persönlichen Gesundheitsdaten bei Garmin, Polar, Fitbit und anderen Herstellern von Smartwatches erlauben. Bei Apple Health und Google Fit muss die Freigabe zum Teilen der Daten erteilt werden.

Über einen bereitgestellten Code sollen Anwender anonym jederzeit die Löschung oder Korrektur ihrer Daten beantragen können. "Die Nutzung der App ist freiwillig und pseudonymisiert", schreibt das Robert Koch-Institut. Es habe zu keiner Zeit Kenntnis über persönliche Informationen wie Name oder Anschrift der App-Nutzer.

Die App sei von dem Institut gemeinsam mit dem E-Health-Unternehmen Thryve und unter Einbeziehung des Bundesdatenschutzbeauftragten entwickelt worden.

Nach Angaben des Instituts haben sich in den USA ähnliche Fallschätzungen auf Basis von Smartwatch- und Fitnessarmband-Daten in Grippewellen als "sehr treffgenau" erwiesen. Die Corona-Datenspende-App sei aber nicht dazu gedacht, Covid-19 im Einzelfall zuverlässig zu diagnostizieren. "Sie ersetzt keinesfalls die regulären Tests auf das Virus", schreiben die Wissenschaftler.

In den Foren von Smartwatch- und Sportuhrherstellern wird schon länger diskutiert, ob die Nutzer mit Hilfe von Ruhepuls, Sauerstoffsättigung und Herzfrequenzschätzungen etwa schon vor dem Auftreten von Symptomen mit dem Coronavirus erkennen können, ob sie infiziert sind.

Vereinzelt sind auch Berichte von offenbar tatsächlich infizierten Personen mit Symptomen wie Müdigkeit und Husten zu finden, etwa hier bei Garmin.

Diese Anwender berichten, ihre Sportuhren hätten keine so auffälligen Werte angezeigt, dass sie dadurch frühzeitig gewarnt gewesen wären. Gewisse individuelle Schwankungen etwa beim Ruhepuls sind bei den Wearables normal, sie sind auch nicht als medizinische Geräte zertifiziert.

Wenn sehr viele Daten gesammelt werden, könnte sich möglicherweise dennoch ein lokaler Trend erkennen lassen - das hofft nun zumindest das Robert Koch-Institut.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

WalterSobchak 08. Apr 2020 / Themenstart

Gut, dass wir uns im Grunde ja einig sind ;) Jetzt mal die RKI App decompilieren und...

franzropen 07. Apr 2020 / Themenstart

Statt vernünftige Daten per Stichprobentests zu machen, wird wieder versucht das ganze...

Peter Brülls 07. Apr 2020 / Themenstart

Wenn man direkt WiFit angibt, wird nach Nutzername und Passwort gefragt. Ich gehe mal...

Flasher 07. Apr 2020 / Themenstart

Gibt es dafür auch Unterstützung?

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Disney Plus - Test

Der Streamingdienst Disney Plus wurde am 24. März 2020 endlich auch in Deutschland gestartet. Golem.de hat die Benutzeroberfläche einem Test unterzogen und auch einen Blick auf das Film- und Serienangebot des Netflix-Mitbewerbers geworfen.

Disney Plus - Test Video aufrufen
Change-Management: Wie man Mitarbeiter mitnimmt
Change-Management
Wie man Mitarbeiter mitnimmt

Wenn eine Firma neue Software einführt oder Prozesse digitalisiert, stößt sie intern oft auf Skepsis. Häufig heißt es dann, man müsse "die Mitarbeiter mitnehmen" - aber wie?
Von Markus Kammermeier

  1. Digitalisierung in Deutschland Wer stand hier "auf der Leitung"?
  2. Workflows Wenn Digitalisierung aus 2 Papierseiten 20 macht
  3. Digitalisierung Aber das Faxgerät muss bleiben!

Energieversorgung: Wasserstoff-Fabrik auf hoher See
Energieversorgung
Wasserstoff-Fabrik auf hoher See

Um überschüssigen Strom sinnvoll zu nutzen, sollen in der Nähe von Offshore-Windparks sogenannte Elektrolyseure installiert werden. Der dort produzierte Wasserstoff wird in bestehende Erdgaspipelines eingespeist.
Ein Bericht von Wolfgang Kempkens

  1. Industriestrategie EU plant Allianz für sauberen Wasserstoff
  2. Energie Dieses Blatt soll es wenden
  3. Energiewende Grüner Wasserstoff aus der Zinnschmelze

Core i9-10900K & Core i5-10600K im Test: Die Letzten ihrer Art
Core i9-10900K & Core i5-10600K im Test
Die Letzten ihrer Art

Noch einmal 14 nm und Skylake-Architektur: Intel holt alles aus der CPU-Technik heraus, was 250 Watt rein für die CPU bedeutet.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Comet Lake Intels vPro-Chips takten höher
  2. Comet Lake S Intel tritt mit 250-Watt-Boost und zehn Kernen an
  3. Core i7-10875H im Test Comet Lake glüht nur auf einem Kern

    •  /