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Coronapandemie: Quarantäne-App soll Gesundheitsämter entlasten

Neben der Tracing-App soll es noch weitere digitale Helfer in der Coronakrise geben. Die Behörden wollen damit Kontaktpersonen kontrollieren.

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Wer wegen Quarantäne zu Hause bleibt, soll die Gesundheitsämter per App informieren.
Wer wegen Quarantäne zu Hause bleibt, soll die Gesundheitsämter per App informieren. (Bild: Nick King/Lansing State Journal, Lansing State Journal via Imagn Content Services, LLC)

Die Bundesregierung erhofft sich von einer weiteren Corona-App die Entlastung der Gesundheitsbehörden. Dabei geht es um die Überwachung von Personen, die Kontakt mit einem Infizierten hatten und sich daher in häuslicher Quarantäne befinden. Derzeit werde "eine technische Lösung entwickelt, die eine freiwillige digitale Meldung durch betroffene Bürgerinnen und Bürger an das zuständige Gesundheitsamt erlaubt", antwortete Gesundheitsstaatssekretär Thomas Gebhart auf eine schriftliche Anfrage des FDP-Abgeordneten Manuel Höferlin.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Quarantäne-App oder das Quarantäne-Tagebuch am 20. April 2020 auf einer Pressekonferenz angekündigt (Video ab 8:30). Unter Datenschützern hatte es anschließend Befürchtungen gegeben, der Aufenthaltsort der Betroffenen könne mit Hilfe der App überwacht werden. Auf diese Weise überprüfen die Behörden in anderen Ländern, ob gegen die Quarantäne-Auflagen verstoßen wird. Hongkong überwacht die Quarantäne-Auflagen sogar mit speziellen Armbändern.

Das soll jedoch hierzulande nicht der Fall sein. Die in Quarantäne befindlichen Personen hätten mit der App die Möglichkeit, Informationen zu ihrem Gesundheitszustand per Online-Fragebogen zu übermitteln, heißt es in der Antwort (PDF, Seite 84). Die bisherigen Übermittlungswege per Telefon oder per Hausbesuch blieben bestehen. Diese seien jedoch "mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand auf beiden Seiten verbunden".

Mit Hilfe der App werde es den Mitarbeitern ermöglicht, "die Fälle zu identifizieren, für die eine priorisierte Kontaktaufnahme erforderlich ist (z. B. bei Verschlechterung der Symptome)". Zudem erhielten die jeweils zuständigen Beschäftigten in den Gesundheitsämtern die Möglichkeit, "sich mittels einer Übersichtsfunktion einen Überblick über den Gesundheitszustand der von ihnen betreuten, in Quarantäne befindlichen Personen zu verschaffen". In der Pilotphase werde eine technische Lösung von der Climedo Health GmbH gemeinsam mit der SAS Institute GmbH entwickelt.

Das Ministerium hatte die Pläne zur Quarantäne-App bereits in einer Sitzung des Bundestags-Digitalausschusses im April erläutert. Nach Angaben der Abgeordneten Anke Domscheit-Berg von der Linke-Fraktion ist inzwischen auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber in die Entwicklung der App einbezogen.

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