Coronapandemie: Luca-App ermöglicht Check-ins von beliebigen Orten aus

Vom heimischen Sofa aus in den Osnabrücker Zoo einchecken ist mit der Luca-App möglich. Die Macher wollen daran wohl nichts ändern.

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Von zuhause aus im Laden oder im Zoo einchecken - mit Luca kein Problem
Von zuhause aus im Laden oder im Zoo einchecken - mit Luca kein Problem (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Eigentlich soll die Luca-App dabei helfen, eine eventuell notwendige Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, wenn sich viele Menschen über einen längeren Zeitraum am gleichen Ort oder auf der gleichen Veranstaltung befinden. Die dafür notwendigen Check-ins sind offenbar aber nicht ortsgebunden, so dass man von beliebigen Orten aus per Luca woanders einchecken kann. Notwendig ist dafür lediglich der QR-Code.

Inhalt:
  1. Coronapandemie: Luca-App ermöglicht Check-ins von beliebigen Orten aus
  2. Viele Informationen in der Luca-App-API

Der Moderator des ZDF Magazin Royale, Jan Böhmermann, demonstrierte das in der Nacht auf Mittwoch und checkte vom heimischen Sofa aus im Zoo Osnabrück ein. Böhmermann schreibt dazu auf Twitter: "Ich habe mich soeben um 0:40 Uhr über diesen QR Code mit der Luca-App als Michi Beck von Berlin aus im Zoo Osnabrück eingecheckt und verbringe jetzt eine Nacht virtuell in Gedanken bei Elefantenbaby Yaro." Sarkastisch schiebt er nach: "Würde sagen, die App funktioniert!"

Entfernte Check-ins kaum zu beheben

Zuerst auf die Möglichkeit der beliebigen Check-ins hingewiesen wurde über den Twitter-Account Sand1drn. Zum Einchecken an einem anderen Ort ist demnach lediglich der QR-Code der Veranstaltung beziehungsweise des vermeintlich besuchten Ortes notwendig, wie etwa des Osnabrücker Zoos. Zur technischen Umsetzung reichen ein mobiler Browser sowie ein QR-Code-Leser auf dem Smartphone. In der Erklärung heißt es: "Dazu braucht es keinen Login, kein Passwort, keine Nähe zur Location."

Die Macher der Luca-App teilen zu der Problematik mit: "Es ist richtig, dass man in Locations, die ihren Code zum Beispiel in sozialen Medien teilen, einchecken kann. Das ist so bei QR-Codes als Schnittstelle und nicht gut zu beheben. Wenn wir zum Beispiel Geofencing verpflichtend machen würden, gibt es wiederum Konflikte mit dem Datenschutz."

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In einer ausführlicheren Stellungnahme auf der Webseite der Luca-App heißt es ähnlich: "Wenn ein Check-In QR-Code einer Location, wie hier vom Zoo in Osnabrück, öffentlich bekannt ist, können Nutzer:innen ihn einscannen und sich auch von zu Hause dort einchecken. Alternativ müsste man die GPS-Daten verpflichtend überprüfen. Das würde unserer Idee der Datensparsamkeit jedoch widersprechen, weshalb Luca das nicht umsetzen möchte. Luca setzt daher lieber auf Datensparsamkeit und Eigenverantwortung".

Die Möglichkeit, sich per Luca-App von entfernten Orten aus woanders einzuchecken, ist damit offenbar standardmäßig möglich und daran wird sich wohl kurzfristig auch nichts ändern. Für die sich daraus ergebenden Fragen zur praktischen Kontaktnachverfolgung verweisen die Luca-Macher lediglich auf die Gesundheitsämter, die in Falle einer gemeldeten Infektion eine "individuelle Risikoeinschätzung" vornähmen, bevor eingecheckte Menschen kontaktiert würden.

Weiter heißt es bei Luca dazu: "Kein Gesundheitsamt der Welt wird 100 Leute kontaktieren, die nachts in einem Zoo waren. Das Gesundheitsamt würde die Datenfreigabe mit ziemlicher Sicherheit beim Zoo gar nicht anfordern. Wahrscheinlich wird das Gesundheitsamt sogar in einem realen Infektionsfall keine 800 Besucher eines Zoos kontaktieren, weil ein positiv getesteter Gast vor Ort war." Inwiefern dann also die Luca-App damit überhaupt praktisch bei der Pandemie-Bekämpfung helfen können soll, bleibt fraglich.

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Viele Informationen in der Luca-App-API 
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User_x 09. Apr 2021

Dann nimm dir das wichtigste Argument eines Rechtsstaates und bau die...

MikeU 08. Apr 2021

In die Tonne hauen das Teil und gut ist es. Denn diese Dilletanten von Machern kriegen...

MFGSparka 08. Apr 2021

Zum Glück müssen wir unsere Geduld nur noch bis zum 16.04. unter Kontrolle halten und...

BlindSeer 08. Apr 2021

Weil man hier Probleme auf den bösen Datenschutz schieben kann, ohne etwas tun zu müssen...



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