Coronakrise: Unternehmen könnten längerfristig auf Homeoffice setzen

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO)(öffnet im neuen Fenster) und die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGPF) haben in einer Studie (PDF)(öffnet im neuen Fenster) zwischen dem 5. und 22. Mai 2020 über 500 Unternehmen über ihre Erfahrungen mit virtuellen Arbeitsformen während der Coronapandemie befragt.
Fast 70 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass die Angestellten in der Coronazeit komplett im Homeoffice arbeiten. 21 Prozent wenden ein 50-50-Modell an, bei dem ein Teil der Beschäftigten im Büro und ein Teil im Homeoffice arbeitet. Laut dem Fraunhofer IAO war der Anteil der Telearbeit vor der Coronakrise deutlich geringer.
Geschäftsreisen wurden seit der Einführung der Corona-Einschränkungen stark zurückgefahren, die Treffen wurden zusammen mit Kundenveranstaltungen virtualisiert. Das gilt auch für Personalprozesse wie etwa Bewerbungsgesprächen. 62 Prozent der Mitarbeitergespräche erfolgten virtuell, beim Kundendialog beträgt der Anteil sogar 72 Prozent.
Schub ohne Coronakrise wohl nicht denkbar
"Die digitale Transformation in Arbeitsprozessen hat einen gewaltigen Schub bekommen" , erklärt Kai Helfritz von der DGFP. "Das 'New Normal' oder auch das 'New Different' wird in einem deutlich höheren Maß von einem Nebeneinander virtueller und im Büro stattfindenden Arbeits- und Kooperationsformen gekennzeichnet sein" , ergänzt Josephine Hofmann, die Studienleiterin vom Fraunhofer IAO.
47 Prozent gaben in der Befragung an, dass besonders Führungskräfte ihre Vorbehalte gegenüber Homeoffice abgebaut hätten. Entsprechend ist die Akzeptanz von Telearbeit auch über die Coronakrise hinaus gestiegen: 42 Prozent der Unternehmen gaben der Studie zufolge an, das Homeoffice-Angebot ausweiten zu wollen. 44 Prozent haben dies noch nicht entschieden - das Fraunhofer IAO geht davon aus, dass auch nach dem Ende der Coronakrise mehr als 50 Prozent der Unternehmen beim verstärkten Homeoffice bleiben.
Gleichzeitig hat die Studie auch Verbesserungspotenzial aufgezeigt. So müssten künftig Probleme wie das Management von Entgrenzung, Führung über Distanz oder auch technische Probleme wie digitale Signaturen angegangen werden.



