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Coronakrise: Ford will mit GE in 100 Tagen 50.000 Beatmungsgeräte bauen

In den USA sollen in einem Ford-Werk in drei Monaten 50.000 Beatmungsgeräte vom Band laufen. Das Design stammt von einem Mittelständler.
/ Andreas Donath
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Detail eines Beatmungsgeräts (Bild: Airon)
Detail eines Beatmungsgeräts Bild: Airon

Um den hohen Bedarf an Beatmungsgeräten in den USA abzudecken, hat Ford umgerüstet. Ein Werk in Michigan soll zusammen mit General Electrics Healthcare in etwa 100 Tagen rund 50.000 Beatmungsgeräte für COVID-19-Patienten herstellen.

Dabei wird ein von Airon(öffnet im neuen Fenster) entwickeltes Beatmungsgerät nachgebaut, das bereits von der Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) zertifiziert wurde. GE Healthcare hatte die Baupläne von Airon gekauft.

Ab dem 20. April 2020 soll die Serienfertigung beginnen(öffnet im neuen Fenster) , was einen umfangreichen Umbau im Werk voraussetzt. Nach den ersten drei Monaten will Ford eine Produktionskapazität von 30.000 Stück monatlich aufbauen. Der Plan sieht vor, bis Ende April 1.500 Geräte zu bauen, 12.00 bis Ende Mai und 50.000 bis zum Nationalfeiertag der USA am 4. Juli 2020. Die USA wollen innerhalb von 100 Tagen insgesamt 100.000 Beatmungsgeräte herstellen.

Beim geplanten Modell A-E von GE/Airon handelt es sich um ein pneumatisches Beatmungsgerät mit einfacher Bedienstruktur. Ford will mit 500 Mitarbeitern in drei Schichten rund um die Uhr produzieren. Airon selbst ist ein kleines Unternehmen, das nur drei Maschinen pro Tag bauen kann.

US-Präsident Trump hat im Rahmen des Defense Production Act aus den 1950er Jahren auch General Motors dazu verpflichtet , bei der Produktion von Beatmungsgeräten zu helfen. GM-Chefin Mary Barra hatte schon vorher angekündigt, leere Fabrikräume im Rahmen einer Art Mobilmachung umzuwidmen.

In Deutschland gibt es solche Pläne offenbar nicht. Der Chef des Medizintechnik-Herstellers Dräger sagte: "Es bringt nichts, brachliegende Kapazitäten in der Fertigung jetzt für Beatmungshilfen einzusetzen. Am Wochenende habe ich mit Daimler gesprochen, die möchten auch helfen. Aber so einfach ist es leider nicht. Wir können ja auch keine Autos bauen." . In den USA wird das offenbar anders gesehen.


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