Coronakrise: Die goldenen Jahre für IT-Spezialisten sind erstmal vorbei

Wegen der Coronakrise droht der Bundesrepublik die tiefste Rezession seit ihrem Bestehen. Experten prognostizieren bis zu eine Million Entlassungen, auch IT-Spezialisten wird es treffen.

Artikel von Peter Ilg veröffentlicht am
Die Arbeitsagenturen erwarten für die kommenden Monate stark steigende Arbeitslosenzahlen.
Die Arbeitsagenturen erwarten für die kommenden Monate stark steigende Arbeitslosenzahlen. (Bild: Ina Fassbender/AFP via Getty Images)

Das Coronavirus legt weltweit ganze Industrien lahm, mit verheerenden Langzeitfolgen auch für den deutschen Arbeitsmarkt. Mehrere Wirtschafts- und Arbeitsmarktforschungsinstitute meldeten in den vergangenen Tagen historische Tiefstände ihrer Konjunkturumfragen. Die Experten rechnen mit einer Entlassungswelle. Die Fragen sind allein: Hilft Kurzarbeit? Wie viele verlieren ihren Job? Und: Trifft es alle Berufsgruppen gleich?

Inhalt:
  1. Coronakrise: Die goldenen Jahre für IT-Spezialisten sind erstmal vorbei
  2. Wahrscheinlich bleibt keine Berufsgruppe verschont

Dass die Personalabteilungen der deutschen Unternehmen sich auf Entlassungen vorbereiten, ist die zentrale Aussage des Ifo-Beschäftigungsbarometers für April. Das Barometer basiert auf 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen aus vier Branchen, in denen sie ihre Beschäftigungsplanungen für die nächsten drei Monate mitteilen.

Der Index ist für den Monat April so tief und so stark gefallen wie noch nie seit Beginn der Befragung im Jahr 2005. Die befragten Branchen sind das verarbeitende Gewerbe, der Handel, das Bauhauptgewerbe und der Dienstleistungssektor.

Letzteren hat das Ifo-Institut für Golem.de hinsichtlich der Beschäftigtenerwartungen für IT-Dienstleister exklusiv ausgewertet - mit der Erkenntnis, dass mehr Unternehmen Personal ab- statt aufbauen wollen. 15,5 Prozent gehen von Entlassungen aus, 9 Prozent von Einstellungen und 76 Prozent von einer gleichbleibenden Anzahl an Mitarbeitern.

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Einen Monat vorher, im März, planten noch 28,5 Prozent Einstellungen. Viele deutsche Unternehmen sehen ihre Existenz durch die Coronakrise bedroht, auch das ist eine Erkenntnis aus dem Beschäftigungsbarometer. Die Befragung ergab außerdem, dass etwa 60 Prozent der IT-Dienstleister Zeitguthaben und Urlaub bei ihren Beschäftigten abbauen und ein Drittel der Unternehmen kurzarbeiten.

Kurzarbeit ist für Unternehmen aktuell das wichtigste Instrument, um die Krise wirtschaftlich zu überstehen. Jede dritte Firma in Deutschland hat Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit angemeldet, mit Stand vom 22. April waren es rund 718.000 Betriebe.

Der Sinn von Kurzarbeit liegt darin, Beschäftigung zu halten, auch wenn die Unternehmen nicht ausgelastet sind. Kurzarbeit ist günstiger als Arbeitslosigkeit, weil die meist länger dauert und nur schwer zu beheben ist. Bei Kurzarbeit teilen sich Arbeitgeber und Arbeitsagentur die Lohnkosten entsprechend dem prozentualen Umfang, in dem der Mitarbeiter noch arbeitet.

"Trotz Kurzarbeit wird es Kündigungen geben"

Die Bundesregierung hat am 29. April eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes bis zum Jahresende beschlossen. Abhängig von der Dauer der Kurzarbeit steigt es in zwei Stufen ab dem 4. und dem 7. Monat auf bis zu 80 Prozent und für Eltern bis zu 87 Prozent des Lohnausfalls. Bislang lag es bei 60, beziehungsweise 67 Prozent.

Ein Allheilmittel ist Kurzarbeit nicht. "Trotz Kurzarbeit wird es Kündigungen geben", sagte Oliver Stettes im Gespräch mit Golem.de. Stettes ist Arbeitsmarktexperte am Institut der deutschen Wirtschaft IW in Köln. Das erwartet einen Anstieg der Arbeitslosigkeit und zwar in der gesamten Wirtschaft.

"Kurzarbeit mildert die Zunahme lediglich ab", sagt Stettes. Die wirtschaftliche Situation Deutschlands bezeichnet er als ernst: "Von Woche zu Woche werden die Wirtschaftsprognosen nach unten korrigiert, was mit der Dauer des Shutdowns zu tun hat: je länger die Krise, desto schlimmer die Lage." Die Vermutung, dass es nach einem kurzen Einbruch mit einer Konjunkturdelle wie in der Krise 2008/2009 wieder nach oben geht, hat sich als falsch erwiesen.

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Wahrscheinlich bleibt keine Berufsgruppe verschont 
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dummzeuch 14. Mai 2020

LOL - YMMD

7of9 10. Mai 2020

Na, in Russland musst du Angst haben von einem Panzer platt gefahren zu werden. :-D www...

Norbert Lamberti 10. Mai 2020

Wenn du z.B. E-Commerce-Lösungen anbietest, gehörst du den Krisen-Gewinnern. Aber die...

Norbert Lamberti 10. Mai 2020

Das kommt auch stark auf die Rahmenbedingungen an. Das ideale Setting ist doch ein...

Trockenobst 08. Mai 2020

Ich sehe inzwischen keine andere Möglichkeit, als das die Ausschreibung für solche...


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