Wahrscheinlich bleibt keine Berufsgruppe verschont

"Jetzt haben wir eine Krise, die uns mitten in großen Veränderungsprozessen getroffen hat und deshalb gleich zwei Effekte hat, die doppelt wirken", sagt Stettes. Als Beispiele nennt er die Automobilindustrie, die durch die Krise zum Stillstand gekommen ist und das in einer Phase des totalen Umbruchs hin zu alternativen Antrieben, die zu Umsatzrückgängen geführt hat.

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Ein anderes Beispiel ist die Digitalisierung, die viele neue Geschäftsmodelle zur Folge hat, etwa in der Vernetzung oder Automatisierung in der Fertigung. "Nun hängt es davon ab, wie viele Firmen überleben und wie viele dann weiterhin in Digitalisierung investieren", sagt Stettes. Wenn die Auftragslage schlecht ist, sind alle Mitarbeiter im Unternehmen betroffen. Dann spielt es keine Rolle wo oder was sie arbeiten, ob im Vertrieb, der Produktion oder in der IT.

Dünne Auftragsbücher verhindern zudem Investitionen. "Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass bestimmte Berufsgruppen von den Folgen der Pandemie verschont bleiben", sagt Stettes. Damit dürften die goldenen Jahre für IT-Spezialisten erst einmal vorbei sein. Nach Meinung von Stettes trifft die Krise IT-Profis wie alle anderen. Und je länger die Krise dauert, desto schlimmer sind die wirtschaftlichen Auswirkungen.

Der Arbeitsmarkt gerät so massiv unter Druck. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, IAB, geht in einer Prognose für die kommenden Monate von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um eine Million auf dann 3,5 Millionen Menschen aus. Im Zuge der angenommenen schrittweisen Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit erwartet das IAB, dass die Arbeitslosenzahl im späteren Jahresverlauf um etwa 530.000 sinkt.

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Per Saldo kostet die Krise damit eine halbe Million Stellen bis zum Jahresende. Das Arbeitsmarktbarometer des IAB stürzte im April gegenüber dem Vormonat auf ein Rekordtief. "Zehn Jahre ging es mit der Beschäftigung in Deutschland steil bergauf. Dieser Trend wurde jetzt abrupt unterbrochen", sagte der Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen, Enzo Weber, Golem.de.

Kurzarbeit werde zwar viele Jobs retten, dennoch erwarteten die Arbeitsagenturen in den nächsten Monaten stark steigende Arbeitslosigkeit. Besonders gefährdet seien nach wie vor Niedrigqualifizierte, aber auch Menschen mit mittleren Qualifikationen wie Facharbeiter in der Industrie. "Ökologischer Umbau und Digitalisierung werden sich fortsetzen, daher werden nicht alle Jobs in derselben Form wieder entstehen", sagt Weber.

Er rät zu verstärkten Investitionen in die Weiterbildung - auch in der Arbeitslosigkeit. Das Fortschreiten der Digitalisierung führt seiner Meinung nach zu weiterhin guten Perspektiven am Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte.

Vor-Krisen-Niveau wird wohl erst 2022 wieder erreicht

"Aber wenn ein Betrieb schließen muss, trifft es auch die IT-Kräfte", sagt Weber. Er geht jedoch von einem robusten Arbeitsmarkt aus: "Dass die Betriebe ihre Leute halten, sieht man an den sich abzeichnenden hohen Kurzarbeiterzahlen." Dennoch: Die Ausbreitung des Coronavirus hat Wirtschaft und Arbeitsmarkt innerhalb kürzester Zeit in den Ausnahmezustand versetzt.

Auf Basis der genannten und weiterer Studien sowie Prognosen hat die Bundesregierung am 29. April ihre Konjunkturprognose veröffentlicht: Die Politik erwartet in diesem Jahr die schwerste Rezession der Nachkriegszeit und geht davon aus, dass das Niveau der Wirtschaft vor der Krise erst 2022 wieder erreicht wird.

Den Tiefpunkt erwartet Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schon im zweiten Quartal 2020. Im April seien mindestens drei Millionen Menschen in Kurzarbeit. Für 10,1 Millionen Mitarbeiter hätten die Unternehmen Kurzarbeit angemeldet, teilt die Bundesagentur für Arbeit am 30. April mit. Die Arbeitslosenzahl sei saisonuntypisch im April gegenüber dem Vormonat um 308.000 gestiegen. Altmaier hofft wie Millionen Menschen in Deutschland, dass Kurzarbeit vor Massenentlassungen schützt.

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 Coronakrise: Die goldenen Jahre für IT-Spezialisten sind erstmal vorbei
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dummzeuch 14. Mai 2020

LOL - YMMD

7of9 10. Mai 2020

Na, in Russland musst du Angst haben von einem Panzer platt gefahren zu werden. :-D www...

Norbert Lamberti 10. Mai 2020

Wenn du z.B. E-Commerce-Lösungen anbietest, gehörst du den Krisen-Gewinnern. Aber die...

Norbert Lamberti 10. Mai 2020

Das kommt auch stark auf die Rahmenbedingungen an. Das ideale Setting ist doch ein...



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