Corona-Warn-App: Telekom rechnete mit 10.000 Neuinfizierten pro Tag

Frag den Staat hat die Verträge zur Corona-App mit Telekom und SAP veröffentlicht. Die erwartete Nutzerzahl wurde bislang nicht erreicht.

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Die Corona-Warn-App dient der "Risiko-Ermittlung" in der Pandemie.
Die Corona-Warn-App dient der "Risiko-Ermittlung" in der Pandemie. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Bei der Konzeption der Corona-Warn-App ist die Deutsche Telekom von bis zu 25 Millionen Nutzern ausgegangen. Das geht aus einem Vertrag zwischen Bundesgesundheitsministerium und Telekom hervor, den das Portal Frag den Staat am Mittwoch veröffentlicht hat. Jedes Smartphone könnte dabei im Mittel einen monatlichen Traffic von 264 MByte für die App erzeugen. Das verursache in der Spitze eine Last von 48 Gigabit pro Sekunde für die Content Delivery Networks (CDN).

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Die Telekom geht bei dieser Berechnung allerdings davon aus, dass täglich 10.000 Neuinfizierte ihre Schlüsseldaten auf die Server hochladen. Das ergebe dann ein Datenvolumen von 9,15 Megabyte am Tag beim Download. Die Durchschnittslast für die CDNs liege dabei bei 20 Gigabit pro Sekunde.

Allerdings liegt derzeit sowohl die Zahl der Nutzer als auch die Zahl der Neuinfizierten deutlich unter dieser Prognose. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt der Zahl der App-Downloads derzeit bei 17,2 Millionen, davon entfallen 9,2 Millionen auf Android-Geräte und 8 Millionen auf Apple-Geräte. Die Zahl der Neuinfektionen lag am 19. August 2020 bei 1.707, was den höchsten Wert seit Ende April bedeutet.

Bislang lädt nur ein Bruchteil der Neuinfizierten seine Schlüssel auf die Server hoch. Laut Robert-Koch-Institut wurden bis zum 17. August 2020 knapp 1.700 Tele-Tans vergeben, obwohl seit dem Start der App im Juni mehr als 41.000 Neuinfektionen registriert wurden. Inzwischen gibt es auch vermehrt die Möglichkeit, die Schlüssel per QR-Code hochzuladen. Diese Zahlen werden vom RKI aber nicht erfasst.

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Unter der Telekom-Annahme, dass nur jeder dritte Einwohner Deutschlands die Corona-Warn-App nutzt, würde die Zahl von täglich 10.000 Uploads einen sehr starken Anstieg der Infektionen auf 30.000 pro Tag bedeuten. Zumindest in dieser Hinsicht erscheint die prognostizierte Netzwerkauslastung deutlich überdimensioniert.

  • Die Grundannahmen des Telekom-Vertrags zur Corona-App. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Spitzenleistung für die CDNs sollte bei 48 GB pro Sekunde liegen. (Screenshot: Golem.de)
Die Grundannahmen des Telekom-Vertrags zur Corona-App. (Screenshot: Golem.de)

Realistischer hat die Telekom hingegen die Zahl der Anrufe bei der Corona-Hotline eingeschätzt. Laut Vertrag ging das Unternehmen von 3.000 Anrufen täglich aus. Der aktuellen RKI-Statistik zufolge liegt die Zahl der Anrufe bei durchschnittlich 2.377. Die Zahl von 1.000 Anrufen bei der Verifikationshotline für die Tele-Tans dürfte hingegen deutlich unterschritten worden sein.

Die Entwicklung der Corona-Warn-App durch die Deutsche Telekom und SAP hat netto 20 Millionen Euro gekostet. Während SAP die eigentliche App programmiert hat, stellt die Telekom die Netzwerkkomponenten bereit. Für den Betrieb der App sowie die Bereithaltung mehrsprachiger Telefonhotlines werden monatlich etwa 2,5 bis 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Dabei hängen die Kosten von der konkreten Inanspruchnahme der Hotlines ab.

Frag den Staat hat zudem den Vertrag mit der SAP sowie eine Abstimmungsvereinbarung der Bundesregierung mit beiden Firmen veröffentlicht.

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ternot 05. Sep 2020

Bereits bei der Behandlung des Anrufs unterscheidet sich die 112 von deiner üblichen...

Lehmroboter 23. Aug 2020

Es ging bei dem Versuch nicht, um die Gesamtbewertung eines Befundes sondern um die...

dura 22. Aug 2020

Masern? Windpocken? Und vieles mehr.

violator 21. Aug 2020

Ist dann trotzdem noch die Frage, wieviele dieser Leute die App überhaupt noch nutzen.



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