Corona-Warn-App: Jede geteilte Warnung kostete 100 Euro

Die Bundesregierung hat für die Corona-Warn-App bisher mehr als 130 Millionen Euro ausgegeben. Derzeit gibt es besonders viele rote Warnungen.

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Die Zahl der Warnungen über die Corona-App erreicht Höchststände.
Die Zahl der Warnungen über die Corona-App erreicht Höchststände. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Jede von einem positiv getesteten Nutzer über die Corona-Warn-App gesendete Warnung hat die Steuerzahler bislang rund 100 Euro gekostet. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (PDF) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor. Demnach belaufen sich die Ausgaben für Entwicklung und Betrieb der App sowie für deren Bewerbung auf rund 130 Millionen Euro. Dem stehen aktuell 1,3 Millionen geteilte Warnungen gegenüber. Da inzwischen mehr Menschen ihre Warnungen teilen, dürften die Durchschnittskosten sinken.

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Den Angaben der Bundesregierung zufolge haben SAP und Telekom für Entwicklung und Betrieb der App im Jahr 2020 knapp 53 Millionen Euro erhalten, für Weiterentwicklung und Betrieb im vergangenen Jahr erhielten die beiden Firmen gut 63,5 Millionen Euro. Die Betriebskosten lagen dabei im Jahr 2021 bei monatlich knapp vier Millionen Euro. In diesem Jahr sollen sie auf voraussichtlich 2,66 Millionen Euro pro Monat sinken.

Das Bundespresseamt hat für die Werbung für die App in den vergangenen beiden Jahren fast 14 Millionen Euro ausgegeben. Dabei fällt auf, dass im Jahr 2020 zum Start der App nicht einmal eine halbe Million Euro für Werbung ausgegeben wurde. Die Werbeausgaben des Bundesgesundheitsministeriums liegen mit insgesamt 70.000 Euro deutlich niedriger.

Datenspende gibt Aufschluss zu Warnverhalten

Aufgrund der dezentralen Struktur der App kann die Bundesregierung keine Angaben darüber machen, wie viele Nutzer eine sogenannte rote Warnung erhalten haben. Denn die App berechnet das Risiko nach einer Begegnung mit einer infizierten Person selbst auf Basis der ausgetauschten Bluetooth-Signale. Auch ist unklar, wie viele der mehr als 40 Millionen heruntergeladenen Apps derzeit auf Smartphones aktiv sind.

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Allerdings können Nutzer seit März 2021 in Form einer "Datenspende" dem Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilen, ob sie eine Warnung infolge einer Risikobegegnung erhalten haben. Davon hätten 12 Millionen Nutzer Gebrauch gemacht. Von März bis Dezember 2021 belief sich die Zahl der gemeldeten roten Warnungen laut Bundesregierung auf gut 4 Millionen. Wertet man jedoch die von den Entwicklern bereitgestellten CSV-Dateien (Zip) aus, liegt diese Zahl bei fast 5 Millionen.

Dem stehen knapp 700.000 warnende Personen im selben Zeitraum gegenüber. Nutzerbefragungen durch das RKI haben ergeben, dass jede Warnung über die App im Schnitt sechs weitere Nutzer erreicht.

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Hohe Zunahme an Fällen und Warnungen

Allerdings ist in diesem Jahr die Zahl der Warnungen aufgrund der hohen Inzidenzen ebenfalls explodiert. So liegt der 7-Tage-Mittelwert der warnenden Personen derzeit bei fast 21.000, allein am 18. Januar 2022 waren es rund 32.500. Die hohen Infektionszahlen haben zur Folge, dass sich viele Menschen bei den Testcentern für PCR-Tests anstellen müssen. Das kann wiederum dazu führen, dass die Corona-Warn-App in der Schlange vor Testcentern Risikobegegnungen detektiert. Das ist selbst dann der Fall, wenn die Wartenden eine schützende FFP2-Maske tragen und einen gewissen Abstand halten.

Die App-Entwickler empfehlen aus diesem Grund, die App in solchen Situationen zu auszuschalten, beispielsweise durch die vorübergehende Deaktivierung von Bluetooth. "Das verhindert, dass ihr an dem Tag viele unnötige Warnungen bekommt", hieß es zur Begründung. Den ausgewerteten Datenspenden zufolge erhielten am 18. Januar 2022 fast 300.000 Personen eine rote Warnung.

Zudem sind viele Nutzer verunsichert, wie sie im konkreten Fall mit einer roten Warnung umgehen sollen. Gerade für Personen, die im öffentlichen Raum, beispielsweise Verkehrsmitteln, konsequent eine Maske tragen, stellt sich die Frage, ob sie sich tatsächlich in häusliche Quarantäne begeben oder einen PCR-Test vornehmen sollen.

Folgt man den Empfehlungen der Bundesregierung, müssten Nutzer mit einer roten Warnmeldung sich beim Hausarzt beziehungsweise dem örtlichen Gesundheitsamt melden. "Diese entscheiden anhand möglicher Krankheitssymptome, wie verfahren wird." Bei einer Warnung über ein erhöhtes Risiko bestehe Anspruch auf einen kostenlosen Test (PCR-Test oder Antigentest). Das gelte auch für vollständig Geimpfte.

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RS1980 20. Jan 2022

Schon a bisserl polemisch, oder? In welchem Steuerparadies sind denn SAP und die...

WasntMe 20. Jan 2022

Du wirst schon seit mindestens 15 Jahren keine Firma mehr finden, die dir...

altuser 20. Jan 2022

Und hat's geholfen oder ist jemand in den fehlenden Abgrund gestürzt? Den Abgrund sieht...

Argh 20. Jan 2022

Und genau hier habe ich halt unterschiedliche Aussagen gefunden, sofort testen, erst...



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