Corona: Verdi kritisiert krankheitsbedingte Kündigungen bei Amazon

Dieses Vorgehen zeige den Zynismus des Unternehmens, sagt ein Verdi-Vertreter über Amazon.

Artikel veröffentlicht am ,
Arbeiter bei Amazon Deutschland
Arbeiter bei Amazon Deutschland (Bild: Amazon)

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat Amazon aufgefordert, mehr Rücksicht auf die Gesundheit der über 20.000 Beschäftigten in Deutschland zu nehmen. Empörend sei, dass es bei Amazon selbst unter den jetzigen Bedingungen der Corona-Pandemie krankheitsbedingte Kündigungen gebe. Dieses Vorgehen zeige den Zynismus des Unternehmens, erklärte Orhan Akman, Verdi-Bundesfachgruppenleiter für den Einzel- und Versandhandel am 20. März 2020.

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Krankheitsbedingte Kündigungen sind laut Arbeitsrecht möglich, wenn eine negative Gesundheitsprognose vorliegt und es wegen der Fehlzeiten zu Störungen des Betriebsablaufs oder zu erheblichen Belastungen durch die Lohnfortzahlung kommt.

Das Unternehmen hat in dieser Woche erklärt, bis Ende April zusätzlich 2 Euro brutto pro gearbeiteter Stunde zu bezahlen. Dies erfolge zusätzlich zu einem Lohn von umgerechnet mindestens 11,10 Euro brutto pro Stunde. "Die in einer PR-Aktion angekündigte Erhöhung der Stundenlöhne um 2 Euro wird nicht überall und nur als Anwesenheitsprämie bezahlt. Das führt dazu, dass sich Beschäftigte in dieser Corona-Krisenzeit krank zur Arbeit schleppen und damit eine Gesundheitsgefährdung für ihre Kolleginnen und Kollegen darstellen", erklärte Akman.

Statt Anwesenheitsprämien zu zahlen, müsse das Unternehmen allgemein die Gehälter erhöhen, so dass auch arbeitsunfähige Beschäftigte höhere Einkommen hätten. "Die Vorgehensweise des Konzerns zeigt, wie notwendig tarifvertragliche Regelungen über die Einkommen und den Gesundheitsschutz bei Amazon sind", sagte Akman. Verhandlungen mit Verdi werden von Amazon verweigert.

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Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hat Amazon wegen des Drucks auf Lagerarbeiter in der Corona-Krise kritisiert. "Dieser Druck ist inakzeptabel und wir werden es Amazon wissen lassen", sagte er am 19. März dem öffentlich-rechtlichen Radiosender France Inter. Arbeiter und Gewerkschafter hatten kritisiert, dass Amazon mit Verdienstausfall drohe, wenn jemand aus Angst vor einer Infektion zu Hause bleibe. Auch seien die Schutzmaßnahmen nicht ausreichend. Amazon erklärte, man halte sich an die Empfehlungen und Richtlinien der Regierung.

Beschäftigte, die sich krank fühlen, seien aufgefordert, zu Hause bleiben und ihren Arzt anzurufen, hat Golem.de aus dem Unternehmen erfahren. Zu dem Lohnzuschlag gab es demnach von keinem Betriebsrat eine Ablehnung.

"Jeder weiß, dass eine Erkrankung wie Corona keine Grundlage für eine krankheitsbedingte Kündigung wäre", sagte Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher Golem.de auf Anfrage. "Wir haben über 13.000 fest angestellte Mitarbeiter. 8.000 von ihnen sind seit über acht Jahren bei uns. Das zeigt, dass wir eine sichere Arbeitsumgebung, einen wettbewerbsfähigen Lohn und Karrieremöglichkeiten bieten. Wir haben proaktive Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter ergriffen, darunter eine verstärkte Reinigung in allen Standorten und Maßnahmen, um den Abstand am Arbeitsplatz sicherzustellen. Zudem haben wir auch die Zustellung verändert, um einen sicheren Abstand zwischen Fahrern und Kunden bei Lieferungen zu gewährleisten."

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qq1 25. Mär 2020

fieber? keinerfalls! atemnot? vergisses! war wohl doch kein corona

User_x 23. Mär 2020

Nö, aber ihr deutschen geht davon aus, das es jeder beherrschen muss. Wir sind nicht alle...

Reaper2507 23. Mär 2020

Einfach mal schnell Corona und Krankheitsbedingt Kündigung schreiben. Wie oben steht...

Rocketeer 23. Mär 2020

Ich bin immer wieder auf's Neue fasziniert, dass solche Themen immer wieder die selben...



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