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Corona und Klimawandel: Facebook soll Investoren getäuscht haben

Whistleblowerin Frances Haugen geht mit Hilfe der Börsenaufsicht SEC gegen ihren früheren Arbeitgeber Facebook vor.
/ Friedhelm Greis
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Die frühere Facebook-Mitarbeiterin Francis Haugen wirft dem Unternehmen schwere Versäumnisse vor. (Bild: Elizabeth Frantz/Reuters)
Die frühere Facebook-Mitarbeiterin Francis Haugen wirft dem Unternehmen schwere Versäumnisse vor. Bild: Elizabeth Frantz/Reuters

Die Whistleblowerin Frances Haugen wirft ihrem früheren Arbeitgeber Facebook die Täuschung von Investoren von. Das geht nach Angaben der Washington Post(öffnet im neuen Fenster) aus mehreren Beschwerden hervor, die Haugen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Demnach hat Facebook "wesentliche Falschdarstellungen und Auslassungen in Erklärungen gegenüber Investoren" über seine Bemühungen gemacht, die Verbreitung von Falschnachrichten zu Themen wie dem Klimawandel oder Covid-19 einzudämmen. Facebook hat sich im Oktober 2021 in Meta umbenannt.

In einer der Beschwerden werde dem US-Konzern vorgeworfen, dass auf Facebook "an prominenter Stelle" Fehlinformationen zum Klimawandel verfügbar seien. Darüber hinaus habe dem Unternehmen noch im vergangenen Jahr eine klare Richtlinie zu diesem Thema gefehlt. Dabei hätten Facebook-Manager sich in Telefonkonferenzen nach Quartalsberichten verpflichtet, die "globale Krise" zu bekämpfen.

In einer zweiten Beschwerde heiße es, dass Facebook-Manager in der Öffentlichkeit die Bemühungen zur Entfernung schädlicher Covid-Desinformationen angepriesen hätten, interne Dokumente aber "eine anderes Bild zeichnen" . Die Beschwerde nennt interne Unternehmensmitteilungen über die Verbreitung von Impfskepsis in Kommentaren und interne Umfragen, die die Verbreitung von Covid-Desinformationen auf Facebook zeigten.

Zur Begründung der Beschwerden heißt es: "Einige Anleger werden einfach nicht in ein Unternehmen investieren wollen, das solche Fehlinformationen nicht angemessen bekämpft und sich dann zu dem Thema in falsche Angaben und Versäumnisse verstrickt."

Die Beschwerden wurden dem Bericht zufolge von der Organisation Whistleblower Aid eingereicht, die Haugen vertritt. Sie basieren demnach auf Haugens Zeugenaussage vor dem US-Kongress und Dokumenten, die ihre Anwälte im vergangenen Jahr bei der Finanzaufsichtsbehörde einreichten. Diese stützen sich wiederum auf Tausende interner Dokumente, die Haugen vor ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen im Mai mitgenommen hatte.

Meta-Sprecher Drew Pusateri verteidigte das Vorgehen des Unternehmens auf Anfrage der Washington Post: "Es gibt keine Einheitslösungen, um die Verbreitung von Falschinformationen zu stoppen, aber wir verpflichten uns, neue Instrumente und Richtlinien zu entwickeln, um sie zu bekämpfen."

Biden: "Falschinformationen bringen Menschen um"

US-Präsident Joe Biden hatte sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Youtube im vergangenen Jahr vorgeworfen , "Menschen umzubringen" . Die US-Regierung macht Falschinformationen in sozialen Netzwerken mitverantwortlich für die abwartende oder ablehnende Haltung vieler Amerikaner gegenüber den Corona-Impfstoffen.

Ein gesetzliches Vorgehen gegen Falschinformation ist dem Bericht zufolge jedoch schwierig. Dies könnte mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung kollidieren. In Deutschland sind soziale Netzwerke durch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) nur dazu verpflichtet, strafbare Inhalte schnell zu entfernen. Die Beschwerde bei der US-Börsenaufsicht stellt daher einen alternativen Weg dar, um Druck auf das Unternehmen auszuüben.

Haugen war rund zwei Jahre bei Facebook, zuvor bei Google sowie der Fotoplattform Pinterest und der Bewertungsplattform Yelp. Als Produktmanagerin sei sie spezialisiert auf algorithmenbasierte Produkte wie Empfehlungssysteme, wie sie auch der Newsfeed von Facebook nutze. Zwar seien die damit verbundenen Probleme komplex, doch Facebook habe desaströse Entscheidungen zulasten von Kindern, der öffentlichen Sicherheit, der Privatsphäre und der Demokratie getroffen. "Daher müssen wir von Facebook Änderungen verlangen" , forderte Haugen im US-Kongress.


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