Corona-Pandemie: Telefonieverbot in Bussen und Bahnen wird diskutiert

Viel problematischer als das Reden durch eine Maske sind überfüllte Waggons, meint der Fahrgastverband Pro Bahn.

Artikel veröffentlicht am ,
Londoner U-Bahn während der morgendlichen Hauptverkehrszeit am 2. Dezember 2020
Londoner U-Bahn während der morgendlichen Hauptverkehrszeit am 2. Dezember 2020 (Bild: Tolga Akmen/AFP via Getty Image)

Die kommunalen Spitzenverbände haben sich gegen Überlegungen ausgesprochen, Fahrgästen in Bussen und Bahnen während der Corona-Pandemie das Telefonieren oder sogar das Reden mit Sitznachbarn zu verbieten, um die Verbreitung von Aerosolen einzuschränken. "Dass Fahrgäste teilweise während der Fahrt über ihr Smartphone Musik hören oder gelegentlich auch telefonieren, stellt aus unserer Sicht bei Einhaltung der Maskenpflicht keine besonders große Gefahr dar", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

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"Ein gelegentlicher Austausch, zum Beispiel wenn Freunde gemeinsam in der Bahn sitzen, ist kein Vorgang, den man in diesen ohnehin schweren Zeiten auch noch verbieten sollte", erklärte Landsberg weiter. Zudem sei die Durchsetzung eines "Schweigegelübdes" im Nahverkehr realistisch weder umsetzbar noch kontrollierbar. "Hier gilt wie bei allen Maßnahmen: Erfolgreich werden sie nur sein, wenn die Menschen sie einsehen und akzeptieren", sagte Landsberg.

Auch der Deutsche Städtetag lehnt die Empfehlung ab, bei Fahrten mit Bus und Bahn die Telefonie zu verbieten. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte dem RND: "Ich halte es für lebensfremd, wenn Menschen in Bussen und Bahnen schweigen sollen. Die Maskenpflicht im ÖPNV ist wichtig und hilft, vor Corona zu schützen. Das heißt natürlich, dass beim Sprechen und Telefonieren die Maske nicht abgenommen wird, wie man es gelegentlich sieht. Dabei sollten wir es aber dann auch bewenden lassen. Der Schutz vor Infektionen wird durch das Tragen von medizinischen Masken im ÖPNV und in Geschäften gerade verbessert. Sich mit Maske zu unterhalten, ist dann völlig in Ordnung."

Fahrgastverband gegen Sprechverbot

Der Fahrgastverband Pro Bahn bewertet die Idee ebenfalls kritisch. "Man kann Fahrgästen das Wort nicht verbieten", sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann dem RND. "Entschuldigung, dürfte ich bitte durch - dieser Satz muss doch erlaubt sein", sagte Naumann. Fahrgäste müssten auch die Möglichkeit haben, nach der Uhrzeit oder dem nächsten Anschlusszug zu fragen. "Viel problematischer als das Reden durch eine Maske sind überfüllte Waggons, weil andere Züge ausfallen", fügte er hinzu.

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Der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft, Ingo Wortmann, hatte sich im Deutschlandfunk für die Dauer der Pandemie für eine Schweigegebot im ÖPNV nach spanischem Vorbild ausgesprochen. Wortmann, der auch Vorsitzender des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen ist, sagte, dass auch ein Telefonierverbot ein wenig dabei helfen könne, die Ausbreitung infektiöser Aerosole zu begrenzen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft will ihre Fahrgäste nun mit Aufklebern bitten, möglichst nicht zu reden. Auch auf der Balearen-Insel Mallorca sind Fahrgäste in Bussen und Bahnen aufgerufen, entweder gar nichts zu sagen oder sich nur leise zu unterhalten.

Im Regionalverkehr im Großraum Tokio sind Piktogramme, die zum Schweigen auffordern, seit vielen Jahren üblich. Grund ist hier aber auch, dass die überarbeiteten Fahrgäste in Ruhe schlafen wollen.

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ap (Golem.de) 27. Jan 2021

Bevor der Thread erneut abrutscht, wird er geschlossen.

ap (Golem.de) 27. Jan 2021

Ab hier entgleitet der Thread endgültig und ist ein Fall für den Bolzplatz.

demon driver 25. Jan 2021

Natürlich ist das mein Ernst, aber natürlich muss es auch passieren, so, wie es mit den...

lestard 25. Jan 2021

Im Prinzip fast. Fakt ist, man weiß nicht so genau, wo ein Großteil der Infektionen...



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