Corona: Disneys Gewinn bricht trotz steigender Streaming-Abos ein

Auch steigende Abozahlen bei Disney+ helfen nicht: Unter anderem die wegen des Coronavirus geschlossenen Parks verringern Disneys Gewinn drastisch.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Touristen mit Schutzmasken im Disneyland Shanghai
Touristen mit Schutzmasken im Disneyland Shanghai (Bild: Hu Chengwei/Getty Images)

Walt Disney hat aufgrund der Coronapandemie einen starken Gewinneinbruch erlitten. Der Überschuss ging in den drei Monaten bis Ende März im Jahresvergleich um über 90 Prozent auf 460 Millionen Dollar (424 Millionen Euro) zurück, wie der Konzern am 5. Mai 2020 nach US-Börsenschluss im kalifornischen Burbank mitteilte.

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Dabei stiegen die Erlöse auch dank der TV- und Streamingangebote um 21 Prozent auf 18 Milliarden Dollar. Disneys Streamingdienst Disney+ verzeichnet dabei weiter steigende Abonnentenzahlen: Laut CNBC hat Disney+ zum aktuellen Zeitpunkt 54,5 Millionen Abonnenten. Anfang April 2020 wurde erstmals die 50-Millionen-Grenze überschritten. Wie viele der Kunden von Disney+ allerdings ein Bezahlabo haben, ist nicht bekannt; Telekom-Kunden in Deutschland etwa erhalten statt der üblichen sieben Tage Disney+ ein halbes Jahr kostenlos.

Vergnügungsparks leiden unter Auswirkungen des Coronavirus

Für den gesunkenen Quartalsgewinn sind vor allem Disneys Vergnügungsparks, Ferienressorts, Kreuzfahrten und Fanartikel-Shops verantwortlich. Sie litten unter der Coronapandemie und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen, der Betriebsgewinn ist um 58 Prozent gefallen. Zunächst mussten internationale Attraktionen in Asien schließen, Mitte März 2020 folgten dann die großen Themenparks in den USA. Dadurch stehen hohen Kosten plötzlich keine nennenswerten Einnahmen mehr gegenüber. Insgesamt bezifferte Disney den Schaden durch die Pandemie im Quartal auf rund 1,4 Milliarden Dollar.

Disneys neuer Vorstandschef Bob Chapek, der im Februar vom langjährigen Konzernlenker Bob Iger übernahm, bemühte sich dennoch um Optimismus. "Die Covid-19-Pandemie hat beträchtliche Auswirkungen auf eine Reihe unserer Geschäfte", räumte der Topmanager zwar ein. Die Disney-Führung sei jedoch zuversichtlich, die Krise gut zu überstehen und letztlich gestärkt aus ihr hervorzugehen. Der Konzern habe schon oft genug gezeigt, dass er "außergewöhnlich belastbar" sei.

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Doch auch die Filmsparte leidet unter der Krise, wegen der Menschen weltweit zu Hause bleiben, Kinos schließen und Studios ihre Produktionsarbeiten aussetzen müssen. Der Geschäftsbereich spielte acht Prozent weniger Gewinn als im Vorjahr ein - obwohl es zu Beginn des Quartals mit "Die Eiskönigin 2" und "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" noch vielversprechende Filmstarts gab. Das TV- und Kabelgeschäft steigerte die Einnahmen indes deutlich, auch wenn der kriselnde Sportsender ESPN die Sparte weiterhin runterzieht.

Aktie reagiert nachbörslich mit Verlusten

Bei Anlegern kamen die Quartalszahlen zunächst nicht gut an, die Aktie reagierte nachbörslich mit deutlichen Kursabschlägen. Der Gewinn lag deutlich unter den Markterwartungen, auch wenn die Erlöse höher als angenommen ausfielen. Besonders missfiel den Investoren, dass Disney ankündigte, die halbjährliche Dividendenzahlung aufgrund der Belastungen durch die Pandemie auszusetzen. Die Aktie hat ohnehin schon stark gelitten - der Kurs fiel seit Jahresbeginn um 30 Prozent.

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