Corona: ARD rät zum linearen Fernsehen statt Streaming

Sollte es im Streaming-Bereich zu Engpässen kommen – Anbieter wie Netflix, Youtube und Amazon haben ihre Übertragungsraten bereits reduziert – empfiehlt die ARD, auf klassische Empfangswege zurückzugreifen. Das gab der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow am 23. März 2020 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Dies sei wichtig, auch um das Netz zu entlasten. Zur internetunabhängigen Rundfunkübertragung zählten der TV-Empfang über Satellit, Kabel und DVB-T2 sowie der Hörfunk-Empfang per UKW und DAB+.
Beschäftigte der Senderbetriebe würden den 24-Stunden-Betrieb und die Funktionsfähigkeit der Anlagen sicherstellen. ARD-Vorsitzender Tom Buhrow: "Unsere Infrastruktur ist darauf ausgerichtet, zu jedem Zeitpunkt verlässlich zu funktionieren. Das ist eine der zentralen Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Krisenzeiten."
Bei Satellit, DVB-T2, UKW und DAB+ kann es wegen des Broadcast-Prinzips keine Überlastung geben. Media-Broadcast-Sprecher Lars Bayer sagte Golem.de auf Anfrage: "Ein Sender hat beliebig viele Empfänger in einer Zelle." Man könne feststellen, dass die Menschen seit dem Corona-Ausbruch mehr linear fernsehen und dass ein Anstieg der linearen TV-Nutzung natürlich keinerlei Effekte auf die Netze habe.
Laut informierten Kreisen entstehen ARD und ZDF durch das massenhafte Fernsehen über das Internet massive Kosten, und das schon lange vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Streamingdienste erhalten derzeit verstärkt Zulauf von neuen Nutzern, die bisher noch nicht registriert waren, weil Kino und andere Freizeitaktivitäten nicht möglich sind. Doch auch das lineare TV wird stärker genutzt.