Corona-Apps: Drei EU-Länder starten mit Datenaustausch

Elf europäische Länder wollen in den kommenden Wochen die Daten der Corona-Apps austauschen. Vier Nachbarländer Deutschlands sind noch nicht dabei.

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Bald auch im Ausland nutzbar: die Corona-Warn-App der Bundesregierung
Bald auch im Ausland nutzbar: die Corona-Warn-App der Bundesregierung (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Europäische Union will Mitte Oktober mit dem grenzüberschreitenden Datenaustausch der Corona-Apps starten. Vom 17. Oktober 2020 an sollen zunächst Deutschland, Italien und Irland interoperable Apps anbieten. In den Wochen darauf sollen weitere acht Mitgliedstaaten folgen, hieß es am 29. September aus Kreisen der EU-Kommission in Brüssel. Die französische App ist jedoch nicht mit dem EU-Verbund kompatibel. Die Schweiz bleibt ebenfalls außen vor, weil es kein Gesundheitsabkommen mit der EU gibt. Luxemburg und Belgien gehören ebenfalls noch nicht dazu.

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Die Deutsche Telekom und SAP haben in den vergangenen Wochen gemeinsam den europäischen Datenabgleichdienst entwickelt. Der Code ist ebenso wie bei der deutschen Corona-App Open Source und auf Github einsehbar.

Mehrere Modi für Datenabgleich

Damit der EU-weite Datenaustausch funktioniert, müssen die Apps ein Update erhalten. Für den Datenaustausch ist eine besondere Zustimmung erforderlich. Aus Entwicklerkreisen hieß es am Dienstag, dass für den Up- und Download der Schlüssel drei verschiedene Modi vorgesehen seien. So könnten zum einen sämtliche Schlüssel von Infizierten heruntergeladen werden, die europaweit auf die einzelnen Server hochgeladen wurden. Auch sollen Nutzer angeben können, ob sie im Falle einer Infektion ihre Schlüssel für ganz Europa freigeben. Eine Auswahl einzelner Länder sei ebenfalls problemlos möglich.

Darüber hinaus soll es einen speziellen Modus je nach Reiseverhalten geben. Dabei können beispielsweise Nichtreisende nur die einheimischen Schlüssel sowie die von Reisenden herunterladen. Reisende laden sich hingegen alle Schlüssel herunter.

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Jedes Land kann demnach selbst entscheiden, welchen Modus die nationale App verwendet. Nach Angaben der Entwickler soll in Deutschland zum Start nur der sogenannte Europa-Modus zur Verfügung stehen. Einzelne EU-Staaten können daher nicht individuell ausgewählt werden.

Das eigentliche Gateway laufe bereits seit Beginn dieser Woche, hieß es weiter. Dazu gab es in den vergangenen Wochen Tests mit den Daten von sechs Ländern. Die acht weiteren Länder, die ab Ende Oktober und später hinzukommen sollen, sind Österreich, Tschechien, Dänemark, Estland, Lettland, die Niederlande, Polen und Spanien. In Belgien, Litauen und Zypern sollen ebenfalls Corona-Apps gestartet werden.

Frankreich bleibt ein Problem

Ob und wie ein Datenaustausch mit der französischen App möglich sein wird, ist weiterhin unklar. Einem hohen Vertreter der EU-Kommission zufolge wird zusammen mit den französischen Behörden an einer Lösung gearbeitet. Im Gegensatz zu den anderen EU-Ländern nutzt Frankreich nicht die von Google und Apple bereitgestellte Bluetooth-Schnittstelle, sondern verwendet ein zentrales System zu Vergabe und Auswertung der Schlüssel, wie es in Deutschland zunächst mit PEPP-PT versucht worden war. Daher sei das Vorgehen "ein bisschen komplizierter" als bei der Integration der anderen Länder, hieß es dazu.

Nach Angaben der Kommission liegt die Nutzerquote von Corona-Apps derzeit EU-weit bei etwa zehn Prozent. In Deutschland ist der Anteil mit derzeit 18,4 Millionen Downloads (PDF), das entspricht über 20 Prozent, deutlich höher. Die EU-Kommission vertritt jedoch die Auffassung, dass jede Kontaktbenachrichtigung durch die App einen Effekt haben und Leben retten kann.

Die Corona-Warn-App verbindet sich in der Regel einmal täglich mit den Backend-Servern, um die Schlüssel von Neuinfizierten herunterzuladen. Durch den Abgleich mit zuvor ausgetauschten IDs anderer Nutzer kann die App feststellen, ob es in den vergangenen 14 Tagen Kontakt mit Infizierten gab. Je nach Dauer und Abstand des Kontaktes zu Infizierten gibt die App eine Risikobewertung ab. Die App soll den Behörden dabei helfen, Infektionsketten zu unterbrechen.

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