Corona-App: Per Bluetooth Kontaktpersonen von Infizierten ermitteln

Viele Details der geplanten Coronavirus-App sind noch unklar. Standortdaten sollen aber nicht dafür erforderlich sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Die App Tracetogether aus Singapur verfolgt enge Kontakte zwischen Nutzern.
Die App Tracetogether aus Singapur verfolgt enge Kontakte zwischen Nutzern. (Bild: tracetogether.gov.sg/Screenshot: Golem.de)

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) und weiteren Institutionen geplante App zur Ermittlung von Kontaktpersonen basiert offenbar auf der Bluetooth-Schnittstelle von Smartphones. Auf Anfrage von Golem.de teilte das ebenfalls an der Entwicklung beteiligte Heinrich-Hertz-Institut (HHI) mit: "Auch das Fraunhofer HHI arbeitet an einer Applikation, die es ermöglicht, in voller Übereinstimmung mit der DSGVO, vollständig anonym und ohne Ortserfassung (weder mit GPS noch anderen Quellen) die Nähe und die Dauer des Kontakts zwischen Personen in den vergangenen zwei Wochen auf dem Handy anonym abzuspeichern. Damit könnten Infektionsketten digital rekonstruiert werden."

Inhalt:
  1. Corona-App: Per Bluetooth Kontaktpersonen von Infizierten ermitteln
  2. Bluetooth-Schnittstelle nicht sehr sicher

Nach Angaben des HHI ist Voraussetzung für den Einsatz einer derartigen App, "dass sie vollständig mit den deutschen Datenschutzgesetzen übereinstimmt und auf freiwilliger Basis genutzt wird". Das Fraunhofer-Institut zeigte sich zuversichtlich, "dass wir in den nächsten Wochen eine Lösung präsentieren können".

RKI befürwortet App-Lösung

Bereits Anfang März 2020 hatte der RKI-Präsident Lothar Wieler die Nutzung von Handydaten ins Spiel gebracht. Am 17. März hatte er entsprechende Überlegungen wiederholt und erklärt, dass mit einem entsprechenden Tool die Gesundheitsämter "enorm" unterstützt werden könnten.

Laut Wieler arbeitet das RKI mit einem aus 25 Personen bestehenden Team aus zwölf Institutionen seit drei Wochen an diesem Thema. Er zeigte sich optimistisch, dass eine solche Lösung technisch und datenschutzrechtlich umsetzbar sei und dass "wir in Kürze ein überzeugendes Konzept haben werden".

Vorbild Singapur

Stellenmarkt
  1. Spezialistinnen und Spezialisten (w/m/d) im IT-Risikomanagement im Bereich IT-Aufsicht und Cybersicherheit
    Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Bonn
  2. IT-Koordinator (m/w/d)
    Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin
Detailsuche

Ein Vorbild für das Konzept könnte die App Tracetogether aus Singapur sein. Deren Anleitung zufolge (PDF) detektiert das Smartphone andere Nutzer, die ebenfalls die App installiert haben. Dabei wird die Distanz zwischen den Geräten geschätzt und die Dauer des Kontaktes gemessen. Die entsprechenden Daten, darunter die Mobilfunknummer, werden jeweils 21 Tage lang zunächst verschlüsselt auf dem Gerät gespeichert.

Sollte einer der Nutzer anschließend positiv getestet werden, könnte er die gespeicherten Daten zum Hochladen an die Gesundheitsbehörden freigeben. Dort würden die Daten entschlüsselt, so dass die betroffenen Kontakte über deren Handy informiert werden könnten. Der Webseite zufolge haben schon 685.000 Nutzer die App installiert. Das wäre mehr als jeder zehnte Bewohner des asiatischen Stadtstaates.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Bluetooth-Schnittstelle nicht sehr sicher 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Halbleiterfertigung
Aus 10 nm wird "Intel 7"

Intel orientiert sich vorerst an TSMC, will aber dank RibbonFets und PowerVias ab 2025 führend bei der Halbleiterfertigung sein.
Ein Bericht von Marc Sauter

Halbleiterfertigung: Aus 10 nm wird Intel 7
Artikel
  1. Elektroautos: Amazon und Ford verhelfen Rivian zu weiteren Milliarden
    Elektroautos
    Amazon und Ford verhelfen Rivian zu weiteren Milliarden

    Der US-Elektroautohersteller Rivian hat weitere 2,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Damit könnte ein zweiter Produktionsstandort gebaut werden.

  2. Form Energy: Eisen-Luft-Akku soll Energiespeicherprobleme lösen
    Form Energy
    Eisen-Luft-Akku soll Energiespeicherprobleme lösen

    Mit Geld von Bill Gates und Jeff Bezos sollen große, billige Akkus Strom für mehrere Tage speichern. Kann die Technik liefern, was sie verspricht?
    Eine Analyse von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  3. Brickit ausprobiert: Lego scannen einfach gemacht?
    Brickit ausprobiert
    Lego scannen einfach gemacht?

    Mit Kamera und Bilderkennung kann Brickit Lego digital einscannen. Das ist es aber nicht, was die App so praktisch macht.
    Ein Hands-on von Oliver Nickel

mke2fs 25. Mär 2020

Grundsätzlich stimme ich dir voll zu. Bis auf: "Bleibt drinne". Ich habe die letzten Tage...

Eheran 24. Mär 2020

War es nicht sogar so, dass man nur dann getestet wird, wenn man aus einem Risikogebiet...

ElMario 24. Mär 2020

...wäre die app gleich verboten worden. ;D Ich möchte eine App, die sofort mein Handy wie...



  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Bosch Professional Amazon-Exklusives günstiger • Samsung G7 27" QLED Curved WQHD 240Hz 459€ • Kingston Fury 32GB Kit 3200MHz 149,90€ • 3 für 2 & Sony-TV-Aktion bei MM • New World vorbestellbar ab 39,99€ • Alternate (u. a. Deepcool RGB LED-Streifen 10,99€) • Apple Days [Werbung]
    •  /