Corona-App: Apple gibt Frankreichs Forderungen nicht nach

Die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens setzen auf zentrale Corona-Apps. Doch ohne Apples Bluetooth-API werden diese schlecht funktionieren.

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Apple will keine zentralen Corona-Apps akzeptieren.
Apple will keine zentralen Corona-Apps akzeptieren. (Bild: Charles Platiau/Reuters)

Der US-Computerkonzern Apple will dem Druck der französischen Regierung bei der Entwicklung einer Corona-Tracing-App nicht nachgeben. "Apple hätte das Funktionieren unser App auf dem iPhone deutlich verbessern können. Doch sie wollten es nicht", sagte Frankreichs Digitalminister Cédric O nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters dem Sender BFM Business TV. Ebenso wie Frankreich setzt auch Großbritannien auf eine zentral verwaltete Corona-App, die daher auf iPhones die Bluetooth-Technik nur eingeschränkt nutzen kann.

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Die Betriebssystemhersteller Google und Apple haben sich darauf geeinigt, mit einer neuen Bluetooth-Schnittstelle einen sogenannten dezentralen Ansatz bei den geplanten Kontaktverfolgungs-Apps zu unterstützen. Das bedeutet, dass die von anderen Geräten empfangenen temporären Geräte-IDs auf dem jeweiligen Smartphone verbleiben und nicht auf einen zentralen Server hochgeladen werden. Die Auswertung möglicher Kontakte mit Infizierten erfolgt jeweils auf den Endgeräten mit Android oder iOS.

Ohne diese neue Funktion lässt sich bei iPhones die Bluetooth-Schnittstelle nur nutzen, wenn das Gerät entsperrt ist. Daher hatten die EU und Frankreich vor allem Druck auf Apple ausgeübt, um die Schnittstelle auch für den zentralen Ansatz zu öffnen. Die Bundesregierung hat hingegen entschieden, eine dezentrale App zu entwickeln.

Cédric O bedauerte die Entscheidung Apples, als ein wirtschaftlich so erfolgreiches Unternehmen der Regierung in der Coronakrise nicht geholfen zu haben. Der Minister drohte Apple mit den Worten: "Wir werden uns daran erinnern, wenn der Zeitpunkt gekommen ist." Der Minister verwies darauf, dass die Aufsicht über das Gesundheitssystem und die Bekämpfung der Coronaepidemie eine Aufgabe für die Regierung und "nicht notwendigerweise für große US-Firmen" sei. Dem Bericht zufolge soll die App am 2. Juni 2020 veröffentlicht werden, die Tests sollen am 11. Mai beginnen.

Völlig anderes Konzept in Großbritannien

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Ebenfalls ohne Unterstützung durch die neuen Schnittstellen soll die Corona-App in Großbritannien funktionieren. Die Entwickler vom Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) verteidigten dazu in einem ausführlichen Blogbeitrag die Entscheidung für das zentrale Konzept. Dieses gebe den Gesundheitsbehörden einen besseren Überblick über die Entwicklung der Infektion.

Dabei sollen die Nutzer ihre Kontaktdaten der vergangenen 28 Tage nicht erst hochladen, wenn eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen ist. Schon bei typischen Symptomen wie Husten oder Fieber kann der Nutzer nach eigenem Ermessen seine Daten und die seiner Kontakte an die Behördenserver weitergeben. Je nachdem, ob er dann positiv oder negativ getestet wurde, erhalten seine Kontakte dann weitere Informationen. Grundsätzlich ist die App anonym nutzbar, allerdings soll bei der Installation die Postleitzahl angegeben werden. Die Speicherung von Standortdaten ist nicht vorgesehen.

Nach Angaben des britischen Gesundheitsdienstes NHS, der die App betreiben soll, funktioniert das System trotz der Einschränkungen bei Bluetooth "ausreichend gut". Experten des Geheimdienstes GCHQ sollen bei der Entwicklung der App geholfen haben.

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